DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Dammriss/Klinisches Bild: Difference between revisions
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Revision as of 19:17, 12 April 2022
Klinisches Bild
Unter dem "Damm" versteht man die Region zwischen den äußeren Geschlechtsorganen und des Anus. Unter der Geburt kann es aufgrund der starken Dehnung zu einem Einreißen des Damms unter Beteiligung der Scheidenhaut, der Beckenbodenmuskulatur sowie des M. sphincter ani kommen. Der Dammriss ist eine der häufigsten Geburtsverletzungen. Je nach Ausprägung werden vier Schweregrade unterschieden.
| Grad | Beschreibung |
|---|---|
| I | Riss von Cutis und Subcutis ohne Beteiligung der Dammuskulatur |
| II | Riss der Dammuskulatur ohne Beteiligung des M. sphincter ani externus |
| IIIa | M. sphincter ani externus < 50% durchtrennt |
| IIIb | M. sphincter ani externus > 50% durchtrennt |
| IIIc | M. sphincter ani externus durchtrennt unter Beteiligung des M. sphincter ani internus |
| IV | zusätzliche Beteiligung des Rektums |
Postpartal kann es zu folgenden Symptomen kommen, welche im Verlauf von Jahren bis Jahrzehnten nach der Geburt an Häufigkeit zunehmen können:
- Gestörter Stuhldrang
- Flatusinkontinenz
- Selten: Inkontinenz für nicht festen oder auch festen Stuhl
Die Inzidenz für einen Dammriss Grad III lag in Deutschland (2017) bei 1,74% und für einen Dammriss Grad IV bei 0,12%. Ein systemisches Review von Dudding et al. ergab eine Inzidenz für Läsionen der Mm. sphincter ani externi et interni von 11%. 60 bis 80% der Fälle sind nach einem Jahr asymptomatisch, allerdings können in 19 bis 36% sonographisch Sphincterdefekte nachgewiesen werden. Die klinische Bedeutung hierzu ist aber unklar. Die Rate an Wundheilungsstörungen wird mit 8% angegeben[1].
- ↑ Guidelines of the Royal Collage of Obstetricians & Gynaecologists. The Management of Third- and Fourth-Degree perineal tears. 2015