DGI:Nosokomiale Pneumonie/Diagnostik: Difference between revisions

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<span style="color: #000000"><big>Patientenspezifische Risikofaktoren für nosokomiale Pneumonien</big> </span>
<span style="color: #000000"><big>'''Patientenspezifische Risikofaktoren für nosokomiale Pneumonien'''</big> </span>


<span style="color: #000000">Gefährdet, an einer nosokomialen Pneumonie zu erkranken, sind vor allem Patienten mit folgenden Charakteristika:</span>
<span style="color: #000000">Gefährdet, an einer nosokomialen Pneumonie zu erkranken, sind vor allem Patienten mit folgenden Charakteristika:</span>


* <span style="color: #000000">Höheres Lebensalter (Alter > 65 Jahre)</span>
*<span style="color: #000000">Höheres Lebensalter (Alter > 65 Jahre)</span>
* <span style="color: #000000">Vorbehandlung mit Antibiotika</span>
*<span style="color: #000000">Vorbehandlung mit Antibiotika</span>
* <span style="color: #000000">Immunsuppression</span>
*<span style="color: #000000">Immunsuppression</span>
* <span style="color: #000000">Koma</span>
*<span style="color: #000000">Koma</span>
* <span style="color: #000000">Längere Dauer von Intubation und maschineller Beatmung</span>
*<span style="color: #000000">Längere Dauer von Intubation und maschineller Beatmung</span>
* <span style="color: #000000">Organversagen und septischer Schock</span>
*<span style="color: #000000">Organversagen und septischer Schock</span>
* <span style="color: #000000">Vorerkrankung des Respirationstraktes</span>
*<span style="color: #000000">Vorerkrankung des Respirationstraktes</span>
* <span style="color: #000000">Thorakale oder abdominale operative Eingriffe</span>
*<span style="color: #000000">Thorakale oder abdominale operative Eingriffe</span>
* <span style="color: #000000">Schweres Trauma</span>
*<span style="color: #000000">Schweres Trauma</span>
* <span style="color: #000000">Nikotinabusus</span>
*<span style="color: #000000">Nikotinabusus</span>
* <span style="color: #000000">Alkoholabusus</span>
*<span style="color: #000000">Alkoholabusus</span>
* <span style="color: #000000">Drogenmissbrauch</span>
*<span style="color: #000000">Drogenmissbrauch</span>




<span style="color: #000000"><u>Diagnosekriterien</u></span>
<span style="color: #000000">Nosokomiale Pneumonie: Mindestens 48 Std. nach Krankenhausaufnahme</span>
<span style="color: #000000">Merke: Die Diagnose oder der Ausschluss einer HAP gelingt, bei meist komplex kranken Patienten und suboptimaler Bildgebung (häufig nur Röntgen im Liegen möglich) oft nicht eindeutig.</span>
<span style="color: #000000">Im Zweifel, d. h. wenn eine Pneumonie zwar nicht sicher aber möglich erscheint, sollte, insbesondere bei schwer kranken Patienten, zunächst eine Behandlung wie bei Pneumonie erfolgen.</span>
<span style="color: #000000">Bereits initial sollte aber unbedingt kritisch geprüft werden ob lediglich eine Tracheobronchitis, eine nicht infektiöse Ursache oder ein anderer Infektionsfokus vorliegen.</span>
<span style="color: #000000">In jedem Fall ist eine Reevaluation der Arbeitsdiagnose HAP etwa am dritten Tag nach Diagnosestellung nötig.</span>
<span style="color: #000000">Anhand des Verlaufs von Klinik, Laborchemie und Bildgebung sowie der erst dann vorliegenden mikrobiologischen Befunde kann die Diagnose HAP in vielen Fällen bestätigt oder unwahrscheinlicher werden.</span>
<span style="color: #000000">Gegebenenfalls ergibt sich hieraus die Indikation für weitere Diagnostik oder eine Beendigung der antimikrobiellen Therapie (AMT).</span>
'''Diagnostische Schritte'''
<span style="color: #000000">'''Klinik'''</span>
<span style="color: #000000">Therapierelevant ist bereits die Verdachtsdiagnose einer nosokomialen Pneumonie!</span>
<span style="color: #000000">Neues, persistierendes oder progredientes Infiltrat plus zwei von drei weiteren Kriterien:</span>
* <span style="color: #000000">Leukozyten > 10.000 oder < 4.000/μl</span>
* <span style="color: #000000">Fieber > 38,3 °C</span>
* <span style="color: #000000">purulentes Sekret</span>
<span style="color: #000000">Merke: Der Einsatz von Biomarkern zur Diagnose der HAP (z.B. Procalcitonin, sTREM-1, IL1 beta, IL-6 und G-CSF) sind nicht zu empfehlen. Keiner dieser Biomarker hat bisher eine gegenüber der konventionellen mikrobiologischen Diagnostik eigenständige und überlegene Bedeutung erlangen können.</span>
<span style="color: #000000">Bei Verdacht auf Sepsis im Rahmen der HAP soll PCT als sensitiver Marker in der initialen Diagnostik eingesetzt werden.</span>
<span style="color: #000000">Laktat soll zur Diagnose des septischen Schocks im Rahmen der HAP eingesetzt werden.</span>
<span style="color: #000000">'''Bildgebung'''</span>
<span style="color: #000000"><u>Sonografie</u>: Zunehmende Bedeutung, da bettseitig durchführbar und zumindest periphere Infiltrate nachweisbar sind.</span>
<span style="color: #000000"><u>Rö-Thorax</u>: Bei Verdacht auf HAP in 2 Ebenen durchzuführen. Bei bettlägerigen Patienten a.p. im Liegen. (Kriterien sind u.a.: Neues oder persistierendes Infiltrat, Verdichtung, Kavernenbildung)</span>
<span style="color: #000000"><u>CT-Thorax</u>: Bei therapierefraktärer HAP oder kompliziertem Verlauf</span>
<span style="color: #000000"><u>Häufige nicht-pneumonische Ursachen für Infiltrate</u>:</span>
* <span style="color: #000000">Atelektase</span>
* <span style="color: #000000">pulmonalvenöse Stauung</span>
*<span style="color: #000000">COP, eosinophile Pneumonie u.a. autoimmunologische Lungenerkrankungen</span>
*<span style="color: #000000">ARDS anderer Genese</span>
*<span style="color: #000000">Lungenarterienembolie</span>
*<span style="color: #000000">Lungenkarzinom</span>
<span style="color: #000000">'''Labor'''</span>
<span style="color: #000000">Blutkulturen. Legionellen-Ag im Urin nur bei begründetem Verdacht.</span>
<span style="color: #000000"><u>Kein</u> Pneumokokken-Ag im Urin.</span>
<span style="color: #000000">'''Mikrobiologie'''</span>
<span style="color: #000000">Eine invasive Diagnostik (Trachealsekret, BAL) ist der nicht-invasiven nicht überlegen und sollte nur bei therapeutischen Konsequenzen – i.d.R. bei schweren und langen Verläufen – durchgeführt werden.</span>
<span style="color: #000000">Bei intubierten Patienten (VAP) ist bei Pneumonieverdacht jedoch immer ein adäquat entnommenes unteres Atemwegssekret einzusenden (Qualitätskriterien: siehe dt. S3-LL zur HAP).</span>
<span style="color: #000000">Candida-Diagnostik respiratorischem Material ist überflüssig, da Hefepilzinfektionen als Ursache der HAP bei Patienten ohne definiertes Immundefizit extrem selten sind.</span>
<span style="color: #000000">Aspergillus-Diagnostik dagegen ist dann sinnvoll, wenn Prädispositionen wie eine strukturelle Lungenerkrankung, eine rheumatologische Grunderkrankung oder eine Leberzirrhose vorliegen und/oder hinweisende Infiltrate in der CT-Thorax zur Darstellung kommen. Der Nachweis von Galaktomannan-Antigen aus der BAL ist dem Nachweis im Blut überlegen.</span>
<span style="color: #000000">Blutkultur: Nachweis einer Bakteriämie und extrapulmonaler Foci</span>
<span style="color: #000000">Keine routinemäßige Diagnostik auf respiratorische Viren. Nur in der Influenza-Saison sollte eine Diagnostik auf Influenza insbesondere bei Intensivpatient:innen erfolgen.</span>
<span style="color: #000000">In der SARS-CoV-2 Pandemie Situation''': '''Bei jeder ambulant erworbenen respiratorischen Infektion ist eine SARS-CoV-2 Infektion auszuschließen. Differentialdiagnose SARS-CoV-2 bei begründetem Verdacht auch bei nosokomial erworbener Atemwegsinfektion (Outbreak?)</span>
'''Prognostische Marker'''
<span style="color: #000000">Zwei Drittel der tödlich verlaufenden nosokomialen Infektionen sind Pneumonien. Lactat und Procalcitonin (PCT) sind zwei wertvolle Parameter zur Abschätzung der Progression der Erkrankung. Tritt im Rahmen der HAP ein septischer Schock auf, ist der initiale Laktatwert mit der Prognose assoziiert. Serielle Laktatmessung soll darum bei Patienten mit akuter Organdysfunktion aus prognostischen Gründen zur Diagnose einer Sepsis und zur Steuerung des Volumenmanagements vorgenommen werden.</span>
<span style="color: #000000">Eine prognostische Wertigkeit des Verlaufes insbesondere des Procalcitonins (PCT) wurde in mehreren Studien bestätigt.</span>
<span style="color: #000000">'''HAP - Differentialdiagnose '''</span>
<span style="color: #000000">Differentialdiagnostisch sind alle mit Infiltraten imponierenden Veränderungen des Rö-Thorax bei gleichzeitig vorhandenen Entzündungskriterien als Pneumonie zu erwägen:</span>
<span style="color: #000000">Dazu zählen: Atelektasen, Pleuraergüsse, Lungenstauung / Lungenödem als Folge einer Überwässerung bei Herzinsuffizienz oder Nierenversagen, Lungenarterienembolien, alveoläre Hämorrhagien, Lungenabszesse, interstitielle Lungenerkrankungen, ARDS, Infektionen mit anderem Fokus.</span>
<span style="color: #000000">Kriterien zur Diagnosestellung der Pneumonie: Die unspezifischen, laborchemisch-klinischen Kriterien (Leukozytose / Leukopenie, Fieber, purulentes Sekret) weisen eine Sensitivität und Spezifität von ca. 70% auf.</span>
<span style="color: #000000">Daher ist bildgebende Diagnostik zusätzlich erforderlich (Rö-Thorax, ggf. Thorax-CT / Sonografie)</span>
<span style="color: #000000">Jedoch bei ca. 1/3 der Patient:innen keine eindeutigen Befunde.</span>
<span style="color: #000000">Insbesondere bei Aufnahmen im Liegen oder vorbestehenden Lungenerkrankungen zeigen sich oftmals keine eindeutigen Verschattungsmuster.</span>
<span style="color: #000000">Die mikrobiologische Diagnostik (Blutkulturen und Kulturen aus respiratorischem Material) verbessert die Sensitivität und Spezifität nicht, sind aber zur Optimierung der antiinfektiven Therapie erforderlich.</span>
<span style="color: #000000">Bei einer beginnenden HAP / VAP sind sowohl die klinischen und laborchemischen Parameter als auch der Rö-Thorax Befund häufig (noch) nicht eindeutig.</span>
<span style="color: #000000">Die beginnende Pneumonie macht sich daher ggf. zunächst mit enzephalopathischen Veränderungen (septische Enzephalopathie) bemerkbar und kann daher als dementielles oder psychiatrisches Geschehen fehlinterpretiert werden.</span>
<span style="color: #000000">Merke: Die septische Enzephalopathie ist die häufigste Enzephalopathie auf Intensivstationen und bezeichnet eine diffuse zerebrale Funktionsstörung im Rahmen einer Sepsis nach Ausschluss anderer Ursachen.</span>
<span style="color: #000000">Die frühzeitige Überlegung, ob den mentalen Veränderungen ein infektiöses Geschehen zu Grunde liegt, und die Einleitung der entsprechenden diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, sind für den weiteren Verlauf wesentlich.</span>
<span style="color: #000000">Ventilator-assoziierte Tracheobronchitis (VAT)</span>
*<span style="color: #000000">Als Entität noch nicht allgemeinverbindlich definiert.</span>
*<span style="color: #000000">Trennung von tracheobronchialer Kolonisation und Pneumonie – oft schwierig!</span>
<span style="color: #000000">Entscheidung zwischen VAT und VAP liegt meist an der Bewertung der Röntgen-Thoraxaufnahme. </span>
<span style="color: #000000">VAT mit ca.10 % häufig, etwa ein Drittel geht in eine VAP über.</span>
<span style="color: #000000">VAT führt zu (i) längeren Beatmungszeit und (ii) längerer Verweildauer auf der ICU</span>
<span style="color: #000000">VAT- Erregerspektrum: Überwiegend gramnegative Erreger, vor allem Nonfermenter, und MRSA.</span>
<span style="color: #000000">Eine antimikrobielle Behandlung der VAT kann auf dem Boden aktueller Daten nicht empfohlen werden, </span>
<span style="color: #000000">Jedoch: Bei gut begründeter Einzelfallentscheidungen vertretbar</span>
<span style="color: #000000">Dann möglich: Inhalative antimikrobielle Therapie</span>
<span style="color: #000000">Merke: Immer den Versuch machen, VAT und VAP strikt zu trennen!</span>
<span style="color: #000000">Nur Patienten mit VAP sollen regelhaft antimikrobiell therapiert werden!</span>
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Revision as of 11:29, 3 August 2021

Diagnostik

Patientenspezifische Risikofaktoren für nosokomiale Pneumonien

Gefährdet, an einer nosokomialen Pneumonie zu erkranken, sind vor allem Patienten mit folgenden Charakteristika:

  • Höheres Lebensalter (Alter > 65 Jahre)
  • Vorbehandlung mit Antibiotika
  • Immunsuppression
  • Koma
  • Längere Dauer von Intubation und maschineller Beatmung
  • Organversagen und septischer Schock
  • Vorerkrankung des Respirationstraktes
  • Thorakale oder abdominale operative Eingriffe
  • Schweres Trauma
  • Nikotinabusus
  • Alkoholabusus
  • Drogenmissbrauch


Differentialdiagnose

Aspirationspneumonie

Bei jeder Pneumonie im nosokomialen Setting (insb. bei Rezidiven) ist ein Screening nach Risikofaktoren für Aspirationen und, falls nötig, eine Rezidivprophylaxe wichtig. (⧴ Siehe Kapitel Prophylaxe.)

Definition: Pneumonie als Folge einer Aspiration (= Einatmen von Fremdmaterial in die Atemwege und Lunge)

  • Aktive oder passive Regurgitation von Mageninhalt
  • Oropharyngeales Sekret
  • Blut
  • Fremdkörper


Mikroaspirationen sind häufig, in der Regel unbemerkt und bis zu einem gewissen Grad physiologisch. Solche Aspirationen erregerhaltigen Sekrets aus den oberen Atemwegen sind pathophysiologisch bedeutsam für die Entstehung von Pneumonien allgemein.

Die Aspirationspneumonie im klassischen Sinne ist hingegen auf eine Makroaspiration, klassischerweise von Mageninhalt, zurückzuführen. Hierbei entstehen Infiltrate in den abhängigen Lungenarealen – je nach Lagerung des Patienten im basalen (v. a. rechten) Unterlappen oder dorsal in Ober- und Unterlappen (Segment 2, 6, 9 und 10).


Folgenden Konstellationen sind Risikofaktoren für eine Aspirationspneumonie:

  • Einschränkung des Bewusstseins (von Psychopharmaka, Sedativa und Alkohol über Stroke, Schädel-Hirn-Trauma und Epilepsie bis hin zur Narkose und Reanimation)
  • Dysphagie (hohe Prävalenz im Alter, insb. bei degenerativen neurolog. Erkrankungen)
  • Alteration im Oropharynx und oberen GI-Trakt (schlechte orale Hygiene, Magensonde/ PEG, PPI, Erkrankungen des Ösophagus)
  • Reduktion der Sekret-Clearance (insb. COPD, invasive Beatmung) und der Immunantwort (Multimorbidität, hohes Alter, schlechter Ernährungszustand etc.)


Bezüglich der Auswahl der antimikrobiellen Therapie spielt eine Aspirationsanamnese in der Regel keine Rolle, da im nosokomialen Setting die bei Aspirationen vermehrt vorkommenden Enterobakterien und S. aureus ohnehin dem zu erwartenden Erregerspektrum entsprechen. Antimikrobielle Regime mit Anaerobier-Wirksamkeit (je nach Risiko für MRE/Zeitpunkt des Erwerbs z. B. Aminopenicillin+ BLI, Piperacillin/Tazobactam, Moxifloxacin, Carbapeneme) sollten tendenziell bevorzugt werden.

Eine eindeutige Abgrenzung zur sterilen Aspirations-Pneumonitis gelingt oft nur schwer. Im Zweifel und bei schweren Verlaufsformen sollte immer eine antimikrobielle Therapie eingeleitet werden. Sie sollte beendet werden, falls sich im Rahmen einer Reevaluation nach 2-3 Tagen der Verdacht auf eine Pneumonie nicht bestätigt.


HAP

Differentialdiagnostisch sind alle mit Infiltraten imponierenden Veränderungen des Rö-Thorax bei gleichzeitig vorhandenen Entzündungskriterien als Pneumonie zu erwägen:

Dazu zählen: Atelektasen, Pleuraergüsse, Lungenstauung / Lungenödem als Folge einer Überwässerung bei Herzinsuffizienz oder Nierenversagen, Lungenarterienembolien, alveoläre Hämorrhagien, Lungenabszesse, interstitielle Lungenerkrankungen, ARDS, Infektionen mit anderem Fokus.

Kriterien zur Diagnosestellung der Pneumonie: Die unspezifischen, laborchemisch-klinischen Kriterien (Leukozytose / Leukopenie, Fieber, purulentes Sekret) weisen eine Sensitivität und Spezifität von ca. 70% auf.

Daher ist bildgebende Diagnostik zusätzlich erforderlich (Rö-Thorax, ggf. Thorax-CT / Sonografie)

Jedoch bei ca. 1/3 der Patienten keine eindeutigen Befunde.

Insbesondere bei Aufnahmen im Liegen oder vorbestehenden Lungenerkrankungen zeigen sich oftmals keine eindeutigen Verschattungsmuster.

Die mikrobiologische Diagnostik (Blutkulturen und Kulturen aus respiratorischem Material) verbessert die Sensitivität und Spezifität nicht, ist aber zur Optimierung der antiinfektiven Therapie erforderlich.

Bei einer beginnenden HAP / VAP sind sowohl die klinischen und laborchemischen Parameter als auch der Rö-Thorax Befund häufig (noch) nicht eindeutig.

Die beginnende Pneumonie macht sich daher ggf. zunächst mit enzephalopathischen Veränderungen (septische Enzephalopathie) bemerkbar und kann daher als dementielles oder psychiatrisches Geschehen fehlinterpretiert werden.


Merke: Die septische Enzephalopathie ist die häufigste Enzephalopathie auf Intensivstationen und bezeichnet eine diffuse zerebrale Funktionsstörung im Rahmen einer Sepsis nach Ausschluss anderer Ursachen.


Die frühzeitige Überlegung, ob den mentalen Veränderungen ein infektiöses Geschehen zu Grunde liegt, und die Einleitung der entsprechenden diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, sind für den weiteren Verlauf wesentlich.


Ventilator-assoziierte Tracheobronchitis (VAT)
  • Als Entität noch nicht allgemeinverbindlich definiert.
  • Trennung von tracheobronchialer Kolonisation und Pneumonie – oft schwierig!


Entscheidung zwischen VAT und VAP liegt meist an der Bewertung der Röntgen-Thoraxaufnahme.

VAT mit ca.10 % häufig, etwa ein Drittel geht in eine VAP über.

VAT führt zu (i) längeren Beatmungszeit und (ii) längerer Verweildauer auf der ICU

VAT- Erregerspektrum: Überwiegend gramnegative Erreger, vor allem Nonfermenter, und MRSA.

Eine antimikrobielle Behandlung der VAT kann auf dem Boden aktueller Daten nicht empfohlen werden,

Jedoch: Bei gut begründeter Einzelfallentscheidungen vertretbar

Dann möglich: Inhalative antimikrobielle Therapie


Merke: Immer den Versuch machen, VAT und VAP strikt zu trennen!

Nur Patienten mit VAP sollen regelhaft antimikrobiell therapiert werden!