DGI:Blutstrominfektion/Gram-positive Bakterien/Staphylokokken/Diagnostik: Difference between revisions

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Bei chronischen Infektionen (Osteomyelitis, Gelenkprothesen-Infektionen, Endokarditis) können sogenannte „small colony variants“ auftreten, die durch langsames Wachstum und einen veränderten Stoffwechsel charakterisiert sind. Dies kann sowohl die Diagnostik als auch bei geringerer Empfindlichkeit gegenüber einigen Antibiotika die Therapie erschweren.  
Bei chronischen Infektionen (Osteomyelitis, Gelenkprothesen-Infektionen, Endokarditis) können sogenannte „small colony variants“ auftreten, die durch langsames Wachstum und einen veränderten Stoffwechsel charakterisiert sind. Dies kann sowohl die Diagnostik als auch bei geringerer Empfindlichkeit gegenüber einigen Antibiotika die Therapie erschweren.  


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=====Staphylococcus lugdunensis=====
=====Staphylococcus lugdunensis=====
Sichere Identifikationsmöglichkeit mittels MALDI-TOF. Erregeranzucht aus klinischen Materialien mit fehlendem Nachweis von Koagulase. Wegen des möglichen Vorhandenseins von „clumping factor“ kann es sonst zu Verwechslungen mit S. aureus kommen.  
Die sichere Identifikationsmöglichkeit erfolgt mittels MALDI-TOF. Ziel ist die Erregeranzucht aus klinischen Materialien mit fehlendem Nachweis von Koagulase. Wegen des möglichen Vorhandenseins von „clumping factor“ kann es sonst zu Verwechslungen mit S. aureus kommen.  




=====Staphylococcus epidermidis und sonstige Koagulase-negative Staphylokokken=====
=====Staphylococcus epidermidis und sonstige Koagulase-negative Staphylokokken=====
Erregeranzucht aus Blutkulturen, Materialien vom Implantationsort (Gewebeproben, Dialysat, Liquor, Wundabstriche) und von implantiertem Material selbst. Die Differenzierung zu ''S. aureus'' erfolgt durch den fehlenden Nachweis von clumping factor, Protein A oder Plasmakoagulase. Eine sichere Identifikation und Differenzierung innerhalb der Koagulase-negativen Staphylokokken erfolgt routinemäßig mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie.
Die Erregeranzucht wird aus Blutkulturen, Materialien vom Implantationsort (Gewebeproben, Dialysat, Liquor, Wundabstriche) und von implantiertem Material selbst nachgewiesen. Die Differenzierung zu ''S. aureus'' erfolgt durch den fehlenden Nachweis von clumping factor, Protein A oder Plasmakoagulase. Eine sichere Identifikation und Differenzierung innerhalb der Koagulase-negativen Staphylokokken erfolgt routinemäßig mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie.


Als Hauptbestandteil der physiologischen Hautflora stellt der Nachweis des Bakteriums häufig eine Kontamination dar. Dies gilt sowohl für Abstriche als auch für Blutkulturen und transkutan gewonnene Materialien. Für eine ätiologische Bedeutung als Infektionserreger spricht wie bei allen Koagulase-negativen Staphylokokken der Nachweis aus mehreren unabhängig voneinander gewonnenen Proben.
Als Hauptbestandteil der physiologischen Hautflora stellt der Nachweis des Bakteriums häufig eine Kontamination dar. Dies gilt sowohl für Abstriche als auch für Blutkulturen und transkutan gewonnene Materialien. Für eine ätiologische Bedeutung als Infektionserreger spricht wie bei allen Koagulase-negativen Staphylokokken der Nachweis aus mehreren unabhängig voneinander gewonnenen Proben.
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Latest revision as of 08:21, 3 November 2022

Staphylococcus aureus

Kulturelle Anzucht auf Blutagar mit Nachweis der Koagulasebildung und Speziesbestätigung via MALDI-TOF-Massenspektrometrie. Der Nachweis erfolgt in der Blutkultur und aus Proben eines vermuteten Fokus. Im Rahmen der S. aureus Bakteriämie (SAB) sollten täglich Folge-Blutkulturen bis zur Negativität entnommen werden. Auf Grund der hohen Virulenz des Erregers ist bereits der Nachweis von S. aureus in nur einer Blutkultur als relevant zu betrachten und erfordert eine entsprechende Therapie.

Da eine SAB durch einen bislang nicht bekannten Fokus verursacht werden kann und andererseits bei bestehender SAB auch eine Absiedelung des Erregers an z.B. Fremdmaterialien oder anderen Oberflächen möglich ist, kommt der Fokussuche eine besondere Bedeutung zu. Dazu gehört in aller Regel die TEE sowie ggf. weitere diagnostische Prozeduren wie CCT, WS-CT bis hin zum PET-CT. Eine Echokardiographie sollte bei jeder SAB erfolgen, bei weiterhin bestehendem Endokarditisverdacht sollte eine Kontrollechokardiographie erfolgen.

Bei chronischen Infektionen (Osteomyelitis, Gelenkprothesen-Infektionen, Endokarditis) können sogenannte „small colony variants“ auftreten, die durch langsames Wachstum und einen veränderten Stoffwechsel charakterisiert sind. Dies kann sowohl die Diagnostik als auch bei geringerer Empfindlichkeit gegenüber einigen Antibiotika die Therapie erschweren.

  Eckpunkte:

  • Kontroll-BK bis zur Negativität, mindestens alle 48h
  • Obligate Durchführung eines TEE, bei nicht eindeutigem Befund und weiterhin bestehendem klinischen Verdacht Kontrolle nach 7d
  • Fokussuche und Suche nach septischen Metastasen: ggf. CT der WS, PET-CT, Konsile Wirbelsäulenchirurgie / Orthopädie / Unfallchirurgie
  • Kontrolle der Vitalparameter und Infektionsparameter


Staphylococcus lugdunensis

Die sichere Identifikationsmöglichkeit erfolgt mittels MALDI-TOF. Ziel ist die Erregeranzucht aus klinischen Materialien mit fehlendem Nachweis von Koagulase. Wegen des möglichen Vorhandenseins von „clumping factor“ kann es sonst zu Verwechslungen mit S. aureus kommen.


Staphylococcus epidermidis und sonstige Koagulase-negative Staphylokokken

Die Erregeranzucht wird aus Blutkulturen, Materialien vom Implantationsort (Gewebeproben, Dialysat, Liquor, Wundabstriche) und von implantiertem Material selbst nachgewiesen. Die Differenzierung zu S. aureus erfolgt durch den fehlenden Nachweis von clumping factor, Protein A oder Plasmakoagulase. Eine sichere Identifikation und Differenzierung innerhalb der Koagulase-negativen Staphylokokken erfolgt routinemäßig mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie.

Als Hauptbestandteil der physiologischen Hautflora stellt der Nachweis des Bakteriums häufig eine Kontamination dar. Dies gilt sowohl für Abstriche als auch für Blutkulturen und transkutan gewonnene Materialien. Für eine ätiologische Bedeutung als Infektionserreger spricht wie bei allen Koagulase-negativen Staphylokokken der Nachweis aus mehreren unabhängig voneinander gewonnenen Proben.