DGI:Opportunistische Infektionen/HSV/Klinisches Bild/Klinische Situationen: Difference between revisions

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!'''2.2.1. Lippen, Genitale, Auge'''
!'''A) Lippen, Genitale, Auge'''
!'''2.2.2. ZNS'''
!'''B) ZNS'''
!'''2.2.3. Herpes-Disseminierung'''
!'''C) Herpes-Disseminierung'''
!'''2.2.3. Weitere Manifestationen:'''
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|HSV-1 induziert typischerweise eine Gingivostomatitis (primäre Infektion mit Fieber und Schmerzen möglich). In 10-20% kann dies jedoch auch durch HSV-2 assoziiert geschehen.
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|Zerebrale Herpesinfektionen bedingen eine Enzephalitis mit multiplen Krampfepisoden und/ oder einer Meningitis mit ggf. lumbosakraler Myeloradikulitis. Die Transmission des Virus erfolgt wahrscheinlich über den Bulbus olfactorius neurotrop ins ZNS. Vor neurologischen Symptomen bestehen gehäuft klinische oder serologische Zeichen einer mukokutanen HSV-Infektion.
|Zerebrale Herpesinfektionen bedingen eine Enzephalitis mit multiplen Krampfepisoden und/ oder einer Meningitis mit ggf. lumbosakraler Myeloradikulitis. Die Transmission des Virus erfolgt wahrscheinlich über den Bulbus olfactorius neurotrop ins ZNS. Vor neurologischen Symptomen bestehen gehäuft klinische oder serologische Zeichen einer mukokutanen HSV-Infektion.


Die Herpes-Enzephalitis ist die häufigste Form der sporadischen Herdenzephalitis in außertropischen Ländern mit 5-10% aller Virus-Enzephalitiden und zeigt einen bizyklinische Patient:innengruppe mit den dem 5. bis 30. Lebensjahr und älter als das 50. Lebensjahr.
Die Herpes-Enzephalitis ist die häufigste Form der sporadischen Herdenzephalitis in außertropischen Ländern mit 5-10% aller Virus-Enzephalitiden. Sie zeigt eine bizyklinische Patient:innengruppe mit den Gruppen zwischen dem 5. bis 30. Lebensjahr und älter als das 50. Lebensjahr.
|Selten sind Herpes Disseminierung möglich mit fulminanter Hepatitis oder Pneumonie. Gehäuft ist dies bei Immunsuppression v. a. bei HIV-Infektion (bei <100 CD4 Zellen/µl), Chemotherapie im Rahmen einer hämato-onkologischer Erkrankung, allogener Stammzell-/ Organtransplantation, Mangelernährung, ausgedehntem Ekzem und schweren Verbrennungen. In den genannten Fällen tritt meist ein schwerer Verlauf auf.
|Selten sind Herpes Disseminierung möglich mit fulminanter Hepatitis oder Pneumonie. Gehäuft ist dies bei Immunsuppression v. a. bei HIV-Infektion (bei <100 CD4 Zellen/µl), Chemotherapie im Rahmen einer hämato-onkologischer Erkrankung, allogener Stammzell-/ Organtransplantation, Mangelernährung, ausgedehntem Ekzem und schweren Verbrennungen. In den genannten Fällen tritt meist ein schwerer Verlauf auf.
|Eine HSV-1 Infektion ist eine mögliche Ursache einer peripheren Faszialisparese.
|Eine HSV-1 Infektion ist eine mögliche Ursache einer peripheren Faszialisparese.

Latest revision as of 08:21, 1 December 2021

Herpes-simplex-Virustypen (HSV-1 und HSV-2) induzieren eine orale oder genitale Infektionen. Die Übertragung erfolgt durch engen Kontakt zu infizierten Personen führend mit den Bläschen/ Läsionen bzw. spezifisch deren Sekretinhalt.

Eine Autoinokulation umliegender suszeptibler Haut durch z. B. Verletzungen ist möglich.

Erstinfektion treten zumeist als akute Herpes-Gingivostomatitis bei HSV-1 auf.

HSV ist mit 80-90 % der Fälle deutlich häufiger als HSV-2 Infektionen.

HSV-2 tritt meist im Bereich der Genitale auf.

Bedeutsam ist eine lebenslange Persistenz in Spinalganglien, daraus resultieren dann Rezidive durch z. B. vermehrte Sonnenexposition (Herpes simplex solaris), fieberhafte Erkrankungen, physischen oder emotionalen Stress, Menstruations assoziiert, konkurrierende Infektionen oder eine Immunsuppression.


Lokalisation:

A) Lippen, Genitale, Auge B) ZNS C) Herpes-Disseminierung D) Weitere Manifestationen:
HSV-1 induziert typischerweise eine Gingivostomatitis (primäre Infektion mit Fieber und Schmerzen möglich). In 10-20% kann dies jedoch auch durch HSV-2 assoziiert geschehen.

In 10-20 % treten wiederholte Infektionen -meist in derselben Lokalisation- auf, dies wird als Herpes simplex rezidivans bezeichnet und ist in der Transitionszone zwischen Haut und Lippe bzw. Mundwinkel.

Weitere Manifestationen sind eine Herpes labialis (Rezidiv bzw. Sekundärinfektion), eine Herpeskeratitis (Schmerzen, Tränenfluss, Photophobie und Hornhautgeschwüre), eine Herpesretinits, eine herpetische Nagelbettinfektion, ein Eczema herpeticatum mit potentiell auftretender bakterieller Superinfektion (Sonderform vor allem bei atopischem Ekzem).

HSV-2 Infektionen führen zu ano-genitale Läsionen ( Proktitis v. a. bei Analverkehr, Proktitis) und neonatalen Herpes-Infektion.

Zerebrale Herpesinfektionen bedingen eine Enzephalitis mit multiplen Krampfepisoden und/ oder einer Meningitis mit ggf. lumbosakraler Myeloradikulitis. Die Transmission des Virus erfolgt wahrscheinlich über den Bulbus olfactorius neurotrop ins ZNS. Vor neurologischen Symptomen bestehen gehäuft klinische oder serologische Zeichen einer mukokutanen HSV-Infektion.

Die Herpes-Enzephalitis ist die häufigste Form der sporadischen Herdenzephalitis in außertropischen Ländern mit 5-10% aller Virus-Enzephalitiden. Sie zeigt eine bizyklinische Patient:innengruppe mit den Gruppen zwischen dem 5. bis 30. Lebensjahr und älter als das 50. Lebensjahr.

Selten sind Herpes Disseminierung möglich mit fulminanter Hepatitis oder Pneumonie. Gehäuft ist dies bei Immunsuppression v. a. bei HIV-Infektion (bei <100 CD4 Zellen/µl), Chemotherapie im Rahmen einer hämato-onkologischer Erkrankung, allogener Stammzell-/ Organtransplantation, Mangelernährung, ausgedehntem Ekzem und schweren Verbrennungen. In den genannten Fällen tritt meist ein schwerer Verlauf auf. Eine HSV-1 Infektion ist eine mögliche Ursache einer peripheren Faszialisparese.

Weitere Manifestationen sind eine progressive und persistierende Ösophagitis bzw. Kolitis und perianale Ulzera.

Eine HSV assoziierte Ösophagitis ist möglich im Rahmen einer Reaktivierung aus den Neuronen des Mund-Rachen-Raumes. Meist ist der distale Ösophagus betroffen. Trigger sind schwere Erkrankungen, Corticosteroidtherapie, Chemotherapie oder Radiation dieser Region (führend Mediastinum bei Lymphomen, Mammakarzinom, Bromchialkarzinom, Ösophaguskarzinom), Refluxösophagitis. Wichtig ist ein Auftreten im Rahmen einer HIV-Infektion abzuklären (s. Kapitel HIV, Aids definierender Erkrankung).