DGI:Perioperative Prophylaxe/Therapie: Difference between revisions

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{{Hinweis/note|text=Eine erst nach Hautnaht verabreichte PAP hat keinen Einfluss auf die Inzidenz der postoperativen Wundinfektion.}}
{{Hinweis/note|text=Eine erst nach Hautnaht verabreichte PAP hat keinen Einfluss auf die Inzidenz der postoperativen Wundinfektion.}}


====== PAP bei laufender Antibiotikatherapie: ======
======PAP bei laufender Antibiotikatherapie:======
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* zusätzliche Dosis 30-60 min. vor Hautschnitt
*zusätzliche Dosis 30-60 min. vor Hautschnitt
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* zusätzliche PAP wie für OP empfohlen
*zusätzliche PAP wie für OP empfohlen
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|Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
|Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
''Cave: regionale Resistenzlage für E. coli beachten, ggf. Ampicillin/Sulbactam 3g i.v. wählen''
 
'''''Cave''': regionale Resistenzlage für E. coli beachten, ggf. Ampicillin/Sulbactam 3g i.v. wählen''
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| scope="row" |Appendektomie
| scope="row" |Appendektomie
|Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
|Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
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Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.
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|offene Herniotomie mit Netzimplantation<br />
|Offene Herniotomie mit Netzimplantation<br />
|offene Herniotomie mit Netzimplantation ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
|Ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
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|Laparoskopische Hernienreparation, elektive (laparoskopische Cholecystektomie)<br />
|Laparoskopische Hernienreparation, elektive (laparoskopische Cholecystektomie)<br />
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|Aortocoronarer Bypass<sup>1)</sup>, Klappenersatzoperationen<sup>1)</sup> (incl.transfemorale-,apikale Klappenimplantation), Herztransplantationen<sup>1)</sup><br />
|Aortocoronarer Bypass<sup>1)</sup>, Klappenersatzoperationen<sup>1)</sup> (incl.transfemorale-,apikale Klappenimplantation), Herztransplantationen<sup>1)</sup><br />
|Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
|Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
''bis zu 24h <span style="letter-spacing:-.05pt">möglich</span>, Evidenz für Gabe über OP hinaus unklar (vgl. WHO Guidelines)''
''Bis zu 24h <span style="letter-spacing:-.05pt">möglich</span>, Evidenz für Gabe über OP hinaus unklar (vgl. WHO Guidelines)''
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|Arterielle Eingriffe der unteren Extremität und Aorta; Implantationen von Gefäßprothesen der großen arteriellen Gefäße (z.B. Aortenstent); Shuntoperationen (Rezidiv)
|Arterielle Eingriffe der unteren Extremität und Aorta; Implantationen von Gefäßprothesen der großen arteriellen Gefäße (z.B. Aortenstent); Shuntoperationen (Rezidiv)
|Arterielle Eingriffe der unteren Extremität und Aorta; Implantationen von Gefäßprothesen der großen arteriellen Gefäße (z.B. Aortenstent); Shuntoperationen (Rezidiv) Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
|Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
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|Rezidiv Varikosis<br />
|Rezidiv Varikosis<br />
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!Thoraxchirurgische Eingriffe<br />
!Thoraxchirurgische Eingriffe<br />
|Thorakoskopische Eingriffe, Thorakotomie und lungen- resezierende Eingriffe, Operationen an der Brustwand sowie des Mediastinums
|Thorakoskopische Eingriffe, Thorakotomie und Lungenresezierende Eingriffe, Operationen an der Brustwand sowie des Mediastinums
|Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.; Ampicillin-Sulbactam 3g i.v
|Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.; Ampicillin-Sulbactam 3g i.v
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|Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
|Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
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|Diagnostische Mammapunktionen: Hochgeschwindig- keitsstanze, stereotaktisch gesteuerte Vakuumbiopsie
|Diagnostische Mammapunktionen: Hochgeschwindigkeitsstanze, stereotaktisch gesteuerte Vakuumbiopsie
|Im Regelfall keine PAP erforderlich<br />
|Im Regelfall keine PAP erforderlich<br />
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oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v.
oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v.


1ggf. + Metronidazol 0,5g i.v. (Anaerobier, bei Eröffnung von Schleimhaut)
 
2fakultative Antibiotikagabe
1: Ggf. + Metronidazol 0,5g i.v. (Anaerobier, bei Eröffnung von Schleimhaut)
 
2: fakultative Antibiotikagabe
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*Exstirpation von Halszysten o. Lymphknoten
*Exstirpation von Halszysten o. Lymphknoten
*Neck-Dissection (isoliert, ein- oder beidseitig)*
*Neck-Dissection (isoliert, ein- oder beidseitig)*
*kleine Stimmbandchirurgie
*Kleine Stimmbandchirurgie
*kleinere Schleimhauteingriffe (Fibrom, Papillom, etc.)
*Kleinere Schleimhauteingriffe (Fibrom, Papillom, etc.)
*Anthelixplastik/Otoplastik/Otopexie
*Anthelixplastik/Otoplastik/Otopexie
*Parazentese, Paukendrainage
*Parazentese, Paukendrainage
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Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v.
oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v.
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„clean“
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| colspan="2" |Es gibt keine Evidenz für positive Effekte einer „prolongierten perioperativen Prophylaxe“ über mehr als 24h, auch bei HNO-Eingriffen!
| colspan="2" |Es gibt keine Evidenz für positive Effekte einer „prolongierten perioperativen Prophylaxe“ über mehr als 24h, auch bei HNO-Eingriffen!
-  KEINE prophylaktische Antibiotikagabe über mehrere Tage, selbst bei großen TU-Eingriffen<br />
'''KEINE''' prophylaktische Antibiotikagabe über mehrere Tage, selbst bei großen TU-Eingriffen<br />
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| colspan="2" |KEINE systemische, prophylaktische Antibiotikatherapie bei Nasentamponade (insb. bei NT <3 Tage)<br />
| colspan="2" |'''KEINE''' systemische, prophylaktische Antibiotikatherapie bei Nasentamponade (insb. bei NT <3 Tage)<br />
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! rowspan="3" |Neurochirurgische Eingriffe<br />
! rowspan="3" |Neurochirurgische Eingriffe<br />
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Cefuroxim 1,5g i.v. +/- Metronidazol 0,5g i.v. (je nach Verschmutzungsgrad der Wunde)
Cefuroxim 1,5g i.v. +/- Metronidazol 0,5g i.v. (je nach Verschmutzungsgrad der Wunde)
"* Bei primären Wundverschluss nur PAP und keine Therapie, da keine Infektion, nur Besiedlung vorliegt. Bei stark kontaminierten, septischen Wunden, z.T. sekundären Wunden (siehe Wundklassifikation), schweren Handverletzungen mit Gewebszerreißungen und -quetschungen, Gliedmaßenreplantation, ist trotz entsprechender chirurgischer Erfahrung eine kalkulierte Antibiotika-Therapie zu erwägen"
 
<nowiki>*</nowiki> Bei primären Wundverschluss nur PAP und keine Therapie, da keine Infektion, nur Besiedlung vorliegt. Bei stark kontaminierten, septischen Wunden, z.T. sekundären Wunden (siehe Wundklassifikation), schweren Handverletzungen mit Gewebszerreißungen und -quetschungen, Gliedmaßenreplantation, ist trotz entsprechender chirurgischer Erfahrung eine kalkulierte Antibiotika-Therapie zu erwägen"
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|Geschlossene Frakturen mit Implantaten
|Geschlossene Frakturen mit Implantaten
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! rowspan="3" |Dermatologische Eingriffe <br />
! rowspan="3" |Dermatologische Eingriffe <br />
| colspan="2" |Die Indikation zur PAP (perioperative Antibiotikaprophylaxe) in der Dermatochirurgie ist gegeben bei Wunden der Klasse II-IV nach Haas und Grekin:
| colspan="2" |Die Indikation zur PAP in der Dermatochirurgie ist gegeben bei Wunden der Klasse II-IV nach Haas und Grekin:
 
II.     Leicht kontaminierte Wunden: Kleinere Defizite der Asepsis oder jede Operation an Mukosa oder intertriginösen Arealen (z. B. Mundhöhle, Nasenschleimhaut, Achsel, Inguinal, Perineum). Infektionsrate etwa 10%.


II.     Leicht kontaminierte Wunden: kleinere Defizite der Asepsis oder jede Operation an Mukosa oder intertriginösen Arealen (z. B. Mundhöhle, Nasenschleimhaut, Achsel, Inguinal, Perineum). Infektionsrate etwa 10%.
III.   Kontaminierte Wunden: Deutliches Defizit der Asepsis oder sichtbar entzündete Haut mit oder ohne Exsudat (z. B. entzündete Zysten, traumatische Wunden). Infektionsrisiko 20-30%


III.   Kontaminierte Wunden: deutliches Defizit der Asepsis oder sichtbar entzündete Haut mit oder ohne Exsudat (z. B. entzündete Zysten, traumatische Wunden). Infektionsrisiko 20-30%
IV.   Septische Wunden: Kontaminierte Fremdkörper, Eiter, Nekrose (z. B. nekrotische Tumore, rupturierte Zysten, Acne inversa). Infektionsrisiko etwa 40%.<br />
IV.   Septische Wunden: kontaminierte Fremdkörper, Eiter, Nekrose (z. B. nekrotische Tumore, rupturierte Zysten, Acne inversa). Infektionsrisiko etwa 40%.<br />
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|Große Tumorchirurgie<br />
|Große Tumorchirurgie<br />
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|Haut- und Weichteilchirurgie<br />
|Haut- und Weichteilchirurgie<br />
|keine primären PAP nötig, bei ausgedehnter Chirurgie ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.;
|Keine primären PAP nötig, bei ausgedehnter Chirurgie ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.;
Cefazolin 2g i.v.<br />
Cefazolin 2g i.v.<br />
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! rowspan="5" |Endo-Urologische Eingriffe<br />
! rowspan="5" |Endo-Urologische Eingriffe<br />
|Ureterorenoskopie<br />
|Ureterorenoskopie<br />
|nur Risikopatienten (komplizierter Ureterstein; langfristig einliegender Katheter)
|Nur Risikopatienten (komplizierter Ureterstein; langfristig einliegender Katheter)
Cefuroxim 1,5g i.v.<br />
Cefuroxim 1,5g i.v.<br />
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! rowspan="3" |Urologische Diagnostische Eingriffe<br />
! rowspan="3" |Urologische Diagnostische Eingriffe<br />
|Prostatabiopsie transrektal<br />
|Prostatabiopsie transrektal<br />
|<span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:3">Fosfomycin 3 g oral; cave: Aufklärung über nicht gegebene arzneimittelrechtliche Zulassung</span></span>
|<span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:3">Fosfomycin 3 g oral;</span></span> <span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:3">'''cave''': Aufklärung über nicht gegebene arzneimittelrechtliche Zulassung</span></span>




<span style="mso-comment-continuation:1"><span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:3">Alternativ in Ausnahmefällen:</span></span></span>
<span style="mso-comment-continuation:1"><span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:3">Alternativ in Ausnahmefällen:</span></span></span>


 
M<span style="mso-comment-continuation:1"><span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:3">it expliziter Risikoaufklärung weiterhin Ciprofloxacin 500mg p.o.</span></span></span>
<span style="mso-comment-continuation:1"><span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:3">Mit expliziter Risikoaufklärung weiterhin Ciprofloxacin 500mg p.o.</span></span></span>
 


<span style="mso-comment-continuation:1"><span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:3">Ceftriaxon 2g i.v. und postinterventionell für 2 Tage Cefpodoxim 2 x 200 mg p.o.</span></span></span>
<span style="mso-comment-continuation:1"><span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:3">Ceftriaxon 2g i.v. und postinterventionell für 2 Tage Cefpodoxim 2 x 200 mg p.o.</span></span></span>
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! rowspan="3" |Laparoskopische Eingriffe in der Urologie<br />
! rowspan="3" |Laparoskopische Eingriffe in der Urologie<br />
|ohne Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. <span style="mso-comment-continuation:2">Ne</span><span lang="DE" style="font-size:10.5pt;font-family:
|Ohne Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. <span style="mso-comment-continuation:2">Ne</span><span style="font-size:10.5pt;font-family:
&quot;Open Sans&quot;,sans-serif;mso-fareast-font-family:&quot;Times New Roman&quot;;color:#222222;
&quot;Open Sans&quot;,sans-serif;mso-fareast-font-family:&quot;Times New Roman&quot;;color:#222222;
mso-ansi-language:DE;mso-fareast-language:DE;mso-bidi-language:AR-SA"></span><span style="mso-comment-continuation:2">phrektomie</span> Adrenalektomie<br />
mso-ansi-language:DE;mso-fareast-language:DE;mso-bidi-language:AR-SA" lang="DE"></span><span style="mso-comment-continuation:2">phrektomie</span> Adrenalektomie<br />
|Im Regelfall keine PAP notwendig.<br />
|Im Regelfall keine PAP notwendig.<br />
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|mit Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. radikale Prostatektomie, Nierenbeckenplastik, Nierenteilresektion, Ureterozystoneostomie, …<br />
|Mit Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. radikale Prostatektomie, Nierenbeckenplastik, Nierenteilresektion, Ureterozystoneostomie, …<br />
|Cefuroxim 1,5g i.v.<br />
|Cefuroxim 1,5g i.v.<br />
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! rowspan="3" |Urologische offene Eingriffe<br />
! rowspan="3" |Urologische offene Eingriffe<br />
|<span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:
|<span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:
3">oh</span></span><span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:
3">Oh</span></span><span style="mso-comment-continuation:2"><span style="mso-comment-continuation:
3">ne Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. Nephrektomie, Adrenalektomie</span></span>
3">ne Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. Nephrektomie, Adrenalektomie</span></span>
|PAP nicht zwingend erfolderlich, ggf. Cefuroxim 1,5g i.v. <br />
|PAP nicht zwingend erfolderlich, ggf. Cefuroxim 1,5g i.v. <br />
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|mit Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. radikale Prostatektomie, Nierenbeckenplastik, Nierenteilresektion, Ureterozystoneostomie, …<br />
|Mit Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. radikale Prostatektomie, Nierenbeckenplastik, Nierenteilresektion, Ureterozystoneostomie, …<br />
|Cefuroxim 1,5g i.v.<br />
|Cefuroxim 1,5g i.v.<br />
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{{Hinweis/CAVE|text=Kontraindikationen bei Chinolonen beachten. Erregernachweis heranziehen, danach AB-Entscheidung.}}


{{Hinweis/CAVE|text=Kontraindikationen bei Chinolonen beachten. Erregernachweis heranziehen, danach AB-Entscheidung.}}


'''Multi- und panresistente Erreger (MRE) <span style="letter-spacing:-.15pt">z.B</span><span style="letter-spacing:-.1pt">.</span> <span style="letter-spacing:-.15pt">MRSA</span><span style="letter-spacing:-.1pt">-,</span> <span style="letter-spacing:-.1pt">MRGN-Be</span><span style="letter-spacing:-.05pt">siedlun</span><span style="letter-spacing:-.1pt">g</span>'''
'''Multi- und panresistente Erreger (MRE) <span style="letter-spacing:-.15pt">z.B</span><span style="letter-spacing:-.1pt">.</span> <span style="letter-spacing:-.15pt">MRSA</span><span style="letter-spacing:-.1pt">-,</span> <span style="letter-spacing:-.1pt">MRGN-Be</span><span style="letter-spacing:-.05pt">siedlun</span><span style="letter-spacing:-.1pt">g</span>'''
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!MRSA-Besiedlung
!MRSA-Besiedlung
!Grundsätzlich ist bei bekanntem MRSA ein Sanierungsversuch erforderlich;
!Grundsätzlich ist bei bekanntem MRSA ein Sanierungsversuch erforderlich
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|3-MRGN-Besiedlung<br />
|3-MRGN-Besiedlung<br />
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Indikation nach den Empfehlungen dergeplanten Prozedur. Anpassung der PAP in Abhängigkeit von Erreger, Resistenz, Wirtsfaktoren, geplanter OP und Lokalisation des Erregerreservoirs. Siehe auch Kapitel [[Multiresistente Erreger]]
Indikation nach den Empfehlungen der geplanten Prozedur. Anpassung der PAP in Abhängigkeit von Erreger, Resistenz, Wirtsfaktoren, geplanter OP und Lokalisation des Erregerreservoirs. Siehe auch Kapitel [[Multiresistente Erreger]]


====== PAP bei Allergie gegen Beta-Laktam-Antibiotika ======
======PAP bei Allergie gegen Beta-Laktam-Antibiotika======
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!Empfohlene Antibiotika
!Empfohlene Antibiotika

Revision as of 21:49, 17 June 2021

Zeitpunkt: 30 bis 60 Minuten vor Hautschnitt soll die Dosis appliziert sein bzw. vor Anlage der Blutsperre.

Ausnahmen: Medikamente mit längerer Infusionsdauer, siehe Tabelle.

Eine intraoperative Wiederholung der Antibiotikagabe ist nach einem größeren Blutverlust (>1 Liter) oder bei länger dauernden Eingriffen (ein- bis zweifache Halbwertszeit der Substanz) indiziert (siehe Tabelle).

Die über die OP-Dauer fortgesetzte Antibiotika-Therapie hat in der Regel keine Vorteile hinsichtlich der postoperativen Wundinfektionsrate, sondern Nachteile bezüglich einer Resistenzentwicklung mit Suppression der endogenen Flora und Selektion pathogener Erreger und soll vermieden werden.

  Eine erst nach Hautnaht verabreichte PAP hat keinen Einfluss auf die Inzidenz der postoperativen Wundinfektion.


PAP bei laufender Antibiotikatherapie:
Antibiotikatherapie für PAP geeignet
Antibiotikatherapie nicht für PAP geeignet
  • zusätzliche Dosis 30-60 min. vor Hautschnitt
  • zusätzliche PAP wie für OP empfohlen


Perioperative Antibiotika-Prophylaxe

CAVE: Immer ab 120kg KG bzw. BMI > 35: Cefuroxim/Cefazolin 3g

Eingriffe Operationen Antibiotika
Chirurgische / Viszeralchirurgische Eingriffe Kolorektale Eingriffe (Resektionen, Kolotomien, AP-Anlage/Rückverlegung, Rektumamputation, Bypässe)
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cave: regionale Resistenzlage für E. coli beachten, ggf. Ampicillin/Sulbactam 3g i.v. wählen

Appendektomie Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v. Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Eingriffe an Ösophagus, Magen, Pankreas, extrahepatischen Gallenwegen und Dünndarm, Leberresektionen; konventionelle (offene) Cholezystektomie, akute Cholezystektomie Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Offene Herniotomie mit Netzimplantation
Ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Laparoskopische Hernienreparation, elektive (laparoskopische Cholecystektomie)
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Schilddrüseneingriffe mit Sternotomie Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Proktologische Eingriffe (z.B. Hämorrhoiden, Fisteln, Abszesse)
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Endoskopische Eingriffe
ERCP mit Interventionen bei z.B. Cholestase; Endoskopische Punktion zystischer Läsionen Ceftriaxon 2g i.v.; Ampicillin-Sulbactam 3g i.v.
PEG-Anlage
Cefazolin 2g i.v.; Cefuroxim 1,5g i.v.
Ösophagusvarizen ohne Blutung
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Radiofrequenzablation (RFA)
Individuelle Fallentscheidung vor Ort
Kardio-/Gefäßchirurgische Eingriffe
Aortocoronarer Bypass1), Klappenersatzoperationen1) (incl.transfemorale-,apikale Klappenimplantation), Herztransplantationen1)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

Bis zu 24h möglich, Evidenz für Gabe über OP hinaus unklar (vgl. WHO Guidelines)

Arterielle Eingriffe der unteren Extremität und Aorta; Implantationen von Gefäßprothesen der großen arteriellen Gefäße (z.B. Aortenstent); Shuntoperationen (Rezidiv) Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Rezidiv Varikosis
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v
Schrittmacher, Port
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v
Thoraxchirurgische Eingriffe
Thorakoskopische Eingriffe, Thorakotomie und Lungenresezierende Eingriffe, Operationen an der Brustwand sowie des Mediastinums Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.; Ampicillin-Sulbactam 3g i.v
Geburtshilfe und Gynäkologische Eingriffe
Radikale Eingriffe; abdominelle Hysterektomie (Laparoskopische Eingriffe; LASH; TLH), vaginale Hysterektomie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

(bei drohender oder geplanter Darmeröffnung Metronidazol 0,5 g i.V. dazu geben)

Inkontinenzchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Operative Hysteroskopien (Chromopertubation, Sterilitätsoperation)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Diagnostische Hysteroskopien
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Mammachirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Diagnostische Mammapunktionen: Hochgeschwindigkeitsstanze, stereotaktisch gesteuerte Vakuumbiopsie Im Regelfall keine PAP erforderlich
Vaginale Entbindung z.B. bei Nachtastung, Nachblutung in der Episiotomie Im Regelfall keine PAP erforderlich siehe Kapitel Geburtshilfe
Kaiserschnittentbindung
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v. Zeitpunkt der Antibiotikagabe: präoperativ
Schwangerschaftsabbruch (Interruptiones und Abortabrasiones)
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Implantation von alloplastischen Material
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
HNO/MKG-Eingriffe
  • Ausgedehnte (Tumor-)Operationen an Larynx oder Pharynx mit/ohne Lappenrekonstruktion oder Neck Dissection
  • (Laser)-Resektion von Tumoren in Mundhöhle und Pharynx
  • Operation eines Zenker Divertikels (offen oder endo-skopisch)
  • Tracheaquerresektion
  • Tracheotomie, Tracheostomaverschluss
Cefuroxim 1,5g i.v.

oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v.

  • Septorhinoplastik1,2
  • Schädelbasis OP mit Duraeröffnung
  • Tympanoplastik2, Stapesplastik2
  • Gehörgangsplastik2
  • Frakturversorgung von Mittelgesicht-, Orbitaboden- oder Schädelfrakturen, insb. mit Einbringen von Fremdmaterial1,2
  • Dakryozystorhinostomie1,2
  • Cochlear Implantat, Implantierbare Hörgeräte, Knochenanker („bone-anchored hearing aid“, Epithesen, dentale Implantate)
  • Abszess-Tonsillektomie (ggf. als AB-Therapie!)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v.


1: Ggf. + Metronidazol 0,5g i.v. (Anaerobier, bei Eröffnung von Schleimhaut)

2: fakultative Antibiotikagabe

  • Septumplastik, Conchotomie, NNH-OP (ohne Infektion)
  • Adenotomie, Tonsillektomie, Tonsillotomie
  • Posteriore Chordektomie
  • geschlossene Nasenbeinreposition
  • Parotidektomie (lateral u. total), Submandibulektomie
  • Exstirpation von Halszysten o. Lymphknoten
  • Neck-Dissection (isoliert, ein- oder beidseitig)*
  • Kleine Stimmbandchirurgie
  • Kleinere Schleimhauteingriffe (Fibrom, Papillom, etc.)
  • Anthelixplastik/Otoplastik/Otopexie
  • Parazentese, Paukendrainage
  • Mikrolaryngoskopie, Ösophagoskopie, Bronchoskopie, Pharyngoskopie

Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v. -

„clean“ - bei extensiver Lymphadenektomie fakultative Antibiotikagabe

Alternative bei ß-Laktam-Allergie: Clindamycin 600mg (900mg bei KG > 80kg) i.v. über 30 min
Es gibt keine Evidenz für positive Effekte einer „prolongierten perioperativen Prophylaxe“ über mehr als 24h, auch bei HNO-Eingriffen!

KEINE prophylaktische Antibiotikagabe über mehrere Tage, selbst bei großen TU-Eingriffen

KEINE systemische, prophylaktische Antibiotikatherapie bei Nasentamponade (insb. bei NT <3 Tage)
Neurochirurgische Eingriffe
Liquor-Shunt-Operationen, ICP-Sonde
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Spinalchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Kraniotomie;  Kranioplastik
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Ophthalmologische Eingriffe
Penetrierende, perforierende Verletzungen
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Orthopädisch-/Traumatologisch- / Handchirurgische Eingriffe
Große Gelenkendoprothesen (Knie, Hüfte, Schulter)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Wirbelsäulenchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Offene und größere athroskopische Gelenkeingriffe (z.B. Kreuzbandplastik)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Kleine arthroskopische Operationen Im Regelfall keine PAP notwendig
Offene Frakturen mit Weichteilschaden/ schwere Hand-verletzungen mit Gewebszerreißungen, Gliedmaßenreplantation*

Cefuroxim 1,5g i.v. +/- Metronidazol 0,5g i.v. (je nach Verschmutzungsgrad der Wunde)

* Bei primären Wundverschluss nur PAP und keine Therapie, da keine Infektion, nur Besiedlung vorliegt. Bei stark kontaminierten, septischen Wunden, z.T. sekundären Wunden (siehe Wundklassifikation), schweren Handverletzungen mit Gewebszerreißungen und -quetschungen, Gliedmaßenreplantation, ist trotz entsprechender chirurgischer Erfahrung eine kalkulierte Antibiotika-Therapie zu erwägen"

Geschlossene Frakturen mit Implantaten Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Major Amputationen (Extremitäten)
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 0,5g i.v.
Dermatologische Eingriffe
Die Indikation zur PAP in der Dermatochirurgie ist gegeben bei Wunden der Klasse II-IV nach Haas und Grekin:

II.     Leicht kontaminierte Wunden: Kleinere Defizite der Asepsis oder jede Operation an Mukosa oder intertriginösen Arealen (z. B. Mundhöhle, Nasenschleimhaut, Achsel, Inguinal, Perineum). Infektionsrate etwa 10%.

III.   Kontaminierte Wunden: Deutliches Defizit der Asepsis oder sichtbar entzündete Haut mit oder ohne Exsudat (z. B. entzündete Zysten, traumatische Wunden). Infektionsrisiko 20-30%

IV.   Septische Wunden: Kontaminierte Fremdkörper, Eiter, Nekrose (z. B. nekrotische Tumore, rupturierte Zysten, Acne inversa). Infektionsrisiko etwa 40%.

Große Tumorchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.;

Cefazolin 2g i.v.

Haut- und Weichteilchirurgie
Keine primären PAP nötig, bei ausgedehnter Chirurgie ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.;

Cefazolin 2g i.v.

Endo-Urologische Eingriffe
Ureterorenoskopie
Nur Risikopatienten (komplizierter Ureterstein; langfristig einliegender Katheter)

Cefuroxim 1,5g i.v.

Percutane Nephrolitholapaxie
Cefuroxim 1,5g i.v.
Blasensteinlithotripsie
Cefuroxim 1,5g i.v.
TUR-P (außer „low risk/ small size“) Ceftriaxon 2g i.v.
TUR-B; Urethrotomie; ESWL (unauffälliger Urinbefund obligat)
Im Regelfall keine PAP notwendig.
Urologische Diagnostische Eingriffe
Prostatabiopsie transrektal
Fosfomycin 3 g oral; cave: Aufklärung über nicht gegebene arzneimittelrechtliche Zulassung


Alternativ in Ausnahmefällen:

Mit expliziter Risikoaufklärung weiterhin Ciprofloxacin 500mg p.o.

Ceftriaxon 2g i.v. und postinterventionell für 2 Tage Cefpodoxim 2 x 200 mg p.o.
Bei Z.n. vorausgegangenen transrektalen Prostatabiopsien: Rektalabstrich und ggf. testgerechte Antibiotikatherapie nach Befund

Prostatabiopsie perineal
Cefuroxim 1,5g i.v.
Zystoskopie; Urodynamik; diag. URS (unauffälliger mikrobiologischer Urinbefund obligat)
Im Regelfall keine PAP notwendig.
Laparoskopische Eingriffe in der Urologie
Ohne Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. Nephrektomie Adrenalektomie
Im Regelfall keine PAP notwendig.
Mit Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. radikale Prostatektomie, Nierenbeckenplastik, Nierenteilresektion, Ureterozystoneostomie, …
Cefuroxim 1,5g i.v.
Zystektomie
Cefuroxim 1,5g i.v. (je nach OP-Zeit ggf. wiederholt); bei Verwendung Dickdarm zur Harnableitung + Metronidazol 0,5g i.v.
Urologische offene Eingriffe
Ohne Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. Nephrektomie, Adrenalektomie PAP nicht zwingend erfolderlich, ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.
Mit Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. radikale Prostatektomie, Nierenbeckenplastik, Nierenteilresektion, Ureterozystoneostomie, …
Cefuroxim 1,5g i.v.
Zystektomie
Cefuroxim 1,5g i.v. (je nach Op-Zeit ggf. wiederholt); bei Verwendung Dickdarm zur Harnableitung und Metronidazol 0,5g i.v.
CAPD-Katheter
Implantation
Vancomycin 1x15mg/kg KG i.v. über 1h pro Gramm Vancomycin

CAVE: Kontraindikationen bei Chinolonen beachten. Erregernachweis heranziehen, danach AB-Entscheidung.


Multi- und panresistente Erreger (MRE) z.B. MRSA-, MRGN-Besiedlung

MRSA-Besiedlung Grundsätzlich ist bei bekanntem MRSA ein Sanierungsversuch erforderlich
3-MRGN-Besiedlung
Rücksprache Mikrobiologie, ABS-Team
4-MRGN-Besiedlung
Rücksprache Mikrobiologie, ABS-Team

Indikation nach den Empfehlungen der geplanten Prozedur. Anpassung der PAP in Abhängigkeit von Erreger, Resistenz, Wirtsfaktoren, geplanter OP und Lokalisation des Erregerreservoirs. Siehe auch Kapitel Multiresistente Erreger

PAP bei Allergie gegen Beta-Laktam-Antibiotika
Empfohlene Antibiotika Alternative
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v. Clindamycin 600mg i.v.
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v. Ciprofloxacin 400mg i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Eine Kreuzallergie zu Cephalosporinen ist selten. Es ist schwierig, belastbare Zahlen über das Ausmaß der Kreuzallergie zu finden, wohl auch weil das Ausmaß der Kreuzallergie mit dem Ausmaß der chemischen Modifikation der Substanz abnimmt. Daher würde eher ein Zweit- (Cefuroxim) als ein Erstgenerations-Cephalosporin (Cefazolin) zu empfehlen sein. Siehe auch Kapitel Penicillinallergie.

CAVE: Symptome einer berichteten Penicillin-Allergie genau erfragen.