DGI:Ambulant erworbene Pneumonie/Klinisches Bild: Difference between revisions

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==Klinisches Bild==
Das klinische Bild der CAP reicht von milden Symptomen bis zu schweren Symptomen mit Fieber, Husten und Dyspnoe und/oder septischer Verlaufsform und Lungenversagen. Die CAP zählt zu den häufigsten Foci für Sepsis und septischen Schock. Dabei hängt der Schweregrad auch von dem Vorhandensein von Risikofaktoren (z.B Komorbiditäten) ab.
Das klinische Bild der CAP reicht von sehr milden Symptomen mit Fieber, Husten und Dyspnoe bis zu schweren Symptomen mit septischer Verlaufsform und Lungenversagen. Die ambulant erworbene Pneumonie zählt zu den häufigsten Foci für Sepsis und septischen Schock. Dabei hängt der Schweregrad auch von der lokalen und systemischen Immunantwort des Patienten ab.  


[[DGI:Ambulant erworbene Pneumonie/Klinisches Bild/Leitsymptome]]
[[DGI:Ambulant erworbene Pneumonie/Klinisches Bild/Klinische_Situationen]]
[[DGI:Ambulant erworbene Pneumonie/Klinisches Bild/Epidemiologie]]
[[DGI:Ambulant erworbene Pneumonie/Klinisches Bild/Prognose]]


=== Prognose ===
'''Klinische Symptome'''
Die Krankenhausletalität liegt bei über 10% <ref>https://iqtig.org/downloads/berichte/2018/IQTIG_Qualitaetsreport-2019_2019-09-25.pdf, IQTIQ. Qualitätsreport. 2019.</ref> <ref>
 
Almirall, J., et al., Contribution of C-reactive protein to the diagnosis and assessment of severity of community-acquired pneumonia. Chest, 2004. 125(4): p. 1335-42.</ref>. Als Beispiel hierzu sei die Krankenhausletalität des akuten ST-Hebungsinfektes mit 8-10% genannt
* Atemwegssymptome:  
<ref>Muller, F., et al., Procalcitonin levels predict bacteremia in patients with community-acquired pneumonia: a prospective cohort trial. Chest, 2010. 138(1): p. 121-9.</ref>
** Husten mit oder ohne Auswurf
.
** Dyspnoe
Die Inzidenz und die Letalität steigen mit dem Alter und den Begleiterkrankungen. Entscheidend für die Prognose des Patienten ist die zügige Diagnosestellung und Einleitung einer adäquaten Therapie. Aus eben diesem Grund und oben genanntem Beispiel, ist die CAP als Notfall zu behandeln. Die Entscheidung, ob die Therapie ambulant oder stationär durchgeführt wird, ist abhängig von der klinischen Einschätzung und Schweregrad der Erkrankung sowie den Komorbiditäten.
** Atemabhängige thorakale Schmerzen (Begleitpleuritis)
* Allgemeinsymptome
** Fieber, Hypothermie
** Allgemeines Krankheitsgefühl, „grippale“ Symptome wie Myalgien, Arthralgien, Cephalgien, Palpitationen, Kreislaufbeschwerden, Diarrhöen
* Neurologische Symptome
** „Desorientiertheit“, insbesondere bei älteren Patienten
 
 
'''Untersuchungsbefunde'''
 
* Dyspnoe mit erhöhter Atemfrequenz (Inspektion)
* Tachykardie (Puls), ggf. arterielle Hypotonie
* ggf. abgeschwächter Klopfschall über dem Thorax bei Infiltrationen und/oder einem parapneumonischen Pleuraerguss (Perkussion)
* Inspiratorische Rasselgeräusche bzw. Bronchialatmen (Auskultation)
 
Viele der Symptome sind unspezifisch und haben einen niedrigen positiven prädiktiven Wert. Besonders bei älteren Patienten können typische Symptome, die auf eine pulmonale Infektion hinweisen, fehlen und verlangen besondere Aufmerksamkeit, um frühzeitig die Diagnose zu stellen.  
 
Bei klinischem Verdacht auf eine CAP soll eine Röntgen-Thoraxaufnahme in 2 Ebenen erfolgen. Auch um differentialdiagnostisch eine akute Bronchitis, die in der Regel keine antimikrobielle Therapie benötigt, von der akuten Pneumonie abgrenzen zu können, ist die radiologische Diagnostik relevant. Zudem können Komplikationen wie Lungenabszess oder Pleuraerguss diagnostiziert werden.  
 
Für die initiale Risikostratifizierung zur Bewertung des Schweregrades und des Letalitätsrisikos hat sich die Kombination aus CRB-65 Score (Confusion, Respiratory rate, Bloodpressure, Alter > 65Jahre), Evaluation des funktionellen Status und relevanter Komorbiditäten sowie Messung der Oxygenierung etabliert.
 
 
'''Anamnese'''
 
Auch bei einem häufigen Erkrankungsbild wie der CAP, sollte eine Reiseanamnese und gezielte Expositionsanamnese (beruflich wie Freizeit) erfolgen, um möglich Risikofaktoren bzw. besondere Erreger zu beachten. Als Beispiel sei hier die Influenza, die bei Reiserückkehrern praktisch ganzjährig relevant sein kann, genannt. Bei Tätigkeit in der Landwirtschaft kann das Q-Fieber mit interstitieller Pneumonie infrage kommen. Für die Auswahl der antimikrobiellen Therapie ist in Abhängigkeit des zu erwartenden Erregerspektrums die Frage nach stationären Voraufenthalten bzw. antimikrobieller Therapie während der vergangenen drei Monate von Relevanz.

Latest revision as of 12:28, 11 May 2025

Das klinische Bild der CAP reicht von milden Symptomen bis zu schweren Symptomen mit Fieber, Husten und Dyspnoe und/oder septischer Verlaufsform und Lungenversagen. Die CAP zählt zu den häufigsten Foci für Sepsis und septischen Schock. Dabei hängt der Schweregrad auch von dem Vorhandensein von Risikofaktoren (z.B Komorbiditäten) ab.


Klinische Symptome

  • Atemwegssymptome:
    • Husten mit oder ohne Auswurf
    • Dyspnoe
    • Atemabhängige thorakale Schmerzen (Begleitpleuritis)
  • Allgemeinsymptome
    • Fieber, Hypothermie
    • Allgemeines Krankheitsgefühl, „grippale“ Symptome wie Myalgien, Arthralgien, Cephalgien, Palpitationen, Kreislaufbeschwerden, Diarrhöen
  • Neurologische Symptome
    • „Desorientiertheit“, insbesondere bei älteren Patienten


Untersuchungsbefunde

  • Dyspnoe mit erhöhter Atemfrequenz (Inspektion)
  • Tachykardie (Puls), ggf. arterielle Hypotonie
  • ggf. abgeschwächter Klopfschall über dem Thorax bei Infiltrationen und/oder einem parapneumonischen Pleuraerguss (Perkussion)
  • Inspiratorische Rasselgeräusche bzw. Bronchialatmen (Auskultation)

Viele der Symptome sind unspezifisch und haben einen niedrigen positiven prädiktiven Wert. Besonders bei älteren Patienten können typische Symptome, die auf eine pulmonale Infektion hinweisen, fehlen und verlangen besondere Aufmerksamkeit, um frühzeitig die Diagnose zu stellen.

Bei klinischem Verdacht auf eine CAP soll eine Röntgen-Thoraxaufnahme in 2 Ebenen erfolgen. Auch um differentialdiagnostisch eine akute Bronchitis, die in der Regel keine antimikrobielle Therapie benötigt, von der akuten Pneumonie abgrenzen zu können, ist die radiologische Diagnostik relevant. Zudem können Komplikationen wie Lungenabszess oder Pleuraerguss diagnostiziert werden.

Für die initiale Risikostratifizierung zur Bewertung des Schweregrades und des Letalitätsrisikos hat sich die Kombination aus CRB-65 Score (Confusion, Respiratory rate, Bloodpressure, Alter > 65Jahre), Evaluation des funktionellen Status und relevanter Komorbiditäten sowie Messung der Oxygenierung etabliert.


Anamnese

Auch bei einem häufigen Erkrankungsbild wie der CAP, sollte eine Reiseanamnese und gezielte Expositionsanamnese (beruflich wie Freizeit) erfolgen, um möglich Risikofaktoren bzw. besondere Erreger zu beachten. Als Beispiel sei hier die Influenza, die bei Reiserückkehrern praktisch ganzjährig relevant sein kann, genannt. Bei Tätigkeit in der Landwirtschaft kann das Q-Fieber mit interstitieller Pneumonie infrage kommen. Für die Auswahl der antimikrobiellen Therapie ist in Abhängigkeit des zu erwartenden Erregerspektrums die Frage nach stationären Voraufenthalten bzw. antimikrobieller Therapie während der vergangenen drei Monate von Relevanz.