DGI:Opportunistische Infektionen/HSV/Diagnostik/Diagnostische Schritte: Difference between revisions
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Ein Tzanck-Test ist eine mikroskopische Untersuchung nach Entnahme von Gewebematerial vom Blasengrund der Hauteffloreszenz und Färbung (z.B. nach Giemsa). Darstellbar ist der zytopathische Effekt anhand von Riesenzellen und intranuklären Einschlusskörperchen. Die Test Sensitivität ist gering und eine Differenzierung zu einer VZV- Infektionen nicht möglich und daher mittlerweile selten verwandt. | Ein Tzanck-Test ist eine mikroskopische Untersuchung nach Entnahme von Gewebematerial vom Blasengrund der Hauteffloreszenz und Färbung (z.B. nach Giemsa). Darstellbar ist der zytopathische Effekt anhand von Riesenzellen und intranuklären Einschlusskörperchen. Die Test Sensitivität ist gering und eine Differenzierung zu einer VZV- Infektionen nicht möglich und wird daher mittlerweile selten verwandt. | ||
Ein '''direkter Erregernachweis mittels PCR''' stellt den '''Goldstandard''' dar, alternativ ist der Nachweis kulturell möglich. Der Nachteil ist der assoziierte Zeitaufwand mit durchschnittlich 24-48 h. Die Kulturanlage ist indiziert bei Resistenzverdacht und Testung der Empfindlichkeit gegenüber antiviralen Medikamanten. | Ein '''direkter Erregernachweis mittels PCR''' stellt den '''Goldstandard''' dar, alternativ ist der Nachweis kulturell möglich. Der Nachteil ist der assoziierte Zeitaufwand mit durchschnittlich 24-48 h. Die Kulturanlage ist indiziert bei Resistenzverdacht und Testung der Empfindlichkeit gegenüber antiviralen Medikamanten. | ||
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Latest revision as of 08:34, 1 December 2021
Bei typischem klinischem Bild ist eine spezifische Diagnostik nur in ausgewählten Fällen erforderlich.
Zu Bedenken sind atypische Krankheitsbilder bei Patient:innen mit Immundefizienz.
Eine spezifische Diagnostik sollte stets bei ZNS-Erkrankungen, Pneumonie, Infektionen während der Schwangerschaft und des Neugeborenen erfolgen.
Ein Tzanck-Test ist eine mikroskopische Untersuchung nach Entnahme von Gewebematerial vom Blasengrund der Hauteffloreszenz und Färbung (z.B. nach Giemsa). Darstellbar ist der zytopathische Effekt anhand von Riesenzellen und intranuklären Einschlusskörperchen. Die Test Sensitivität ist gering und eine Differenzierung zu einer VZV- Infektionen nicht möglich und wird daher mittlerweile selten verwandt.
Ein direkter Erregernachweis mittels PCR stellt den Goldstandard dar, alternativ ist der Nachweis kulturell möglich. Der Nachteil ist der assoziierte Zeitaufwand mit durchschnittlich 24-48 h. Die Kulturanlage ist indiziert bei Resistenzverdacht und Testung der Empfindlichkeit gegenüber antiviralen Medikamanten.
Bei anhaltendem Verdacht insbesondere auf eine Herpesenzephalitis sollte auch bei initial negativer PCR eine erneute Punktion evaluiert werden aufgrund des vital bedrohlichen Krankheitsbildes.
Ein Antigennachweis ist durch ELISA oder direkte Immunfluoreszenz mit hoher Sensitivität möglich.
Eine Serologie ist nur bei Differenzierung einer Primär- versus Sekundärinfektion sinnvoll in der Schwangerschaft bzw. bei einer Transplantation und aus epidemiologischen Erwägungen. Eine ausbleibende Serokonversion bei bestehender Immunsuppression schließt eine Infektion nicht aus.
Die Resistenztestung sollte bei unzureichendem Therapieansprechen eingeleitet werden. Gehäuft treten relevante Resistenzen bei Immunsupprimierten auf und bei HSV-2 Stämmen.
Die Bildgebung sollte in Abhängigkeit der Klinik eingeleitet werden:
- Cerebrale Infektion: MRT mit Kontrastmittel, Funduskopie
- Pulmonal: CT und ggf. Bronchoskopie
- Endoskopie: Bei Ösophagitis