DGI:Nosokomiale Pneumonie/Abstract: Difference between revisions

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Abkürzungsverzeichnis


AIDS: Acquired immunodeficiency syndrome
Die Nosokomiale Pneumonie (hospital-acquired pneumonia (HAP)) tritt definitionsgemäß frühestens 48 Stunden nach der stationären Aufnahme auf.  Sie wird nach Patientenkollektiv in zwei Hauptkategorien unterteilt: Spontan atmenden Patient:innen und invasiv beatmeten Patient:innen (VAP, ventilator-associated pneumonia), wobei die meisten Daten zur Pneumonie unter Beatmung vorliegen.


AMT: Antimikrobielle Therapie
Typische Symptome sind Fieber, Husten und Dyspnoe; bei beatmeten Patient:innen kann sich die Pneumonie jedoch auch durch eine Verschlechterung der Sauerstoffversorgung und vermehrtes Trachealsekret äußern.


ARDS: Acute respiratory distress syndrome
Die Diagnose wird gestellt über ein neues, persistierendes oder progredientes Lungeninfiltrat in Kombination mit zwei von drei Kriterien (Leukozyten >10.000 oder <4000/µl, Fieber >38,3 °C, purulentes Sekret).


ATS: American Thoracic Society
Zur Diagnosesicherung und für das weitere Management einer nosokomialen Pneumonie sollten – wenn möglich- Proben aus tiefem Bronchialsekret bzw. eine brochoalveoläre Lavage entnommen werden. Außerdem sollten Blutkulturen abgenommen werden, um eine Bakteriämie zu erkennen und einen möglichen extrapulmonalen Infektionsfokus zu klären.


BAL: ronchoalveoläre Lavage
Die häufigsten Erreger sind ''Staphylococcus aureus'' sowie gramnegative Stäbchen aus der Familie der ''Enterobacterales'', zu denen unter anderem Escherichia coli und Klebsiella spp. gehören.


BLI: Betalaktamase-Inhibitor
Die Therapie muss in Abhängigkeit vom Schweregrad des Krankheitsbildes schnell eingeleitet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Identifikation der therapierelevanten Risikofaktoren, also dem Vorliegen eines septischen Schocks und dem Risiko für multiresistente Erreger (MRE) und Pseudomonas aeruginosa. Zu den Risikofaktoren für Letztere zählen ARDS, eine laufende Dialyse sowie eine innerhalb der letzten 30 Tage durchgeführte antibiotische Therapie


CAP: Community aquired pneumonia
Aspekte des Antimicrobial Stewardship (AMS) sollten zur Therapieoptimierung sowie zur Vermeidung von Kollateralschäden und Resistententwicklung beachtet werden.


COP: Cryptogenic organizing pneumonia
Dieser Artikel wurde im März 2025 überarbeitet. Die neuen Aspekte der im Januar 2024 veröffentlichten S3-Leitlinie zur HAP wurden integriert.
 
COPD: Chronic obstructive pulmonary disease
 
CRE: Carbapenem-resistente Enterobacteriaceae
 
CT: Computertomographie
 
DD: Differenzialdiagnose
 
ESBL: Extended spectrum betalactamases
 
EUCAST: European committee on antimicrobial susceptibility testing
 
FQ: Fluorquinolones
 
G-CSF: Granulocyte colony-stimulating factor
 
HAP:  Hospital acquired pneumonia
 
HCAP: Healthcare associated pneumonia
 
ICU:  Intensive Care Unit
 
IL:  Interleukin
 
IST: Intensivstation
 
KG:  Körpergewicht
 
KISS: Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System
 
KRINKO: Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch Instituts
 
LL: Leitlinie
 
MRE: Multiresistente Erreger
 
MRGN: Multiresistente gramnegative Erreger
 
MRSA: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
 
MSSA: Methicillin-sensibler Staphylococcus aureus
 
OK: Oberkörper
 
PCT: Procalcitonin
 
PEG: Perkutane endoskopische Gastrostomie
 
PPI: Protonenpumpen-Inhibitor
 
qSOFA: Quick Sepsis-Related Organ Failure Assessment
 
Rö: Röntgen
 
SARS-CoV-2: Severe Acute Respiratory Syndrome coronavirus type 2
 
SOFA: Sepsis Related Organ Failure Assessment
 
sTREM-1: Soluble triggering receptor expressed on myeloid cells 1
 
VAP: Ventilator-associated pneumonia
 
VAT: Ventilator-associated tracheobronchitis
 
 
 
Die nosokomiale Pneumonie ist eine im Krankenhaus erworbene Pneumonie, die sich frühestens 48 h nach stationärer Aufnahme entwickelt. Nosokomiale Pneumonien des spontan atmenden Patienten müssen von solchen unter invasiver Beatmung unterschieden werden. Die meisten verfügbaren Daten beziehen sich jedoch auf die Pneumonie unter Beatmung. Zu den meist unspezifischen Symptomen und Beschwerden gehören Fieber, Husten, Dyspnoe und Verwirrtheit. Bei beatmeten Patienten kann sich die Pneumonie jedoch auch als Verschlechterung der Oxygenierung und Vermehrung von Trachealsekret äußern. Die Diagnose wird aufgrund des klinischen Bildes und Röntgenthoraxbefundes vermutet und anhand von Blutkulturen oder von gewonnenem Material aus dem unteren Respirationstrakt bestätigt. Die häufigsten Erreger sind gramnegative Stäbchen und Staphylococcus aureus. Die Therapie muss möglichst rasch aber nach entsprechender Diagnostik anhand des vermuteten bzw. nachgewiesenen Keimspektrums, den aktuellen Resistenzprofilen und bestimmten klinischen Risikofaktoren der Patienten erfolgen. Durch regelhafte Reevaluationen des Verlaufs der Erkrankung und der eintreffenden Befunde muss die Therapie entsprechend modifiziert werden. Erhöhte Risikofaktoren für Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) müssen erkannt und die Therapiestrategie ggf. entsprechend angepasst werden.

Latest revision as of 09:22, 13 August 2025

Die Nosokomiale Pneumonie (hospital-acquired pneumonia (HAP)) tritt definitionsgemäß frühestens 48 Stunden nach der stationären Aufnahme auf. Sie wird nach Patientenkollektiv in zwei Hauptkategorien unterteilt: Spontan atmenden Patient:innen und invasiv beatmeten Patient:innen (VAP, ventilator-associated pneumonia), wobei die meisten Daten zur Pneumonie unter Beatmung vorliegen.

Typische Symptome sind Fieber, Husten und Dyspnoe; bei beatmeten Patient:innen kann sich die Pneumonie jedoch auch durch eine Verschlechterung der Sauerstoffversorgung und vermehrtes Trachealsekret äußern.

Die Diagnose wird gestellt über ein neues, persistierendes oder progredientes Lungeninfiltrat in Kombination mit zwei von drei Kriterien (Leukozyten >10.000 oder <4000/µl, Fieber >38,3 °C, purulentes Sekret).

Zur Diagnosesicherung und für das weitere Management einer nosokomialen Pneumonie sollten – wenn möglich- Proben aus tiefem Bronchialsekret bzw. eine brochoalveoläre Lavage entnommen werden. Außerdem sollten Blutkulturen abgenommen werden, um eine Bakteriämie zu erkennen und einen möglichen extrapulmonalen Infektionsfokus zu klären.

Die häufigsten Erreger sind Staphylococcus aureus sowie gramnegative Stäbchen aus der Familie der Enterobacterales, zu denen unter anderem Escherichia coli und Klebsiella spp. gehören.

Die Therapie muss in Abhängigkeit vom Schweregrad des Krankheitsbildes schnell eingeleitet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Identifikation der therapierelevanten Risikofaktoren, also dem Vorliegen eines septischen Schocks und dem Risiko für multiresistente Erreger (MRE) und Pseudomonas aeruginosa. Zu den Risikofaktoren für Letztere zählen ARDS, eine laufende Dialyse sowie eine innerhalb der letzten 30 Tage durchgeführte antibiotische Therapie

Aspekte des Antimicrobial Stewardship (AMS) sollten zur Therapieoptimierung sowie zur Vermeidung von Kollateralschäden und Resistententwicklung beachtet werden.

Dieser Artikel wurde im März 2025 überarbeitet. Die neuen Aspekte der im Januar 2024 veröffentlichten S3-Leitlinie zur HAP wurden integriert.