DGI:Blutstrominfektion/Gram-positive Bakterien/Enterokokken/Abstract: Difference between revisions

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Enterokokken sind Katalase-negative, Gram-positive fakultativ anaerobe Kokken. Sie sezernieren mehrere Enzyme, die bei Invasion, Etablierung und der Wirtsschädigung eine Rolle spielen (z.B. Hyaluronidase und Zytolysin A). Sie gehören zur Normalflora des Gastrointestinaltrakts, können jedoch bei Auftreten in anderen Lokalisationen zu teilweise schweren Infektionen führen. Es handelt sich dabei häufig um endogene Infektionen (z.B. Translokation aus dem Darm). Enterokokken können eine Vielzahl klinischer Krankheitsbilder verursachen, u.a. Peritonitis, Harnwegsinfektionen, aber auch Endokarditiden und Gefäßprothesen- oder sonstige Fremdkörper-assoziierte Infektionen.
Enterokokken sind Katalase-negative, Gram-positive fakultativ anaerobe Kokken. Sie sezernieren mehrere Enzyme, die bei Invasion, Etablierung und der Wirtsschädigung eine Rolle spielen (z.B. Hyaluronidase und Zytolysin A). Sie gehören zur Normalflora des Gastrointestinaltrakts, können jedoch bei Auftreten in anderen Lokalisationen zu teilweise schweren Infektionen führen. Es handelt sich dabei häufig um endogene Infektionen (z.B. Translokation aus dem Darm). Enterokokken können eine Vielzahl klinischer Krankheitsbilder verursachen, u.a. Peritonitis, Harnwegsinfektionen, aber auch Endokarditiden und Gefäßprothesen- oder sonstige Fremdkörper-assoziierte Infektionen.
Die klinisch relevantesten Enterokokkenspezies sind ''Enterococcus faecalis'' und ''Enterococcus faecium''. Enterokokken-Infektionen werden durch die Therapie mit Penicillinen, Cephalosporinen, Carbapenemen, Fluorchinolonen und Aminoglykosiden selektioniert und die Spezies hat auch Bedeutung für die Prognose einer Infektion (Kramer 2018).
Alle Enterokokken weisen eine intrinsische Resistenz gegenüber Cephalosporinen und Aminoglykosiden auf und können durch vielfältige Resistenzmechanismen häufig Resistenzen gegenüber Chinolonen und vielen anderen Antiinfektiva-Klassen aufweisen (Raza 2018). Auch Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) spielen eine zunehmende Rolle.
Faktoren, die ein Auftraten von VRE begünstigen sind: langer Krankenhausaufenthalt, Behandlung mit Breitspektrumanbtibiotika oder Vancomycin.
Es gibt gewisse Faktoren, die eher auf einen ''E. faecium'' als auf einen ''E. faecalis'' hinweisen können. Eine ''E. faecalis'' Bakteriämie ist eher assoziiert mit einer urogenitalen Infektion, während der Ursprung von ''E. faecium'' häufiger gastrointestinal und Katheter-assoziiert zu finden ist und eine Assoziation aufweist mit u.a. einer polymikrobiellen Bakteriämie und vorangegangenen Antibiotikatherapien, Transplantation und Leberzirrhose (Rosselli Del Turco E, 2020).
Insbesondere ''E. faecalis'' ist häufig Verursacher einer Endokarditis, vor allem bei Nachweis einer ambulant erworbenen BSI, sodass niedrigschwellig eine Echokardiographie durchgeführt werden sollte (Rosselli Del Turco E, 2020). Zur weiteren Differenzierung und Risikostratifizierung für das Vorliegen einer tiefsitzenden Infektion bei Nachweis von Enterokokken in der Blutkultur wurden weitergehende Scores entwickelt, z.B. der sogenannte NOVA-Score (Dahl A, 2016).
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Latest revision as of 08:17, 3 November 2022

Enterokokken sind Katalase-negative, Gram-positive fakultativ anaerobe Kokken. Sie sezernieren mehrere Enzyme, die bei Invasion, Etablierung und der Wirtsschädigung eine Rolle spielen (z.B. Hyaluronidase und Zytolysin A). Sie gehören zur Normalflora des Gastrointestinaltrakts, können jedoch bei Auftreten in anderen Lokalisationen zu teilweise schweren Infektionen führen. Es handelt sich dabei häufig um endogene Infektionen (z.B. Translokation aus dem Darm). Enterokokken können eine Vielzahl klinischer Krankheitsbilder verursachen, u.a. Peritonitis, Harnwegsinfektionen, aber auch Endokarditiden und Gefäßprothesen- oder sonstige Fremdkörper-assoziierte Infektionen.