DGI:Nosokomiale Pneumonie/Klinisches Bild/Prognose: Difference between revisions

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===== <span class="mw-headline" id="Prognostische_Marker">Prognostische Marker</span> =====
Die der HAP und VAP zuschreibbare Sterblichkeit („attributable mortality“) liegt geschätzt bei ca. 10 %, ist aber wegen der i. d. R. ausgeprägten Komorbiditäten und Zeitabhängigkeit des Risikos kaum valide bestimmbar.
Zwei Drittel der tödlich verlaufenden nosokomialen Infektionen sind Pneumonien. Lactat und <span class="mw-lingo-term" data-lingo-term-id="c1b9a5bfdcf1b4b586c4953afeff622b" data-hasqtip="64">PCT</span> sind zwei wertvolle Parameter für die Abschätzung der Progression der Erkrankung. Tritt im Rahmen der <span class="mw-lingo-term" data-lingo-term-id="d8efe42bb29f789f68a2272010d551ea" data-hasqtip="65">HAP</span> ein septischer Schock auf, ist der initiale Laktatwert mit der Prognose assoziiert. Serielle Laktatmessung soll darum bei Patient:innen mit akuter Organdysfunktion aus prognostischen Gründen zur Diagnose einer Sepsis und zur Steuerung des Volumenmanagements vorgenommen werden.


Eine prognostische Wertigkeit des Verlaufes insbesondere des <span class="mw-lingo-term" data-lingo-term-id="c1b9a5bfdcf1b4b586c4953afeff622b" data-hasqtip="66">PCT</span> wurde in mehreren Studien bestätigt.
'''Negative Prognosefaktoren'''
 
* Initiale Bakteriämie
* Schwere des Lungenschadens
* Hoher Laktatwert
* Hoher SOFA-Score
* VAP durch Aspergillus (Letalität > 50 %)
 
 
'''Günstige Prognosefaktoren'''
 
* Besserung von SOFA, Laktat, CRP/PCT und Oxygenierung
 
 
'''Einflussfaktoren'''
 
Leitliniengerechte Initialtherapie und Fokussierung der Antibiotikatherapie im Verlauf scheinen positiven Einfluss auf die Prognose zu haben.
 
Bei septischem Schock im Rahmen einer HAP/VAP sollten aus prognostischen Gründen serielle Laktatmessungen zur Steuerung des Managements vorgenommen werden. Auch andere Maßnahmen des Sepsis-Managements erscheinen prognostisch wichtig.  (Siehe Sepsis Kapitel)
 
Es liegt Evidenz vor, dass die Prognose durch eine konsequente Deeskalation der antibiotischen Therapie nicht verschlechtert wird.
 
Eine antimikrobielle Kombinationstherapie der VAP oder der HAP bringt im Vergleich zu einer Monotherapie mit geeigneten und empfohlenen Präparaten keinen zusätzlichen prognostischen Nutzen.
 
Als Ausnahme ist hier der Einsatz einer empirischen Kombinationstherapie als Initialtherapie bei Patient:in:innen mit septischem Schock plus MRE-Risiko zu nennen.
 
===== Risikofaktoren für nosokomiale Pneumonien (HAP und VAP) =====
 
* Höheres Lebensalter (Alter > 65 Jahre)
* Vorbehandlung mit Antibiotika
* Immunsuppression
* Vigilanzstörungen
* Intubation und maschineller Beatmung
* Organversagen und septischer Schock
* Vorerkrankung des Respirationstraktes, inkl des Larynx/ Hypopharynx
* Thorakale oder abdominelle operative Eingriffe
* Schweres Trauma
* Nikotin-, Alkohol- und Drogenabusus
* Erkrankungen des oberen GI-Traktes
* Neurologische Erkrankungen, die mit Dysphagie u./o. Verlust der Schutzreflexe einhergehen

Latest revision as of 19:27, 27 November 2025

Die der HAP und VAP zuschreibbare Sterblichkeit („attributable mortality“) liegt geschätzt bei ca. 10 %, ist aber wegen der i. d. R. ausgeprägten Komorbiditäten und Zeitabhängigkeit des Risikos kaum valide bestimmbar.

Negative Prognosefaktoren

  • Initiale Bakteriämie
  • Schwere des Lungenschadens
  • Hoher Laktatwert
  • Hoher SOFA-Score
  • VAP durch Aspergillus (Letalität > 50 %)


Günstige Prognosefaktoren

  • Besserung von SOFA, Laktat, CRP/PCT und Oxygenierung


Einflussfaktoren

Leitliniengerechte Initialtherapie und Fokussierung der Antibiotikatherapie im Verlauf scheinen positiven Einfluss auf die Prognose zu haben.

Bei septischem Schock im Rahmen einer HAP/VAP sollten aus prognostischen Gründen serielle Laktatmessungen zur Steuerung des Managements vorgenommen werden. Auch andere Maßnahmen des Sepsis-Managements erscheinen prognostisch wichtig.  (Siehe Sepsis Kapitel)

Es liegt Evidenz vor, dass die Prognose durch eine konsequente Deeskalation der antibiotischen Therapie nicht verschlechtert wird.

Eine antimikrobielle Kombinationstherapie der VAP oder der HAP bringt im Vergleich zu einer Monotherapie mit geeigneten und empfohlenen Präparaten keinen zusätzlichen prognostischen Nutzen.

Als Ausnahme ist hier der Einsatz einer empirischen Kombinationstherapie als Initialtherapie bei Patient:in:innen mit septischem Schock plus MRE-Risiko zu nennen.

Risikofaktoren für nosokomiale Pneumonien (HAP und VAP)
  • Höheres Lebensalter (Alter > 65 Jahre)
  • Vorbehandlung mit Antibiotika
  • Immunsuppression
  • Vigilanzstörungen
  • Intubation und maschineller Beatmung
  • Organversagen und septischer Schock
  • Vorerkrankung des Respirationstraktes, inkl des Larynx/ Hypopharynx
  • Thorakale oder abdominelle operative Eingriffe
  • Schweres Trauma
  • Nikotin-, Alkohol- und Drogenabusus
  • Erkrankungen des oberen GI-Traktes
  • Neurologische Erkrankungen, die mit Dysphagie u./o. Verlust der Schutzreflexe einhergehen