DGI:Geschlechtskrankheiten/Klinisches Bild: Difference between revisions

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==Klinisches Bild==
Die Symptome von sexuell übertragbaren Infektion (STI) können je nach Erreger und Lokalisation vielfältig sein. Nichtsdestotrotz gibt es Leitsymptome, die auf eine STI hindeuten. Diese sind initial zumeist lokal und abhängig von der Lokalisation der Infektion. Je nach Erreger können bis 90% der Fälle asymptomatisch bleiben. So verlaufen beispielsweise bei Männern die Sex mit Männern (MSM) haben bis 85% der diagnostizierten rektalen Chlamydia trachomatis- und Gonokokkeninfektionen asymptomatisch<ref>Kent CK, Chaw JK, Wong W, et al.: Prevalence of rectal, urethral, and pharyngeal chlamydia and gonorrhea detected in 2 clinical settings among men who have sex with men: San Francisco, California, 2003. Clin Infect Dis 2005; 41: 6</ref>.  
Die Symptome von sexuell übertragbaren Infektion (STI) können je nach Erreger und Lokalisation vielfältig sein. Nichtsdestotrotz gibt es Leitsymptome, die auf eine STI hindeuten. Diese sind initial zumeist lokal und abhängig von der Lokalisation der Infektion. Je nach Erreger können bis 90% der Fälle asymptomatisch bleiben. So verlaufen beispielsweise bei Männern die Sex mit Männern (MSM) haben bis 85% der diagnostizierten rektalen Chlamydia trachomatis- und Gonokokkeninfektionen asymptomatisch<ref>Kent CK, Chaw JK, Wong W, et al.: Prevalence of rectal, urethral, and pharyngeal chlamydia and gonorrhea detected in 2 clinical settings among men who have sex with men: San Francisco, California, 2003. Clin Infect Dis 2005; 41: 6</ref>.  
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Je nach Eintrittspforte können unterschieden werden:  
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*Pharyngitis
*Pharyngitis
*Konjunktivitis
*Konjunktivitis
Die erregerspezifischen klinischen Leitsymptome sind Tabelle [[#Inkubationszeit, Leitsymptome und Komplikationen häufiger sexuell übertragbarer Infektionen (STI)|Inkubationszeit, Leitsymptome und Komplikationen häufiger sexuell übertragbarer Infektionen (STI)]] zu entnehmen.


Nebst den genannten lokalen Leitsymptomen können insbesondere bei Organbeteiligung im Akutstadium systemische Infektionszeichen wie Fieber, Lymphadenopathie und Fatigue vorkommen. Bei einigen Erregern können im Verlauf Spätstadien mit neurologischen, chronisch-entzündlichen oder immunologischen Folgeerkrankungen und Infertilität auftreten.
Nebst den genannten lokalen Leitsymptomen können insbesondere bei Organbeteiligung im Akutstadium systemische Infektionszeichen wie Fieber, Lymphadenopathie und Fatigue vorkommen. Bei einigen Erregern können im Verlauf Spätstadien mit neurologischen, chronisch-entzündlichen oder immunologischen Folgeerkrankungen und Infertilität auftreten.

Revision as of 20:09, 16 June 2021

Die Symptome von sexuell übertragbaren Infektion (STI) können je nach Erreger und Lokalisation vielfältig sein. Nichtsdestotrotz gibt es Leitsymptome, die auf eine STI hindeuten. Diese sind initial zumeist lokal und abhängig von der Lokalisation der Infektion. Je nach Erreger können bis 90% der Fälle asymptomatisch bleiben. So verlaufen beispielsweise bei Männern die Sex mit Männern (MSM) haben bis 85% der diagnostizierten rektalen Chlamydia trachomatis- und Gonokokkeninfektionen asymptomatisch[1].

Je nach Eintrittspforte können unterschieden werden:

  • Lokale Hauteffloreszenzen (Rötungen, Ulzera, Bullae, Verrucae)
  • Urethritis (Ausfluss, Schmerzen, Brennen, Juckreiz)
  • Proktitis (Blutung, Schleimabgang, Schmerzen, Tenesmen)
  • Vaginitis und Zervizitis (vermehrter Fluor, Schmerzen)
  • Entzündliche Beckenerkrankung incl. Prostatitis und Adnexitis
  • Pharyngitis
  • Konjunktivitis

Nebst den genannten lokalen Leitsymptomen können insbesondere bei Organbeteiligung im Akutstadium systemische Infektionszeichen wie Fieber, Lymphadenopathie und Fatigue vorkommen. Bei einigen Erregern können im Verlauf Spätstadien mit neurologischen, chronisch-entzündlichen oder immunologischen Folgeerkrankungen und Infertilität auftreten.

Aufgrund des zum Teil hohen asymptomatischen Trägertums wird diskutiert und teilweise in Leitlinien empfohlen Menschen mit einem relevant erhöhten Risiko für Geschlechtskrankheiten regelmäßig zu screenen. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem[2]:

  • Menschen mit > 5 wechselnden Sexualpartner*innen
  • MSM (Männer, die Sex mit Männern haben)
  • Sexarbeiter*innen
  • Nutzer*innen einer HIV PrEP (Prä-Expositionsprophylaxe für HIV)
  • Kondomloser Sex
  • Substanzgebrauch beim Geschlechtsverkehr („Chemsex“)
  1. Kent CK, Chaw JK, Wong W, et al.: Prevalence of rectal, urethral, and pharyngeal chlamydia and gonorrhea detected in 2 clinical settings among men who have sex with men: San Francisco, California, 2003. Clin Infect Dis 2005; 41: 6
  2. WHO. Global health sector strategy on sexual transmitted infections 2016–2021. Towards Ending STIs – WHO. 2016. http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/246296/1/WHO-RHR-16.09-eng.pdf.