DGI:Nosokomiale Pneumonie/Prophylaxe und Prävention: Difference between revisions

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Bedingt durch die nicht eindeutigen Diagnosekriterien ist ein Endpunkt für Interventionsstudien zur Prävention der VAP / HAP oftmals schwierig zu definieren. Zudem ist das Patientenkollektiv sehr heterogen, so dass auch die Studienergebnisse häufig nicht eindeutig sind. Es sollte ein Maßnahmen-Bündel zur Prävention  etabliert werden. Gemäß der Studienlage und der KRINKO Empfehlungen sollten außer den üblichen Maßnahmen zur Vorhaltung von Personal, Einhaltung der Basishygiene, Surveillance und Schulung folgende Komponenten einfließen:


<span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Bedingt durch die nicht eindeutigen Diagnosekriterien ist ein Endpunkt für Interventionsstudien zur Prävention der VAP oftmals schwierig zu definieren. Zudem ist das Patient:innenkollektiv sehr heterogen, so dass auch die Studienergebnisse häufig heterogen sind. Insbesondere einzelne Maßnahmen sollten nicht überbewertet, sondern ein Maßnahmen-Bündel zur Prävention der VAP etabliert werden. Gemäß der KRINKO Empfehlungen sollten die folgenden Komponenten darin eine Rolle spielen:</span>
Die wichtigste Maßnahme zur Prävention der nicht-ventilator-assoziierten HAP ist eine suffiziente Mund- und Prothesenpflege (idealerweise Etablierung von Mundpflegeprotokollen) bei Risikopatienten und ein frühzeitiges Dysphagiescreening


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Händehygiene = wichtigste Maßnahme</span>
● Zur HAP-Prävention tragen ebenfalls die frühe Mobilisierung, möglichst mit Einbindung der Physiotherapieabteilung, und das tgl. Atemtraining sowie die Aufklärung und Einbindung von Patient:in:innen und Angehörigen bei
* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Mitarbeiter:innen-Schulung, ausreichend Personal, Surveillance</span>


* <span class="ve-pasteProtect" style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt;font-family:Symbol; mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt;font-family:Symbol;\nmso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol&quot;}"><span class="ve-pasteProtect" style="mso-list:Ignore" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;mso-list:Ignore&quot;}"><span class="ve-pasteProtect" style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;font:7.0pt \&quot;Times New Roman\&quot;&quot;}"> </span></span></span><span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Beatmungssystem-Wechsel alle 7d (außer bei Verschmutzung, Defekt)</span>
● Strenge Indikationsstellung bei Protonenpumpeninhibitoren.


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Befeuchtung: hygienisch einwandfreies Handling, keine Überlegenheit aktiver oder passiver Systeme</span>
● Bei Anwendung von Sondenkost eine langsame und kontinuierliche Gabe.


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Endotrachealtuben mit subglottischer Sekretdrainage, orotracheal, geblockt; keine Empfehlung für Beschichtungen, besondere Geometrie oder Materialien</span>
Im Rahmen der VAP-Prävention sind weitere / zusätzliche Maßnahmen sinnvoll:


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Absaugen unter aseptischen Kautelen mit sterilen Materialien, keine Überlegenheit offener oder geschlossener Systeme</span>
● Aseptischer Umgang mit Beatmungszubehör und  Absaugen sowie Medikamentenvernebelung unter aseptischen Kautelen sowie ein Beatmungssystem-Wechsel nicht öfter als alle 7d (außer bei Verschmutzung, Defekt). Es konnte keine Überlegenheit geschlossener oder offener Absaugsysteme gezeigt werden.


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Medikamentenvernebelung unter aseptischen Kautelen</span>
● Die Mund- und Zahnpflege sollte 1x pro Schicht erfolgen. Ob dabei antiseptische Substanzen für die Mundpflege zum Einsatz kommen sollten, ist derzeit in Diskussion.


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Keine OK-Hochlage, Wahl der Lagerung unter klinischen Aspekten, es scheint einen Vorteil einer seitlichen OK-Tieflage zu geben.</span>
● Atemgasbefeuchtung: Auch hierbei ist ein aseptisches Handling erforderlich.  Derzeit gibt es keine Evidenz für die  Überlegenheit aktiver oder passiver Systeme.


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Regelmäßige (1x pro Schicht) antiseptische Mundpflege</span>
● Endotrachealtuben mit subglottischer Sekretdrainage bei erwarteter Beatmungsdauer > 72h, keine Empfehlung für Beschichtungen, besondere Geometrie oder Materialien. Der Cuffdruck sollte zwischen 20 und 30 cmH2O liegen und einmal pro Schicht oder kontinuierlich kontrolliert werden.


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Bevorzugung enteraler Ernährung, keine Empfehlung für Probiotika</span>
● Die Wahl der Lagerung sollte unter klinischen Aspekten erfolgen.   Für eine Senkung der Pneumonierate durch OK-Hochlagerung gibt es derzeit keine Evidenz. Bevorzugung enteraler Ernährung, keine Empfehlung für Probiotika; möglichst Verzicht auf Stressulkusprophylaxe, insbesondere bei enteraler Ernährung


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Selektive Darmdekontamination: Evidenz für präventiven Nutzen aus einem Niedriginzidenzland, jedoch Gefahr der Resistenzentwicklung</span>
Selektive Darmdekontamination: Evidenz für präventiven Nutzen aus einem Niedriginzidenzland, jedoch Gefahr der Resistenzentwicklung


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Möglichst Verzicht auf Stressulkusprophylaxe, insbesondere bei enteraler Ernährung</span>
● Die Beatmungsdauer sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Sedierungsdauer und –tiefe so wählen, dass Extubation möglichst frühzeitig erfolgen kann. Dazu sollten Sedierungs- und Weaningprotokolle mit tgl. Spontanatmungs- und Aufwachversuchen etabliert werden. Wann immer medizinisch möglich Erwägen der nicht-invasiven Beatmung. Wenn eine Intubation erforderlich ist, ist die orotracheale gegenüber der nasalen Intubation zu bevorzugen.


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Kurze Beatmungsdauer und möglichst Bevorzugen nichtinvasiver Beatmung, Sedierungsdauer und –tiefe so wählen, dass Extubation möglichst frühzeitig erfolgen kann.</span>
● Auch im Rahmen der VAP-Prävention ist eine frühe Mobilisation von Bedeutung. Hierbei können auch Prähabilitationsprogramme unter Einbeziehen der Physiotherapieabteilung, die dem Patient:in:innen bereits präoperativ das Erlernen von Atemübungen ermöglichen, sinnvoll sein.


* <span class="ve-pasteProtect" style="color: black" data-ve-attributes="{&quot;style&quot;:&quot;color: black&quot;}">Bei Patient:innen mit hohem Risiko: Impfung gegen Pneumokokken</span>
Bei Patient:in:innen mit hohem Risiko: Impfung gegen Pneumokokken

Latest revision as of 22:45, 1 December 2025

Bedingt durch die nicht eindeutigen Diagnosekriterien ist ein Endpunkt für Interventionsstudien zur Prävention der VAP / HAP oftmals schwierig zu definieren. Zudem ist das Patientenkollektiv sehr heterogen, so dass auch die Studienergebnisse häufig nicht eindeutig sind. Es sollte ein Maßnahmen-Bündel zur Prävention  etabliert werden. Gemäß der Studienlage und der KRINKO Empfehlungen sollten außer den üblichen Maßnahmen zur Vorhaltung von Personal, Einhaltung der Basishygiene, Surveillance und Schulung folgende Komponenten einfließen:

Die wichtigste Maßnahme zur Prävention der nicht-ventilator-assoziierten HAP ist eine suffiziente Mund- und Prothesenpflege (idealerweise Etablierung von Mundpflegeprotokollen) bei Risikopatienten und ein frühzeitiges Dysphagiescreening

● Zur HAP-Prävention tragen ebenfalls die frühe Mobilisierung, möglichst mit Einbindung der Physiotherapieabteilung, und das tgl. Atemtraining sowie die Aufklärung und Einbindung von Patient:in:innen und Angehörigen bei

● Strenge Indikationsstellung bei Protonenpumpeninhibitoren.

● Bei Anwendung von Sondenkost eine langsame und kontinuierliche Gabe.

Im Rahmen der VAP-Prävention sind weitere / zusätzliche Maßnahmen sinnvoll:

● Aseptischer Umgang mit Beatmungszubehör und  Absaugen sowie Medikamentenvernebelung unter aseptischen Kautelen sowie ein Beatmungssystem-Wechsel nicht öfter als alle 7d (außer bei Verschmutzung, Defekt). Es konnte keine Überlegenheit geschlossener oder offener Absaugsysteme gezeigt werden.

● Die Mund- und Zahnpflege sollte 1x pro Schicht erfolgen. Ob dabei antiseptische Substanzen für die Mundpflege zum Einsatz kommen sollten, ist derzeit in Diskussion.

● Atemgasbefeuchtung: Auch hierbei ist ein aseptisches Handling erforderlich.  Derzeit gibt es keine Evidenz für die  Überlegenheit aktiver oder passiver Systeme.

● Endotrachealtuben mit subglottischer Sekretdrainage bei erwarteter Beatmungsdauer > 72h, keine Empfehlung für Beschichtungen, besondere Geometrie oder Materialien. Der Cuffdruck sollte zwischen 20 und 30 cmH2O liegen und einmal pro Schicht oder kontinuierlich kontrolliert werden.

● Die Wahl der Lagerung sollte unter klinischen Aspekten erfolgen.   Für eine Senkung der Pneumonierate durch OK-Hochlagerung gibt es derzeit keine Evidenz. Bevorzugung enteraler Ernährung, keine Empfehlung für Probiotika; möglichst Verzicht auf Stressulkusprophylaxe, insbesondere bei enteraler Ernährung

● Selektive Darmdekontamination: Evidenz für präventiven Nutzen aus einem Niedriginzidenzland, jedoch Gefahr der Resistenzentwicklung

● Die Beatmungsdauer sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Sedierungsdauer und –tiefe so wählen, dass Extubation möglichst frühzeitig erfolgen kann. Dazu sollten Sedierungs- und Weaningprotokolle mit tgl. Spontanatmungs- und Aufwachversuchen etabliert werden. Wann immer medizinisch möglich Erwägen der nicht-invasiven Beatmung. Wenn eine Intubation erforderlich ist, ist die orotracheale gegenüber der nasalen Intubation zu bevorzugen.

● Auch im Rahmen der VAP-Prävention ist eine frühe Mobilisation von Bedeutung. Hierbei können auch Prähabilitationsprogramme unter Einbeziehen der Physiotherapieabteilung, die dem Patient:in:innen bereits präoperativ das Erlernen von Atemübungen ermöglichen, sinnvoll sein.

● Bei Patient:in:innen mit hohem Risiko: Impfung gegen Pneumokokken