DGI:Endokarditis/Klinisches Bild: Difference between revisions

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==Klinisches Bild==
Leitsymptome


* allgemeine Symptome wie Fieber, Schwäche, Abgeschlagenheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust
* neu aufgetretenes Herzgeräusch, Zeichen der Herzinsuffizienz
* Splenomegalie
* Hautzeichen („Janeway Lesions“, „splinter haemorrhages“,„Roth-spots“, Osler-Knötchen), embolische Ereignisse (Stroke, Spondylodiszitis, Gelenkinfektion, Milzinfarkt)
* Die Einteilung erfolgt nach der Beschaffenheit der Klappe in
* native infektiöse Endokarditis (native valve endocarditis NVE)
* Klappenprothesen-Endokarditis (prosthetic valve endocarditis PVE). <span style="mso-spacerun:yes"> </span>
In Abhängigkeit von dem Beginn der Symptomatik nach der Klappenimplantation wird weiter unterteilt in eine
* frühe Form (early-onset PVE)<span style="mso-spacerun:yes"> </span> < 1 Jahr nach Klappenersatz
* späte Form (late-onset PVE) > 1 Jahr nach Klappenersatz.
Bei der frühen Form zeigt sich infolge der Operation ein anderes Erregerspektrum mit häufiger <span style="mso-tab-count:1">                </span>multiresistenten Keimen (insbesondere Methicillin-resistente koagulasenegative Staphylokokken <span style="mso-tab-count:1">                             </span>und MRSA). Infolge der noch fehlenden Endothelialisierung der implantierten Fremdkörper geht <span style="mso-tab-count:1">                               </span>die Infektion primär von diesen Strukturen aus. Daher sind biofilmaktive Antibiotika bei der <span style="mso-tab-count:1">         </span>frühen Form der Prothesenendokarditis essentiell.
Bei der späten Form der Prothesenendokarditis ist die Endothelialisierung abgeschlossen und die <span style="mso-tab-count:1">                </span>Pathogenese entspricht im Wesentlichen der Pathogenese der nativen Klappenendokarditis, was <span style="mso-tab-count:1">             </span>sich auch in der Empfehlung zur Therapie widerspiegelt.
<span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;">       </span></span>Device-assoziierte Endokarditis (cardiac device-related IE = CDRIE) bei einliegendem intrakardialen Fremdmaterial (ICD, Herzschrittmacher)
Bei einliegenden Device gilt dieser als infiziert, wenn eine Endokarditis an anderer Stelle oder eine Staphylococcus aureus-Bakteriämie vorliegt.
Epidemiologie und Prognose
Die Inzidenz der Endokarditis beträgt ca. 4/100.000 Einwohner mit zunehmender Inzidenz in der westlichen Welt infolge „health-care associated“ Endokarditiden (s.u.). Trotz der Seltenheit der Erkrankung liegt sie infolge ihrer hohen Mortalität dennoch an Platz 4 der lebensbedrohlichen Infektionen nach Sepsis, Pneumonie und intra-abdominellen Infektionen.
Die ambulant erworbene Endokarditis macht derzeit circa 70 % der Fälle aus. Etwa jede 5. Endokarditis ist Device assoziiert.
Es zeigt sich ein verändertes Erregerspektrum infolge zunehmend invasiver Medizin („Health-Care“- assoziierte bzw. Fremdkörper-assoziierte infektiöse Endokarditis) und vermehrter Immunsuppression mit häufigerem Nachweis von Staphylokokken und untypischeren Erregern.
Risikofaktoren:
* Patienteneigene Faktoren: Alter >60 Jahre, männliches Geschlecht
* i.v.-Drogenabusus
* Schlechter Zahnstatus / Zahninfektionen
* Strukturelle Herzerkrankungen (Klappenvitien oder kongenitale Herzerkrankungen)
* Z.n. Herzklappenersatz inklusive Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI)
* Intravaskuläre Katheter und kardial einliegende elektronische Devices (Schrittmacher, ICD etc.)
* Hämodialyse-Patienten <br />

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