DGI:Perioperative Prophylaxe: Difference between revisions

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Latest revision as of 22:40, 7 November 2021

Veröffentlichter Artikel

Inhaltsverzeichnis

Abstract:

Die perioperative Antibiotikaprophylaxe (PAP) wird kurzzeitig bei bestimmten Eingriffen eingesetzt mit dem Ziel die postoperativen Infektionskomplikationen zu verhindern oder zu reduzieren. Es handelt sich um eine Prophylaxe, keine Therapie. Bei Vorliegen einer Infektion muss die Antibiotikagabe als Therapie weitergeführt werden und eine erneute perioperative mikrobiologische Diagnostik durchgeführt werden.

Klinisches Bild

Die Indikation für alle Operationen, die in dieser Handlungsempfehlung aufgelistet sind, sollten mit den chirurgischen Abteilungen konsentiert sein und keiner weiteren Rücksprache bedürfen. Müssen Abweichungen vorgenommen werden, sind diese mit den jeweiligen Operateur:innen im Vorfeld abzusprechen.

Die Hauptindikation der PAP sind sauber-kontaminierte bzw. kontaminierte Eingriffe. Bei den meisten aseptischen Eingriffen, ausgenommen Implantationen von größerem Fremdmaterial und herzchirurgische Eingriffe, ist keine PAP nötig. Bei stark kontaminierten (septischen) Eingriffen ist eine Therapie sinnvoll.


Risikofaktoren für postoperative Wundinfektionen

Patient:inneneigene

Zu den patientenspezifischen Faktoren, die das Risiko für postoperative Wundinfektionen erhöhen, zählen insbesondere: hohes Lebensalter, Mangelernährung, Adipositas (BMI>30kg/m²), Diabetes mellitus (insbesondere schlecht eingestellt), Immundefizienz oder Immunsuppression, Malignomerkrankungen, Nieren- oder Leberinsuffizienz, Rauchen sowie Alkohol- und Drogenabusus, Kolonisation mit S. aureus (MSSA/MRSA), Infektionen außerhalb des OP-Gebiets, periphere Durchblutungsstörungen, Ödeme oder Lymphabflussstörung, Anämie und ASA-Score >II. (nach S3-Leitlinie PAP 2024, Tabelle 8/Abschnitt 3.2.2)

Chirurgische Faktoren präoperative
  • Notfalloperation
  • Rezidiveingriffe
  • Vorbestrahlung
  • Hochrisikooperation
  • Längerer präoperativer Krankenhausaufenthalt
  • Infektion oder Vorschädigung der Haut im OP-Gebiet
  • Suboptimale OP-Vorbereitung (z.B. falscher Zeitpunkt/Art der Haarentfernung)
  • Suboptimale Durchführung der PAP (Auswahl, Zeitpunkt, Dosierung)
  • Fremdkörper-/Implantationsoperation
  • ASA-Score >II


intraoperativ


  • Lange OP-/Interventionsdauer (z.B. >2h)
  • Komplikationen im OP-/Anästhesieverlauf (z.B. Handschuhperforation)
  • Erfahrung und chirurgische Technik des Operateurs
  • Verfahrenswechsel (z.B. von Laparoskopie zu Laparotomie)
  • Implantat-Operation
  • Hypothermie
  • Sauerstoffmangel / Minderperfusion (z.B. Blutverlust)
  • Keine indizierte Nachdosierung der PAP
  • Kontaminierte oder manifest infizierte OP-Region
postoperativ


  • Drainagen >3 Tage
  • Anwendung invasiver medizinischer Technik (z.B. Beatmung, Dialyse, Thoraxdrainage, ZVK, Harnableitung)
  • Re-Operation (z.B. wegen Blutung)

Klinische Situationen

DGI:Perioperative Prophylaxe/Klinisches Bild/Klinische Situationen

Leitsymptome

DGI:Perioperative Prophylaxe/Klinisches Bild/Leitsymptome

Epidemiologie

Wundklassifikation

Kontaminationsklasse Definition/Beispiel SSI Risiko
Klasse I: Sauber (aseptisch) Keine Eröffnung von Gastrointestinal-, Urogenital- oder Respirationstraktes; keine Entzündung
1-2%
Klasse II - Sauber-kontaminiert (bedingt aseptisch)

Saubere Operationen mit Eröffnung des Gastro-, Eröffnung von Gl-, Urogenital- oder Respirationstraktes ohne Austritt von Inhalt; Eingriffe an Schleimhäuten oder intertriginösen Arealen

2-10 %
Klasse III kontaminiert Akute, nicht eitrige Entzündung; sichtbarere Austritt von Hohlorganinhalt; OP bei frischen traumatischen Wunden 3-15 %
Klasse IV - infiziert/ stark kontaminiert (septisch) Eitrige Prozesse; Perforation von Hohlorganen; traumatische Wunden >4h Bis 40%

Prognose

DGI:Perioperative Prophylaxe/Klinisches Bild/Prognose

Diagnostik

Indikation: Die Indikation für alle Operationen, die in dieser Handlungsempfehlung aufgelistet sind, sollten mit den chirurgischen Abteilungen konsentiert sein und keiner weiteren Rücksprache bedürfen. Müssen Abweichungen vorgenommen werden, sind diese mit den jeweiligen Operateuren im Vorfeld abzusprechen.

Die Hauptindikation der PAP sind sauber-kontaminierte bzw. kontaminierte Eingriffe. Bei den meisten aseptischen Eingriffen, ausgenommen Implantationen von größerem Fremdmaterial und herzchirurgische Eingriffe, ist keine PAP nötig. Bei stark kontaminierten (septischen) Eingriffen ist eine Therapie sinnvoll.

Zeitpunkt: 30 bis 60 Minuten vor Hautschnitt soll die Dosis appliziert sein bzw. vor Anlage der Blutsperre.


Ausnahmen: Medikamente mit längerer Infusionsdauer, siehe Tabelle.


Bei starkem Blutverlust (> 1500 mL) und Blutersatz ist eine zweite Dosis des Antibiotikums direkt nach der Gabe des Blutersatzes (v.a. zu OP-Beginn!) notwendig, ebenso ist bei langer Operationsdauer ist eine Wiederholungsdosis indiziert, in der Regel nach der doppelten Halbwertzeit des zur PAP eingesetzten Antibiotikums.

CAVE: Berechnung ab Gabe der ersten Dosis, nicht ab Inzision

Die Wiederholungsdosis wird nicht gewichtsadaptiert verabreicht und ist an die Nierenfunktion anzupassen. Bei sehr langer Operationsdauer ist bei Bedarf eine dritte PAP-Dosis zu applizieren, aktuelle Empfehlungen zum Zeitpunkt der Applikation fehlen.


Die über die OP-Dauer fortgesetzte Antibiotika-Therapie hat in der Regel keine Vorteile hinsichtlich der postoperativen Wundinfektionsrate, sondern Nachteile bezüglich einer Resistenzentwicklung mit Suppression der endogenen Flora und Selektion pathogener Erreger und soll vermieden werden. Eine erst nach Hautnaht verabreichte PAP hat keinen Einfluss auf die Inzidenz der postoperativen Wundinfektion.




PAP bei laufender Antibiotikatherapie
Antibiotikatherapie für PAP geeignet Antibiotikatherapie nicht für PAP geeignet
zusätzliche Dosis 30-60 min. vor Hautschnitt zusätzliche PAP wie für OP empfohlen

Diagnosekriterien

DGI:Perioperative Prophylaxe/Diagnostik/Diagnosekriterien

Diagnostische Schritte

DGI:Perioperative Prophylaxe/Diagnostik/Diagnostische Schritte

Differentialdiagnosen

DGI:Perioperative Prophylaxe/Diagnostik/Differentialdiagnosen

Erreger

Kolonisierende Mikroorganismen in Abhängigkeit der Lokalisation

Körperstelle Mikroorganismen
Nase Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis
Oberer Respirationstrakt Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae
Mund/Oropharynx Streptococcus sp., Bacteroides sp. (außer B. fragilis) , Fusobacterium spp., Peptostreptococcus spp., Actinomyces spp.
Gastroduodenal Escherichia coli, Proteus sp., Klebsiella spp., Enterococcus spp.
Kolorektal Escherichia coli, Klebsiella sp., Enterobacter spp., Bacteroides fragilis, Peptostreptococcus spp., Enterococcus spp
Gallenwege Escherichia coli, Klebsiella sp., Proteus spp., Enterococcus spp., Clostridioides spp.
Harnwege Escherichia coli, Klebsiella spp., Proteus spp., Enterobacter spp., Enterococcus spp.
Haut Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Cutibacterium acnes, Corynebacterium spp.


Therapie

Zeitpunkt: 30 bis 60 Minuten vor Hautschnitt soll die Dosis appliziert sein bzw. vor Anlage der Blutsperre.

Ausnahmen: Medikamente mit längerer Infusionsdauer, siehe Tabelle.

Eine intraoperative Wiederholung der Antibiotikagabe ist nach einem größeren Blutverlust (>1 Liter) oder bei länger dauernden Eingriffen (ein- bis zweifache Halbwertszeit der Substanz) indiziert (siehe Tabelle).

Die über die OP-Dauer fortgesetzte Antibiotika-Therapie hat in der Regel keine Vorteile hinsichtlich der postoperativen Wundinfektionsrate, sondern Nachteile bezüglich einer Resistenzentwicklung mit Suppression der endogenen Flora und Selektion pathogener Erreger und soll vermieden werden.

  Eine erst nach Hautnaht verabreichte PAP hat keinen Einfluss auf die Inzidenz der postoperativen Wundinfektion.


PAP bei laufender Antibiotikatherapie
Antibiotikatherapie für PAP geeignet
Antibiotikatherapie nicht für PAP geeignet
  • zusätzliche Dosis 30-60 min. vor Hautschnitt
  • zusätzliche PAP wie für OP empfohlen
Perioperative Antibiotika-Prophylaxe
Eingriffe Operationen Antibiotika
Chirurgische / Viszeralchirurgische Eingriffe Kolorektale Eingriffe (Resektionen, Kolotomien, AP-Anlage/Rückverlegung, Rektumamputation, Bypässe)

falls Darmvorbereitung durch Abführen: Selektive Darmdekontamination

Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cave: regionale Resistenzlage für E. coli beachten, wenn möglich Ampicillin/Sulbactam 3g i.v. bevorzugen

Neomycin 1g 8-stdl. p.o. + Metronidazol 400mg 8-stdl. po., 1-2 Tage präoperativ zusätzlich zur o.g. PAP

Appendektomie Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Eingriffe an Leber, Pankreas, Gallenwege, offene CHE
  • laparoskopische CHE
  • Dudenohemipankreatektomie (OP nach Whipple)
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cefuroxim 1,5g i.v. (+ Metronidazol 500mg i.v. bei Risikofaktoren)

Piperacillin/ Tazobactam 4,5g


  • bei V.a. Cholangitis
  • bei einliegendem Gallengangsstent
Piperacillin/ Tazobactum 4,5g (meist über OP hinaus, da Therapie!)

Piperacillin/ Tazobactum 4,5g (bis zum Vorliegen des intraop. Gallenwegsabstriches)


Eingriffe an Ösophagus, Magen, Dünndarm
  • ohne Eröffnung des GI-Traktes
  • mit Eröffnung des GI-Traktes
Cefuroxim 1,5g i.v.

Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Herniotomie mit Netzimplantation
Cefazolin 2g i.v.
Schilddrüseneingriffe mit Sternotomie
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Proktologische Eingriffe (z.B. Hämorrhoiden, Fisteln, Abszesse)
Im Regelfall keine PAP erforderlich. Bei ausgedehntem Befund perioperative Therapie
Endoskopische Eingriffe
ERCP mit Interventionen bei z.B. Cholestase; Endoskopische Punktion zystischer Läsionen
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
PEG-Anlage
  • ohne peroralem Fadendurchzug
  • mit peroralem Fadendurchzug
Im Regelfall keine PAP erforderlich

Cefazolin 2g i.v.; Cefuroxim 1,5g i.v.

Ösophagusvarizen ohne Blutung
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Radiofrequenzablation (RFA)
Individuelle Fallentscheidung vor Ort
Kardio-/Gefäßchirurgische Eingriffe
Aortocoronarer Bypass1), Klappenersatzoperationen1) (incl.transfemorale-,apikale Klappenimplantation), Herztransplantationen1)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

Bis zu 24h möglich, Evidenz für Gabe über OP hinaus unklar (vgl. WHO Guidelines)

Eingriffe Operationen Antibiotika
Eingriffe
Arterielle Eingriffe der unteren Extremität und Aorta; Implantationen von Gefäßprothesen der großen arteriellen Gefäße (z.B. Aortenstent); Shuntoperationen (Rezidiv) Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Rezidiv Varikosis
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v
Schrittmacher, Port
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v

CAVE: Immer ab 120kg KG bzw. BMI > 35: Cefuroxim/Cefazolin 3g


Eingriffe Operationen Antibiotika
Thoraxchirurgische Eingriffe
Thorakoskopische Eingriffe, Thorakotomie und lungenresezierende Eingriffe, Operationen an der Brustwand sowie des Mediastinums *Cefuroxim 1,5g i.v.; Ampicillin-Sulbactam 3g i.v

*Bei entsprechender Indikation + Metronidazol 500g i.v.

Geburtshilfe und Gynäkologische Eingriffe
Radikale Eingriffe; abdominelle Hysterektomie (Laparoskopische Eingriffe; LASH; TLH), vaginale Hysterektomie
soll: Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

(bei drohender oder geplanter Darmeröffnung Metronidazol 0,5 g i.V. dazu geben)

Inkontinenzchirurgie
kann insb. bei Band/ Netz Implantation: Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Operative Hysteroskopien (Chromopertubation, Sterilitätsoperation)
Soll: Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Diagnostische Hysteroskopien
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Mammachirurgie
Soll: Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Diagnostische Mammapunktionen: Hochgeschwindigkeitsstanze, stereotaktisch gesteuerte Vakuumbiopsie Im Regelfall keine PAP erforderlich
Vaginale Entbindung z.B. bei Nachtastung, Nachblutung in der Episiotomie Im Regelfall keine PAP erforderlich. Assistierte vaginale Geburt --> PAP kann erwogen werden; Dammrisse III/IV --> PAP empfohlen (z.B. Cefuroxim 1,5g i.v.)br />
Kaiserschnittentbindung
PAP vor Hautschnitt 1. Wahl Cefazolin 2g i.v.,

Alternative Cefuroxim 1,5g i.v.

Schwangerschaftsabbruch (Interruptiones und Abortabrasiones)
Bei operativem Schwangerschaftsabbruch -->

PAP empfohlen; Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

Implantation von alloplastischen Material
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
HNO/MKG-Eingriffe
Komplexe Septorhinoplastik Cefuroxim 1,5g / Cefazolin 2g; Alternative Clindamycin 600mg; Soll-PAP
Einfache Septorhinoplastik Keine PAP
Septumkorrektur Keine PAP
NNH-OP mit Duraöffnung Cefuroxim/ Cefazolin; Alternative Clindamycin; Soll-PAP
NNH-OP ohne Duraöffnung Keine PAP
Revision NNH-OP Cefuroxim/ Cefazolin; Alternative Clindamycin; Sollte-PAP
Dakryozystorhinostomie Keine PAP; bei Infekt: Einmaldosis möglich
Schädelbasis-OP Cefuroxim/ Cefazolin; Alternative Clindamycin; Sollte-PAP
Cholesteatom / drainierendes Ohr Cefuroxim/ Cefazolin; Alternative Clindamycin; Sollte-PAP
Saubere Otologie (Tympanoplastik, Stapesplastik, Stapedektomie) Keine PAP
Cochlea-Implantat Cefuroxim/ Cefazolin; ALternative Clindamycin;

Einmalgabe; Soll-PAP

Tumorresektion Kopf/ Hals Cefuroxim + Metronidazol; Alternative Clindamycin; Soll-PAP
Neck-Dissection sauber Keine PAP
Neck-Dissection bei Tumorresektion Cefuroxim/ Cefazolin; ALternative Clindamycin, Soll-PAP
Speicheldrüsen-OP Keine PAP
Lymphadenektomie/ Halszysten Keine PAP
Adenotomie/ Tonsillektomie/ Tonsillotomie Keine PAP
Parazentese/ Paukendrainage Keine PAP

CAVE: Immer ab 120kg KG bzw. BMI > 35: Cefuroxim/Cefazolin 3g


Eingriffe Operationen Antibiotika
HNO/MKG-Eingriffe
Alternative bei ß-Laktam-Allergie: Clindamycin 600mg (900mg bei KG > 80kg) i.v. über 30 min
Es gibt keine Evidenz für positive Effekte einer „prolongierten perioperativen Prophylaxe“ über mehr als 24h, auch bei HNO-Eingriffen!

KEINE prophylaktische Antibiotikagabe über mehrere Tage, selbst bei großen Tumor-Eingriffen

KEINE systematische, prophylaktische Antibiotikatherapie bei Nasentamponade (insb. bei NT <3 Tage)
Cave: immer ab 120kg KG bzw. BMI > 35: Cefuroxim/ Cefazolin 3 Eingriffe
Operationen
Antibiotika
Neurochirurgische Eingriffe
Liquor-Shunt-Operationen, ICP-Sonde
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Spinalchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Kraniotomie; Kranioplastik  Kranioplastik
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Ophthalmologische Eingriffe
Kataraktoperation

Andere intraokulare Eingriffe

Extraokulare Eingriffe/ DCR

Offene Augapfelverletzung mit FK

Offene Augapfelverletzung ohne FK

Cefuroxim 1mg intracameral, Keine topische PAP

Cefuroxim 1 mg intracameral, Keine topische PAP

Cefuroxim intracameral möglich (Kann-PAP)

Keine PAP, bei Infekt Einmaldosis möglich

Systemisch Ceftazidim + Vancomycin + intraokulare Gabe, Soll-PAP

Breitspektrum-PAP möglich, individuelle Entscheidung

Orthopädisch-/Traumatologisch- / Handchirurgische Eingriffe
Große Gelenkendoprothesen (Knie, Hüfte, Schulter)
Cefazolin 2g i.v.; Soll-PAP
Wirbelsäulenchirurgie mit oder ohne Implantat
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Offene und größere athroskopische Gelenkeingriffe (z.B. Kreuzbandplastik)
Cefazolin 2g i.v.
Kleine arthroskopische Operationen Keine PAP
Offene Frakturen mit Weichteilschaden/ schwere Hand-verletzungen mit Gewebszerreißungen, Gliedmaßenreplantation*

Cefuroxim 1,5g i.v. +/- Metronidazol 0,5g i.v. (je nach Verschmutzungsgrad der Wunde)

* Bei primären Wundverschluss nur PAP und keine Therapie, da keine Infektion, nur Besiedlung vorliegt. Bei stark kontaminierten, septischen Wunden, z.T. sekundären Wunden (siehe Wundklassifikation), schweren Handverletzungen mit Gewebszerreißungen und -quetschungen, Gliedmaßenreplantation, ikalkulierte Antibiotika-Therapie für 3 Tage mit Cefuroxim

Geschlossene Frakturen mit Implantaten

Offene Endgliedfraktur, Kirschner-Draht

Cefazolin 2g i.v.

Keine PAP

Major Amputationen (Extremitäten)
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 0,5g i.v.
Dermatologische Eingriffe
Einfache excisionale Hautchirurgie (Klasse I) Keine PAP
Intertriginöse Areale/ Mukosa (Achsel, Inguinal, Perineum, Nasenschleimhaut) PAP kann erwogen werden
Entzündete/ traumatische Läsionen (Klasse III) Soll: Cefazolin 2g i.v.
Nekrose/ eitrige Prozesse (Klasse IV) Soll: Therapie nicht PAP
Implantate/ synthetisches Material Soll: Cefazolin 2g i.v.
Große Tumorchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.;

Soll: Cefazolin 2g i.v.

Haut- und Weichteilchirurgie
Keine primären PAP nötig, bei ausgedehnter Chirurgie ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.;

Cefazolin 2g i.v.

CAVE: Immer ab 120kg KG bzw. BMI > 35: Cefuroxim/Cefazolin 3g


Eingriffe Operationen Antibiotika
Endo-Urologische Eingriffe
Ureterorenoskopie
Nur Risikopatienten (komplizierter Ureterstein; langfristig einliegender Katheter)

Cefuroxim 1,5g i.v.

Percutane Nephrolitholapaxie
Cefuroxim 1,5g i.v. Alternative: Ampicillin/Sulbactam 2/1g i.v.
Blasensteinlithotripsie
Im Regelfall keine PAP notwendig
TUR-P (außer „low risk/ small size“) Cefuroxim 1,5g i.v. Alternative: Ceftriaxon 2g i.v.
TUR-B; Urethrotomie; ESWL (unauffälliger Urinbefund obligat)
PAP kann bei elektiver TUR-B erwogen werden und sollte bei Hochrisikopatienten erfolgen.
Urologische Diagnostische Eingriffe
Prostatabiopsie transrektal
Ceftriaxon 2g i.v. oder Cefixim 400 mg p.o. über 3 Tage (24h prä- bis 2d postinterventionell)

Alternative: Gentamicin 3mg/kg i.v. oder Amikacin 15 mg/kg i.m., i.v.Bei Z.n. vorausgegangenen transrektalen Prostatabiopsien: Rektalabstrich und ggf. testgerechte Antibiotikatherapie nach Befund

Prostatabiopsie perineal
Cefuroxim 1,5g i.v., Alternative: Ampicillin/Sulbactam 2/1g i.v.
Zystoskopie; Urodynamik; diag. URS (unauffälliger mikrobiologischer Urinbefund obligat)
Im Regelfall keine PAP notwendig.
Laparoskopische Eingriffe in der Urologie
partielle Nephrektomie und Nephroureterektomie sowie die einfache Nephrektomie bei benigner

Grunderkrankung (Schrumpfniere, etc.).

Im Regelfall keine PAP notwendig.
elektive laparoskopische (bzw. roboterassistierte) radikale Nephrektomie, Prostatektomie
Cefuroxim 1,5g i.v.

Alternative: Ceftriaxon 2g i.v. bzw. bei radikaler Prostatektomie Piperacillin/ Tazobactam 4,5g i.v.

Zystektomie
Cefuroxim 1,5g i.v. (je nach OP-Zeit ggf. wiederholt); Alternativ: Ceftriaxon 2g i.v.

CAVE: Immer ab 120kg KG bzw. BMI > 35: Cefuroxim/Cefazolin 3g


Eingriffe Operationen Antibiotika
Urologische offene Eingriffe
Ohradikale Nephrektomie Cefuroxim 1,5g i.v.
radikale Prostatektomie
Cefuroxim 1,5g i.v., Alternative: Ceftriaxon 2g i.v. bzw. Piperacillin/ Tazobactam 4,5g i.v.
Zystektomie
Cefuroxim 1,5g i.v.
CAPD-Katheter
Implantation
Vancomycin 1x15mg/kg KG i.v. über 1h pro Gramm Vancomycin

CAVE: Kontraindikationen bei Chinolonen beachten. Erregernachweis heranziehen, danach AB-Entscheidung.


Multi- und panresistente Erreger (MRE) z.B. MRSA-, MRGN-Besiedlung

Indikation

Nach den Empfehlungen der geplanten Prozedur. Anpassung der PAP in Abhängigkeit von Erreger, Resistenz, Wirtsfaktoren, geplanter OP und Lokalisation des Erregerreservoirs

MRSA-Besiedlung Grundsätzlich ist bei bekanntem MRSA ein Sanierungsversuch erforderlich; Bei MRSA-Besiedelten Patienten soll eine Erweiterung des Standard-PAP durch Vancomycin vorgenommen werden.
3-MRGN-Besiedlung
Rücksprache Mikrobiologie, ABS-Team
4-MRGN-Besiedlung
Rücksprache Mikrobiologie, ABS-Team



PAP bei Allergie gegen Beta-Laktam-Antibiotika

1. Unterscheidung laut S3-Leitlinie

A. Bestätigte Penicillinallergie

<math>\rightarrow</math>dermatologisch/allergologisch diagnostiziert (Hauttest, ggf. Provokation).

B. Berichtete/vermutete Penicillinallergie

<math>\rightarrow</math>reine anamnestische Angabe ohne objektiven Nachweis.


2. Risiken des Ausweichens auf Alternativantibiotika

  • Häufig Einsatz von Breitspektrum-AB (Vancomycin, Fluorchinolone, Clindamycin)

<math>\rightarrow</math>höhere Resistenzentwicklung, mehr Nebenwirkungen, schlechtere Wirksamkeit.

  • Da PAP meist nicht dringlich ist, sollte zunächst immer eine Allergieeinschätzung erfolgen.


3. Kreuzreaktionen

  • Penicilline <math>\leftrightarrow</math> Cephalosporine

o Aminocephalosporine mit identischer/ähnlicher Seitenkette: 16,5 %

o Cephalosporine mit ähnlicher Seitenkette: 5,6 %

o Cephalosporine ohne ähnliche Seitenkette: 2,1 %

  • Carbapeneme: 0,87 %
  • Aztreonam: sicher, außer bei Ceftazidim-Allergie (gleiche Seitenkette).


4. Klinische Einschätzung der Penicillinallergie

1) Allergieanamnese

  • detailliert nach Symptomen, Zeitpunkt, Verlauf
  • Abstand zwischen Einnahme und Reaktion
  • Wie lange liegt die Reaktion zurück?

2) Einordnung der Reaktionsart

Sofort-/Frühreaktion (Typ I, <1-6h)

  • Schwer: Anaphylaxie, Angioödem, großflächige Urtikaria, Blasenbildung, Bewusstseinstrübung, Larynxödem, Bronchospasmus, schwere Dyspnoe, Hypotension, Kollaps, Schock
  • Nicht schwer: Hautrötung, Pruritus, leichte Urtikaria, keine Blasenbildung, Rhinorrhoe, Heiserkeit, Kopfschmerzen, Unruhe

Spätreaktion (Typ IV, >6h-Tage/Wochen)

  • Schwer: Schwere Hautreaktion (Bullae), großflächiges makulopapulöses Exanthem (MPE), Beteiligung der Schleimhäute, Gesichtsödem, Hautausschlag mit systematischen Reaktionen, Fieber, Bsp DRESS, SJS, TEN
  • Nicht schwer: Isolierte Exantheme (papulös, makulopapulös). Pruritus, Pusteln ohne Hinweis auf Histamin-Freisetzung, keine Blasenbildung


5. Situationen, in denen β-Lactam-Antibiotika strikt zu vermeiden sind

  • Intensivstationspflichtige β-Lactam-Reaktion
  • Typ-IV-Reaktionen mit:

o interstitieller Nephritis

o Hepatitis

o hämolytischer Anämie

  • Schwere Hautreaktionen:

o interstitieller Nephritis

o Hepatitis

o hämolytischer Anämie

  • DRESS-Syndrom


6. Empfehlungen für die perioperative Antibiotika-Prophylaxe (PAP)

A. Berichtete/ vermutete Penicillinallergie (ohne schwere Reaktionen)

<math>\rightarrow</math>In der überwiegenden Zahl ungefährlich.

  • Cefazolin und Cefuroxim:

<math>\rightarrow</math>mit minimalem Risiko verwendbar

<math>\rightarrow</math>sofern keine schweren T-Zell-vermittelten Hautreaktionen/ systemischen Reaktionen in der Anamnese bestehen.

  • Cephalosporine der 3. Generation:

<math>\rightarrow</math>ebenfalls verwendbar bei nicht schwerer Anamnese.

  • Carbapeneme:

<math>\rightarrow</math>sicher einsetzbar ohne vorherige Tests.

  • Aztreonam:

<math>\rightarrow</math>sicher, wenn keine Ceftazidim-Allergie vorliegt.

B. Bestätigte Penicillinallergie

  • Empfohlen:

<math>\rightarrow</math>allergologische Abklärung/ Provokationstest, falls klinisch vertretbar.

1) Sofort-/Frühreaktion (Typ I,<1-6h)

a) Schwere Reaktion (z.B. Anaphylaxie, Angioödem, Schock)

  • Aztreonam:

CAVE: nur wirksam gegen Enterobacterales


  • Nicht-β-Lactame:
  • Carbapeneme: nur nach Provokationstest oder unter enger klinischer Überwachung
  • Nicht verwenden:

o keine Penicilline

o keine Cephalosporine

b) Leichte Reaktion (z.B. Pruritus, leichte Urtikaria, ohne systemische Beteiligung)

  • Cephalosporine, die nicht kreuzreagieren (keine identischen/ ähnlichen Seitenketten)
  • Carbapeneme
  • Aztreonam
  • Nicht verwenden:

o keine Penicilline

o keine Cephalosporine, die kreuzreagieren

2) Spätreaktion/ verzögerte Reaktion (Typ IV, >6h-Tage/Wochen)

a) Schwere Reaktion (z.B. SJS, TEN, DRESS, AGEP, MPE mit Schleimhautbeteiligung)

  • Nicht β-Lactame:

o Fluorchinolone

o Clindamycin

o Vancomycin

  • Nicht verwenden:

o keine β-Laktam-Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme, Aztreonam)

b) Leichte Reaktion (isolierte makulopapulöse Exantheme, Pruritus)

  • Cephalosporine, die nicht kreuzreagieren
  • Aztreonam
  • Carbapeneme
  • Nicht verwenden:

o keine Penicilline

o keine kreuzreagierenden Cephalosporine

Empirische Therapie

DGI:Perioperative Prophylaxe/Therapie/Empirische Therapie

Kalkulierte Therapie

DGI:Perioperative Prophylaxe/Therapie/Kalkulierte Therapie

Erregerspezifische Therapie

DGI:Perioperative Prophylaxe/Therapie/Erregerspezifische Therapie

Prophylaxe und Prävention

Endokarditis-Prophylaxe
  • Grundlage
    • 2023 ESC Guidelines for the management of infective Endocarditis
    • Task force for the Management of Infective Endocarditis of the European Society of Cardiology
  • Wer:
    • Wird nur für Hochrisikopatient:innen empfohlen Dazu gehören:
    • Patient:innen mit chirurgisch implantierten Herzklappenprothesen und mit jedweden Materialien, die zur chirurgischen Herzklappenrekonstruktion verwendet werden
    • Patient:innen mit kathetergestützter Implantation einer Aorten- oder Pulmonalklappenprothese
    • Patient:innen mit überstandener Endokarditis
    • unbehandelte zyanotischen angeborenen Herzfehlern und bei Patienten, die chirurgisch oder mittels kathetergestützte Verfahren mit postoperativen palliativen Shunts, Conduits oder anderen Prothesen behandelt werden

Wenn nach chirurgischer Rekonstruktion keine Restdefekte oder Klappenprothesen vorhanden sind, wird eine Antibiotikaprophylaxe nur für die ersten 6 Monate nach dem Eingriff empfohlen

  • bei Patient:innen mit ventrikulären Unterstützungssystemen
  • bei Patient:innen mit kathetergestützter Mitral- und Trikuspidalklappenrekonstruktion sollte eine Endokarditis-Prophylaxe erwogen werden
  • bei herztransplantierten Patient:innen kann eine Endokarditis-Prophylaxe erwogen werden

Keine Endokarditis-Prophylaxe für alle anderen Patient:innen mit geringem Risiko für eine infektiöse Endokarditis

  • Wann:
    • Zahnärztliche Eingriffe
      • Endokarditis-Prophylaxe empfohlen bei Zahnextraktionen, oralchirurgische Eingriffen, Eingriffen/ Manipulationen an der Gingiva, der periapikalen Zahnregion
    • invasive diagnostische oder therapeutische Verfahren in den Bereichen der Atemwege, Ohren, Magen-Darm-Trakt, Urogenitaltrakt, Haut oder Bewegungsapparat
      • Endokarditis-Prophylaxe kann bei Hochrisikopatient:innen erwogen werden
PAP und Endokarditis-Prophylaxe

Liegt eine Indikation zur Endokarditis-Prophylaxe vor, werden - anstelle der oben empfohlenen Antibiotika – bevorzugt Substanzen mit Enterokokken-Wirksamkeit eingesetzt:

Antibiotika zur PAP Empfohlene (Ersatz-) Substanz bei Indikation zur Endokarditis-Prophylaxe
Ohne PAP-Indikation Ampicillin 2g i.v.
Cefazolin / Cefuroxim Ampicillin-Sulbactam 3g i.v.
Cefazolin / Cefuroxim + Metronidazol Ampicillin-Sulbactam 3g i.v.
ß-Laktam-Allergie Empfohlene (Ersatz-) Substanz bei Indikation zur Endokarditis-Prophylaxe
Ohne PAP Clindamycin 600mg i.v./p.o
Cefazolin / Cefuroxim (ohne Gastrointestinaltrakt) Clindamycin 600mg i.v./p.o
Cefazolin / Cefuroxim +/- Metronidazol Vancomycin 1g i.v. + Ciprofloxacin 400 mg i.v. +/- Metronidazol 500 mg i.v.

https://leitlinien.dgk.org/files/10_2023_pocket_leitlinien_endokarditis.pdf


Antibiotika für die perioperative Antibiotika- und Endokarditis-Prophylaxe
Antibiotikagruppe Substanz Dosis/Applikations-art Applikation als Infusion Zeitpunkt der Gabe Intervall für 2.Dosis**
Aminopenicillin
Ampicillin
1 x 2g i.v. Infusionsende 30 min vor Schnitt
> 3 h OP-Dauer
Aminopenicillin +

ß-Lakt.-Inhibitor (BLI)

Amoxicillin + Clavulan-Säure

Ampicillin + Sulbactam

1 x 875/125mg p.o.
1 x 3g  i.v.

30 min

120 min vor Schnitt*

Infusionsende 30 min vor Schnitt

> 3 h OP-Dauer

2h

gezielte Carbapenem-Prophylaxe
Imipenem

Meropenem

1 x 1g i.v.

1 x 1g i.v.

30 min Infusionsende 30 min vor Schnitt

2h

Cephalosporin Gruppe 1
Cefazolin
1 x 2g i.v bei KG

≥100-120kg 1 x 3g i.v.

30 min Infusionsende 30 min vor Schnitt
3-4h
Cephalosporin Gruppe 2
Cefuroxim
1 x 1,5g i.v bei KG

≥100-120kg 1 x 3g i.v.

30 min Infusionsende 30 min vor Schnitt
3-4h
Sonderindikationen
Antibiotikagruppe Substanz Dosis/Applikations-art Applikation als Infusion Zeitpunkt der Gabe Wiederholungsgabe**
Cephalosporin Gruppe 3a
Ceftriaxon
1x2g i.v. 30 min Infusionsende 30 min vor Schnitt
keine Dosiswiederholung
Fluorchinolon Gruppe 2
Ciprofloxacin
1 x 400mg i.v. 30-60 min 90-120 min vor Schnitt*

Infusionsende 30 min vor Schnitt

8 h
Fluorchinolon Gruppe 3
Levofloxacin
1 x 500mg p.o. 30-60 min 90-120 min vor Schnitt*
keine Dosiswiederholung
Glykopetid
Vancomycin **
≤80 kg KG1 x 1g i.v.

81-90 kg KG 1x1,5 g ˃90 kg KG 1x2 g

60 min

90 min 2 h

Infusionsende 30 min vor Schnitt
8h
Folat-Antagonist
Cotrimoxazol
1 x 960mg p.o. 30-60 min 30-60 min vor Schnitt keine Dosiswiederholung
Lincosamid
Clindamycin
1 x 600mg i.v.

˃120 kg KG 1x 900 mg

20-30 min Infusionsende 30 min vor Schnitt
6 h
Nitroimidazol
Metronidazol
1 x 500 mg i.v.

≥100-120 kg 1 x 1 g

20-30 min Infusionsende 30 min vor Schnitt
8 h

* Maximaler Serumspiegel bei normaler enteraler Resorption

** Infusionsdauer > 1 h, ansonsten Gefahr von „Red-Man-Syndrom“ (Hautrötung u. Schwellung im Kopf-Hals-Bereich, die wie eine Allergie imponieren kann)

*** In Abhängigkeit von der Halbwertszeit bei normaler Nierenfunktion

Angaben Halbwertzeiten: Mandell, Douglas and Bennetts: Principles and Practise of Infectious Disease. Elsevier Inc. 2009, Fachinformationen

Unterkapitel

DGI:Perioperative Prophylaxe/Unterkapitel


Weiterführende Literatur und Hilfestellungen

DGI:Perioperative Prophylaxe/Weiterführende Literatur und Hilfestellungen

Anmerkungen der Redaktion

DGI:Perioperative Prophylaxe/Anmerkungen der Redaktion

Quellen

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Einzelnachweise