DGI:Opportunistische Infektionen/Kryptokokkose/Diagnostik/Differentialdiagnosen: Difference between revisions

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Revision as of 14:27, 27 September 2021

Differentialdiagnosen

Differentialdiagnose der cerebralen Kryptokokkose (Bildgebung und Liqorbefund), modifiziert nach Tan et al.16
Differntialdiagnose Verdrängender Effekt CD4-Zellzahl (HIV) Anteil solitäre Läsionen Lokalisation Enhancement im cCT / cMRT Sonstige Merkmale Liquorbefund
Zerebrale Toxoplasmose häufig < 200/µl Häufig multiple Läsionen frontal, Basal- ganglien, parietal häufig ringförmiges Enhancement Durchmesser 1-2 cm      

Zeit von Symptombeginn bis zur klinischen räsentation: Tage

Eine negative Toxoplasmose-Serologie macht eine cerebrale Toxoplasmose unwahrscheinlich, jedoch kein Auschlusskriterium.

Zellpopulation: normal bis lymphozytäre Pleozytose    Glucose: normal bis erniedrigt Protein: normal bis erhöhtSonstiges: Toxoplasmose PCR aus dem Liquor – Sensitivität 50-80% und Spezifität 100%
Progressiv multifokale Leukenzephalopathie (PML) selten < 100/µl, gelegentlich auch höher häufig solitär (50%) subcortical weisse Substanz, Cerebellum, Hirnstamm ca. 25% mit Enhancement (insbesondere bei IRIS) s>(T2 Wichtung): Hyperintense Areale in der weissen Substanz (T1-Wichtung): Hypointense Läsionen mit Aussprachung der Kortikalis       Zeit von Symptombeginn bis zur klinischen Präsentation: Wochen bis Monate, selten akut mit dem Bild eines Apoplex Zellpopulation: normal bis selten lymphozytäre Pleozytose    Glucose: normal                   Protein: normal bis erhöhtSonstiges: JC-PCR aus dem Liquor – Sensitivität 50-90% und Spezifität 90-100%
Lymphom des ZNS häufig < 100/µl häufig solitär (50%) periventrikulär, frontal, Cerebellum, temporal häufig, heterogenes Enhancement In der Regel > 3cm Durchmesser                   Zeit von Symptombeginn bis zur klinischen Präsentation: Wochen Zellpopulation: normal bis lymphozytäre Pleozytose, FACS-Analyse – Nachweis von monoklonalen Lymphozyten Glucose: normal                      Protein: normal bis erhöhtSonstiges: EBV-PCR aus dem Liquor – Sensitivität 100% und Spezifität 50%.
CMV-Infektion nein < 50/µl - periventrikulär Enhancement in > 50% der Fälle unauffälliges MRT             Zeit von Symptombeginn bis zur klinischen Präsentation: Tage Zellpopulation: normal, selten erhöhte Neutrophilenzahl         Glucose: normal                   Protein: normal bis erhöhtSonstiges: CMV-PCR aus dem Liquor – Sensitivität > 90% und Spezifität >90%
Zerebrale Kryptokokkose kommunizierender Hydrocephalus durch erhöhten intrakranialer Druck < 100/µl, (selten < 200/µl) häufig multiple Läsionen (Kryptokokkome) Basalganglien Leptomeningeales Enhancement, insbesondere bei IRIS häufig „ punched-out” zystische Läsionen          Zeit von Symptombeginn bis zur klinischen Präsentation: Tage Zellpopulation: normal bis lymphozytäre Pleozytose          Glucose: normal bis erniedrigt                 Protein: normal bis erhöht
HSV-Infektion minimal variabel - Temporallappen häufig Enhancement Beteiligung des Hirnstamms, Kleinhirn, Diencephalon und der periventrikulären Regionen.                          Zeit von Symptombeginn bis zur klinischen Präsentation: Tage Zellpopulation: in der Regel lymphozytäre Pleozytose      Glucose: normal                       Protein: normal bis erhöht
Tuberkulose des ZNS Hydrocephalus möglich variabel Tuberkulome treten häufig multiple auf TB- Meningitis: Infratentoriell mit Basalganglien-/Corticalinfarkten 50% basales Enhancement Hämorrhagien, Tuberkulome oder Abszesse möglich      Zeit von Symptombeginn bis zur klinischen Präsentation: Tage bis Wochen Zellpopulation: in der Regel lymphozytäre Pleozytose      Glucose: erniedrigt                  Protein: normal bis deutlich erhöht                           Sonstiges: Laktat erhöht, schwere Schrankenstörung, IGA-Dominanz(Immunglobulinsynthese), häufig auch pulmonale Beteiligung (CT-Thorax)
Hirnabszess möglich variabel sowohl solitär als auch multiple Läsionen z.B. im Rahmen einer Endokarditis möglich supratentoriell, insb. im Frontal- und Parietallappen, subkortikal T1-Sequenz mit KM: ringförmiges Enhancement DWI-Sequenz: Hyperintenses zentrales Areal                             Zeit von Symptombeginn bis zur klinischen Präsentation: Tage (bei begleitender Meningitis) Zellpopulation: in der Regel granulozytäre Pleozytose      Glucose: erniedrigt                  Protein: normal bis deutlich erhöht