DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Vorzeitiger Blasensprung/Klinisches Bild: Difference between revisions

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Revision as of 17:43, 12 April 2022

Klinisches Bild

Tröpfelndes oder schwallartiges Austreten von Fruchtwasser aus der Vagina Der vorzeitige Blasensprung kommt in ca. 8 bis 10%, der frühe vorzeitige Blasensprung in ca. 3% aller Schwangerschaften vor. Hiervon fallen 0,5% auf den Zeitraum vor der 27. SSW, 1% zwischen die 27. und 34. SSW und 1% zwischen die 34. und 37. SSW Der frühe vorzeitige Blasensprung ist ein Risikofaktor für eine Frühgeburt. So entbinden 50% der Schwangeren innerhalb von 7 Tagen nach PPROM. Je nach Gestationsalter muss ein die Möglichkeit der Prolongation der Schwangerschaft mit geringerer Frühgeburts-bedingter Morbidität gegen das Risiko eines Amnioninfektionssyndroms abgewogen werden. Nach Möglichkeit sollte vor 34 + 0 SSW die Schwangerschaft zumindest bis zum Abschluss der Lungenreifeinduktion prolongiert werden, sofern kein Verdacht auf Amnioninfektionssyndrom besteht. Eine Kohortenstudie erbrachte bei Schwangeren mit B-Streptokokken negativem Befund eine mediane Schwangerschaftsverlängerung von 6,1 Tagen. Hierbei betrug die kumulative Entbindungsrate nach:

  • 48 Stunden: 27%
  • 7 Tagen: 56%
  • 14 Tagen: 76%
  • 21 Tagen: 86%,

wobei ein inverses Verhältnis der Latenzzeit von Schwangerschaftsalter und Geburt vorliegt.

Weitere mögliche Komplikationen sind:

  • Triple I (Chorioamnionitis, Amnioninfektionssyndrom) im weiteren Schwangerschaftsverlauf bei 15 - 20%
  • Postpartale Infektion von Mutter (Uterus) und/oder Kind (Sepsis) nochmals 15 - 20%
  • Maternale Sepsis 1%
  • Vorzeitige Plazentalösung 4 - 12%
  • Nabelschnurkompression (Nabelschnurvorfall extrem selten)
  • Postpartale Blutung

Der vorzeitige Blasensprung mehr als 12 Stunden vor Eintreten Zervix-wirksamer Wehen stellt eine erhöhte Gefahr für aszendierende Infektionen dar. Hierzu zählen insbesondere:

  • Chorioamnionitis
  • Endometritis