DGI:Tuberkulose/Klinisches Bild: Difference between revisions

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===== Allgemeines =====
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* Subakute bis chronische Entwicklung der Klinik u. a. durch die langsame teilungsrate von M. tuberculosis
*Subakute bis chronische Entwicklung der Klinik u. a. durch die langsame teilungsrate von M. tuberculosis
* Jedoch auch akute Krankheitsbilder mit schwerster, rasch voranschreitender Erkrankung möglich (z.B. bei HIV-Koinfektion)
*Jedoch auch akute Krankheitsbilder mit schwerster, rasch voranschreitender Erkrankung möglich (z.B. bei HIV-Koinfektion)
* „Klassische“ Allgemeinsymptome nach Lehrbüchern: Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Anorexie, körperliche Schwäche
*„Klassische“ Allgemeinsymptome nach Lehrbüchern: Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Anorexie, körperliche Schwäche
* Organspezifische Symptome der pulmonalen TB: Husten, Hämoptysen, Thoraxschmerzen, Dyspnoe  
*Organspezifische Symptome der pulmonalen TB: Husten, Hämoptysen, Thoraxschmerzen, Dyspnoe
* TB-typische Symptome nach WHO: Husten jeglicher Dauer, Hämoptysen, Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß
*TB-typische Symptome nach WHO: Husten jeglicher Dauer, Hämoptysen, Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß


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=== Leitsymptome ===
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'''Husten'''
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(Isabelle Suárez)
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==== Latente Tuberkulose (LTBI) ====
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(Elena Rodriguez Castellano)
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=== Prognose ===
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(Jan Rybniker)
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Die Prognose der Tuberkulose ist in Deutschland relativ günstig. 2019 wurden dem RKI 129 Todesfälle durch die Tuberkulose gemeldet (von insgesamt 4.680 Fällen bei denen entsprechende Daten vorlagen; Letalität 2,8%). Die Mehrzahl der Todesfälle wurde bei Patienten höheren Alters (>70 Jahre) beobachtet. Die große Mehrzahl der Patienten mit MDR-TB konnte in Deutschland ebenfalls erfolgreich behandelt werden, wobei hierzu verlässliche Daten aufgrund der langen Therapiedauer fehlen.
Die Prognose der Tuberkulose ist in Deutschland relativ günstig. 2019 wurden dem RKI 129 Todesfälle durch die Tuberkulose gemeldet (von insgesamt 4.680 Fällen bei denen entsprechende Daten vorlagen; Letalität 2,8%). Die Mehrzahl der Todesfälle wurde bei Patienten höheren Alters (>70 Jahre) beobachtet. Die große Mehrzahl der Patienten mit MDR-TB konnte in Deutschland ebenfalls erfolgreich behandelt werden, wobei hierzu verlässliche Daten aufgrund der langen Therapiedauer fehlen.
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Revision as of 13:29, 4 May 2021

Klinisches Bild

Markus Unnewehr, Isabelle Suarez)

Allgemeines
  • Subakute bis chronische Entwicklung der Klinik u. a. durch die langsame teilungsrate von M. tuberculosis
  • Jedoch auch akute Krankheitsbilder mit schwerster, rasch voranschreitender Erkrankung möglich (z.B. bei HIV-Koinfektion)
  • „Klassische“ Allgemeinsymptome nach Lehrbüchern: Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Anorexie, körperliche Schwäche
  • Organspezifische Symptome der pulmonalen TB: Husten, Hämoptysen, Thoraxschmerzen, Dyspnoe
  • TB-typische Symptome nach WHO: Husten jeglicher Dauer, Hämoptysen, Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß


Leitsymptome

Husten

Ursache: Entzündungsmediatoren und Irritationen der Atemwege. Führt zur Verbreitung der Erreger innerhalb der Lunge. Bedeutsamster Übertragungsmodus von Mensch zu Mensch


Gewichtsverlust

Ursache: Erhöhter Energiebedarf durch die chronische Infektion

Beispiel: Erhöhung der Körpertemperatur um 1°C führt zu 10-13 % erhöhtem Energieverbrauch.


Hämoptysen

Ursache: Gewebeinvasivität von M. tuberculosis mit lokaler Schädigung und Reizung von Bronchialschleimhaut, Lungenparenchym und Gefäßen.TB ist weltweit häufigste Ursache für Hämoptysen.


Dyspnoe

Ursachen: Ventilationsstörung durch Kompression von Bronchien aufgrund einer Lymphknotenschwellung oder eines Pleuraergusses, Verteilungs- und Diffusionsstörungen mit Rechts-links-Shunt durch ausgeprägte TB-Infiltrate und Kavernen. Schwere Verläufe können zu ARDS führen.


Brustschmerzen

Verursacht durch tuberkulöse Pleuritis oder pleuranahe Infiltration


Fieber (nicht spezifisch für die pulmonale Form)

Ursache: Stimulation des Hypothalamus über proinflammatorische Zytokine wie Tumornekrosefaktor und Interleukin 1 und 6 als Reaktion körpereigener Abwehrzellen auf die mykobakterielle Infektion.


Nachtschweiß (nicht spezifisch für die pulmonale Form)

Unspezifisches Symptom von Infektionen, Neoplasien und Autoimmunerkrankungen.


Klinische Situationen

Extrapulmonale Tuberkulose

(Isabelle Suárez)

Die Tuberkulose kann grundsätzlich jedes Organ betreffen. Extrapulmonalen Manifestationen kommen in Deutschland in knapp 30% der Fälle vorkommt (RKI Bericht von 2019). Ungefähr die Hälfte der extrapulmonalen Tuberkulosen betreffen die Lymphknoten, gefolgt von urogenitaler TB, Knochen TB etc.

Weisen zwei oder mehr Organe eine Beteiligung auf, sprechen wir von einer disseminierten Tuberkulose. Diese tritt vorrangig bei immunsupprimierten Personen auf mit zB nicht behandelter HIV Infektion, Diabetes mellitus, Dialyse-Patienten o.ä. In den letzten Jahren werden allerdings zunehmend schwere Verläufe mit disseminierter TB bei jungen Migranten ohne fassbaren Immundefekt aus Hochinzidenzländern beobachtet.

Die Symptomatik der extrapulmonalen TB kann unspezifisch sein. Die klassischen Symptome der TB wie Husten, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust können fehlen. Das klinische Bild wird durch das betroffene Organ bestimmt. Es kann zu Schwellungen, Fieber oder Schmerzen kommen. Bei TB des Zentralnervensystems (ZNS) können fokal neurologische Defizite auftreten. Aufgrund dieser Vielfalt wird die TB auch als “Chamäleon” der Medizin bezeichnet.

Latente Tuberkulose (LTBI)

(Elena Rodriguez Castellano)

Die latente Tuberkulose ist per Definition asymptomatisch und wird durch das Vorliegen eines positiven Gamma-Interferon-Tests bzw. Tuberkulin-Haut-Test diagnostiziert. Es bestehen weder klinische Symptome, noch weitere röntgenologischen bzw. paraklinischen Auffälligkeiten. Die infizierte Person ist nicht ansteckend für ihre Umgebung. Man schätzt, dass bei etwa ¼ der Weltbevölkerung eine LTBI vorliegt. Die LTBI kann zum Beispiel im Rahmen eines erworbenen Immundefekts reaktivieren, es entwickelt sich dann eine aktive Tuberkulose (Postprimärtuberkulose). Daher sollte vor medikamentöser Immunsuppression (z.B. TNF-alpha Inhibitoren) eine LTBI ausgeschlossen bzw. behandelt werden.

Prognose

(Jan Rybniker)

Die Prognose der Tuberkulose ist in Deutschland relativ günstig. 2019 wurden dem RKI 129 Todesfälle durch die Tuberkulose gemeldet (von insgesamt 4.680 Fällen bei denen entsprechende Daten vorlagen; Letalität 2,8%). Die Mehrzahl der Todesfälle wurde bei Patienten höheren Alters (>70 Jahre) beobachtet. Die große Mehrzahl der Patienten mit MDR-TB konnte in Deutschland ebenfalls erfolgreich behandelt werden, wobei hierzu verlässliche Daten aufgrund der langen Therapiedauer fehlen.