DGI:Helicobacter Pylori/Therapie: Difference between revisions

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==Therapie==
{| class="wikitable"
'''Indikation zur Behandlung'''
!Zurückhaltende/ keine Indikation
 
|
*Dyspepsie
*Refluxsymptome oder eine Refluxösophagitis
*Bei ungeklärter Eisenmangelanämie
|-
!Behandlung kann angeboten werden
|
*Bei Patienten mit asympt. H. pylori-Gastritis
*Bei SSRI-Komedikation
*Bei anderen extragastralen Manifestationen
*Bei H. pylori -Gastritis und Eisenmangelanämie
|-
!Indikation zur Behandlung
|
*Bei peptischen Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni
*Bei peptischen Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni
*Bei gastralen MALT-Lymphomen
*Bei gastralen MALT-Lymphomen
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*B-Gastritis zur Karzinomprophylaxe, insbesondere bei positiver Familienanamnese
*B-Gastritis zur Karzinomprophylaxe, insbesondere bei positiver Familienanamnese
*Bei Nachweis von Adenomen oder hyperplastischen Magenpolypen
*Bei Nachweis von Adenomen oder hyperplastischen Magenpolypen
*Bei Patienten mit einer ITP, Morbus Menier oder einer lymphozytären Gastritis
*Bei Patient:innen mit einer ITP, Morbus Menier oder einer lymphozytären Gastritis
*Vor Antikoagulation bzw. Dauermedikation mit ASS oder NSAR bei gleichzeitiger Ulcusanamnese
*Vor Antikoagulation bzw. Dauermedikation mit ASS oder NSAR bei gleichzeitiger Ulcusanamnese
|}




'''Behandlung kann angeboten werden'''
*Bei Patienten mit asympt. H. pylori-Gastritis
*Bei SSRI-Komedikation
*Bei anderen extragastralen Manifestationen
*Bei H. pylori -Gastritis und Eisenmangelanämie
'''Zurückhaltende/ keine Indikation'''
*Dyspepsie
*Refluxsymptome oder eine Refluxösophagitis
*Bei ungeklärter Eisenmangelanämie
=====Antibiotikatherapien=====
Der Erfolg der Eradikationstherapie von H. pylori hängt von den Resistenzen gegenüber den Antibiotika ab.
Der Erfolg der Eradikationstherapie von H. pylori hängt von den Resistenzen gegenüber den Antibiotika ab.


Bei einer Resistent gegenüber Metronidazol von rund 40% in Deutschland, verbietet sich eine Eradikationstherapie, welche Metronidazol enthält (Ausnahme die Bismuth-Quadrupeltherapie)
Bei einer '''Resistenz gegenüber Metronidazol von rund 40%''' in Deutschland, verbietet sich eine Eradikationstherapie, welche Metronidazol enthält (Ausnahme die Bismuth-Quadrupeltherapie).
Die Resistenzlage gegenüber Clarithromycin ist in Deutschland ebenfalls problematisch und beträgt aktuell rund 20%.
Die Resistenzlage gegenüber Clarithromycin ist in Deutschland ebenfalls problematisch und beträgt aktuell rund 20%.
Folgendes Vorgehen wird empfohlen:
Folgendes Vorgehen wird empfohlen:


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#Falls die Eradikation nicht erfolgreich war, dann Zweitlinientherapie mit der Bismuth-Quadrupeltherapie oder mit der Fluorochinolon-Tripeltherapie
#Falls die Eradikation nicht erfolgreich war, dann Zweitlinientherapie mit der Bismuth-Quadrupeltherapie oder mit der Fluorochinolon-Tripeltherapie
#Falls die Eradikation erneut nicht erfolgreich sein sollte dann Resistenztestung und entsprechende Therapie
#Falls die Eradikation erneut nicht erfolgreich sein sollte dann Resistenztestung und entsprechende Therapie
{{Hinweis/note|text=Aufgrund der zunehmenden Resistenzen, v.a. gegenüber Metronidazol, Clarythromycin und Levofloxazin, kommt der '''Bismuth-Quadrupel-Therapie''' eine überragende Bedeutung zu.}}
Neben der Kontrolle des Eradikationserfolgs ist bei Ulcus ventriculi eine endoskopische Kontrolle wichtig. Durch die Therapie sollte das Ulcus/die Ulcera abheilen. Tun sie dieses nicht, so muss erneut endoskopiert werden inklusiv Biopsieentnahme. Hierbei muss das Vorliegen/die Entwicklung eines Malignoms ausgeschlossen werden.


<br />
{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
|+
!Klinische Situation
!Erstlinientherapien
!Präferenz
!
!Substanz
!Dosierung
!Dauer
!Dauer
!Anpassungen
!Kommentar
|-
|-
|Bismuth-Quadrupeltherapie
! rowspan="4" scope="row" |H. pylori Befall
|PPI 2 x tgl. 1 Standarddosis
|Erstlinientherapie
<br />
|PPI
 
+


Bismuth-Kaliumsalz/ Tetracyclin/ Metronidazol
Bismuth-Kaliumsalz/ Tetracyclin/ Metronidazol
|2 x tgl. 1 Standarddosis (PPI)
+


4 x 3 Hartkapseln
4 x 3 Hartkapseln
|10 Tage
|10 Tage
| -
|Bismuth-Quadrupeltherapie
|-
|-
|Französische Tripeltherapie
|Erstlinientherapie
|PPI 2 x tgl. 1 Standarddosis
<br />
|PPI
 
+
 
Amoxicillin
 
+
 
Clarithromycin
|2 x tgl. 1 Standarddosis (PPI)
+
 
1x 1000mg


Amoxicillin 2-3 x 1000 mg
+


Clarithromycin 2 x 500 mg
2x 500mg
|14 Tage
|14 Tage
| -
|Französische Tripeltherapie
|-
|-
|Alternative Zweitlinientherpapie
|Zweitlinientherpapie
|
 
|
|PPI
|-
 
|Fluorchinolon-Tripeltherapie I
+
|PPI 2 x tgl. 1 Standarddosis
 
Levofloxacin oder Moxifloxacin
 
+
 
Amoxicillin
|2 x tgl. 1 Standarddosis (PPI)
+
 
500 mg
Levofloxacin
oder  400 mg
Moxifloxacin
1 x tgl.
 
+


Levofloxacin 500 mg oder Moxifloxacin 400 mg 1 x tgl. Amoxicillin 2 x 1000 mg
2x 1000mg
|10 - 14 Tage
|10 - 14 Tage
| -
|Fluorochinolon-Tripeltherapie
|-
|-
|Drittlinientherapie
|Drittlinientherapie
|Nach Resistenzbestimmung
|Nach Resistenzbestimmung
|
| -
|<nowiki>-</nowiki>
| -
| -
|}
Aufgrund der zunehmenden Resistenzen, v.a. gegenüber Metronidazol, Clarythromycin und Levofloxazin, kommt der Bismuth-Quadrupel-Therapie eine überragende Bedeutung zu. Einschränkungen sind der Preis, die hohe Zahl von Tabletten und die Verträglichkeit. Aus der Perspektive der Antibiotikaresistenz ist dieses Schema jedoch als effektiver im Vergleich zu den anderen Kombinationen einzuschätzen.
======Äquivalenzdosierungen der Protonenpumpenhemmer (PPI)======
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed"
!Substanz
!Dosierung
|-
!Omeprazol
|20 mg
|-
!Esomeprazol
|20 mg
|-
|-
|Erstlinientherapien
!Pantoprazol
|
|40 mg
|Dauer
|-
|-
|Äquivalenzdosierungen der Protonenpumpenhemmer (PPI)
!Lansoprazol
|
|30 mg
|
|-
|-
|
!Rabeprazol
|Omeprazol       20 mg
|20 mg
 
Esomeprazol   20 m
 
Pantoprazol     40 mg
 
Lansoprazol     30 mg
 
Rabeprazol      20 mg
|
|}
|}
Zusammenfassend aufgrund der zunehmenden Resistenzen, v.a. gegenüber Metronidazol, Clarythromycin und Levofloxazin, kommt der Bismuth-Quadrupel-Therapie eine überragende Bedeutung zu. Einschränkungen sind der Preis, die hohe Zahl von Tabletten und die Verträglichkeit. Aus der Perspektive der Antibiotikaresistenz ist dieses Schema jedoch als effektiver im Vergleich zu den anderen Kombinationen einzuschätzen.
Neben der Kontrolle des Eradikationserfolgs ist bei U. ventriculi eine endoskopische Kontrolle wichtig. Durch die Therapie sollte das Ulcus/die Ulcera abheilen. Tun sie dieses nicht, so muss erneut endoskopiert werden inklusiv Biopsieentnahme. Hierbei muss das Vorliegen/die Entwicklung eines Malignoms ausgeschlossen werden.<br />

Latest revision as of 15:23, 15 June 2021

Zurückhaltende/ keine Indikation
  • Dyspepsie
  • Refluxsymptome oder eine Refluxösophagitis
  • Bei ungeklärter Eisenmangelanämie
Behandlung kann angeboten werden
  • Bei Patienten mit asympt. H. pylori-Gastritis
  • Bei SSRI-Komedikation
  • Bei anderen extragastralen Manifestationen
  • Bei H. pylori -Gastritis und Eisenmangelanämie
Indikation zur Behandlung
  • Bei peptischen Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni
  • Bei gastralen MALT-Lymphomen
  • Bei diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom des Magens
  • B-Gastritis zur Karzinomprophylaxe, insbesondere bei positiver Familienanamnese
  • Bei Nachweis von Adenomen oder hyperplastischen Magenpolypen
  • Bei Patient:innen mit einer ITP, Morbus Menier oder einer lymphozytären Gastritis
  • Vor Antikoagulation bzw. Dauermedikation mit ASS oder NSAR bei gleichzeitiger Ulcusanamnese


Der Erfolg der Eradikationstherapie von H. pylori hängt von den Resistenzen gegenüber den Antibiotika ab.

Bei einer Resistenz gegenüber Metronidazol von rund 40% in Deutschland, verbietet sich eine Eradikationstherapie, welche Metronidazol enthält (Ausnahme die Bismuth-Quadrupeltherapie). Die Resistenzlage gegenüber Clarithromycin ist in Deutschland ebenfalls problematisch und beträgt aktuell rund 20%.

Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

  1. Erstlinientherapie mit der Bismuth-Quadrupeltherapie, falls eine Clarithromycin Resistenz anzunehmen ist.
  2. Falls eine Clarithromycin Resistenz unwahrscheinlich ist, wird die Französische Tripeltherapie empfohlen
  3. Falls die Eradikation nicht erfolgreich war, dann Zweitlinientherapie mit der Bismuth-Quadrupeltherapie oder mit der Fluorochinolon-Tripeltherapie
  4. Falls die Eradikation erneut nicht erfolgreich sein sollte dann Resistenztestung und entsprechende Therapie

  Aufgrund der zunehmenden Resistenzen, v.a. gegenüber Metronidazol, Clarythromycin und Levofloxazin, kommt der Bismuth-Quadrupel-Therapie eine überragende Bedeutung zu.

Neben der Kontrolle des Eradikationserfolgs ist bei Ulcus ventriculi eine endoskopische Kontrolle wichtig. Durch die Therapie sollte das Ulcus/die Ulcera abheilen. Tun sie dieses nicht, so muss erneut endoskopiert werden inklusiv Biopsieentnahme. Hierbei muss das Vorliegen/die Entwicklung eines Malignoms ausgeschlossen werden.

Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassungen Kommentar
H. pylori Befall Erstlinientherapie


PPI

+

Bismuth-Kaliumsalz/ Tetracyclin/ Metronidazol

2 x tgl. 1 Standarddosis (PPI)

+

4 x 3 Hartkapseln

10 Tage - Bismuth-Quadrupeltherapie
Erstlinientherapie


PPI

+

Amoxicillin

+

Clarithromycin

2 x tgl. 1 Standarddosis (PPI)

+

1x 1000mg

+

2x 500mg

14 Tage - Französische Tripeltherapie
Zweitlinientherpapie PPI

+

Levofloxacin oder Moxifloxacin

+

Amoxicillin

2 x tgl. 1 Standarddosis (PPI)

+

500 mg Levofloxacin oder 400 mg Moxifloxacin 1 x tgl.

+

2x 1000mg

10 - 14 Tage - Fluorochinolon-Tripeltherapie
Drittlinientherapie Nach Resistenzbestimmung - - - -

Aufgrund der zunehmenden Resistenzen, v.a. gegenüber Metronidazol, Clarythromycin und Levofloxazin, kommt der Bismuth-Quadrupel-Therapie eine überragende Bedeutung zu. Einschränkungen sind der Preis, die hohe Zahl von Tabletten und die Verträglichkeit. Aus der Perspektive der Antibiotikaresistenz ist dieses Schema jedoch als effektiver im Vergleich zu den anderen Kombinationen einzuschätzen.

Äquivalenzdosierungen der Protonenpumpenhemmer (PPI)
Substanz Dosierung
Omeprazol 20 mg
Esomeprazol 20 mg
Pantoprazol 40 mg
Lansoprazol 30 mg
Rabeprazol 20 mg