DGI:Opportunistische Infektionen/Zerebrale Toxoplasmose/Klinisches Bild: Difference between revisions
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<span class="toctext"><span style="color: black">Konnatale Infektion gemäß Meldung nach IfSG 6-23 Fälle/Jahr mit hoher Dunkelziffer (Modellrechnungen > 1200 infizierte Kinder/Jahr). Diaplazentare Übertragung bei Erstinfektion der Schwangeren, zunehmende Transmissionsrate bei abnehmender kindlicher Erkrankungsschwere mit Dauer der Schwangerschaft.</span></span> | <span class="toctext"><span style="color: black">Konnatale Infektion gemäß Meldung nach IfSG 6-23 Fälle/Jahr mit hoher Dunkelziffer (Modellrechnungen > 1200 infizierte Kinder/Jahr). Diaplazentare Übertragung bei Erstinfektion der Schwangeren, zunehmende Transmissionsrate bei abnehmender kindlicher Erkrankungsschwere mit Dauer der Schwangerschaft.</span></span> | ||
<span class="col-black">2.4 Prognose</span> | === <span class="col-black">2.4 Prognose</span> === | ||
<span class="toctext"><span style="color: black">Relevante Morbidität. Mortalität der disseminierten Toxoplasmose beim Immunsupprimierten bis zu 80%. Hohe Rezidivrate mit Indikation zur Sekundärprophylaxe.</span></span> | <span class="toctext"><span style="color: black">Relevante Morbidität. Mortalität der disseminierten Toxoplasmose beim Immunsupprimierten bis zu 80%. Hohe Rezidivrate mit Indikation zur Sekundärprophylaxe.</span></span> | ||
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Revision as of 09:32, 21 January 2021
Klinisches Bild
2.1 Leitsymptome
· Immunkompetent: Erstinfektion in den meisten Fällen asymptomatisch; grippeähnliche Symptome mit Fieber und Lymphadenitis möglich; selbstlimitierend.
· Immunsupprimiert: in der Regel Reaktivierung einer latenten Infektion; bei AIDS-Patienten am häufigsten Enzephalitis (Symptome u.a. Fieber, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, fokal neurologische Defizite, Vigilanzminderung), seltener okulär (Symptome Skotome, Sehstörungen, Erblindung); nach Transplantation disseminierte Verlaufsform möglich mit entsprechenden Symptomen
· Konnatal: klassische Trias Hydrocephalus, Chorioretinitis, intrazerebrale Verkalkungen; nur eine Minderheit bereits bei Geburt auffällig (mögliche Anzeichen Trinkschwäche, Krampfanfälle, Zerebralparese); Entwicklung einer okulären Toxoplasmose (z.T. beidseitig) bei ca. 50% innerhalb der ersten zwei Lebensjahrzehnte (Symptome Skotome, Sehstörungen, Erblindung).
2.2 Klinische Situationen
Zerebrale Toxoplasmose[1]
2.2.1 HIV-Infektion (CD4 Zellzahl < 100/µl) ohne effektive Prophylaxe, allogene Stammzell- und Organtransplantation
2.2.2 konnatal erworben, symptomatisch
2.3 Epidemiologie
Seroprävalenz in Europa sehr unterschiedlich, in Deutschland bei Erwachsenen durchschnittlich ca. 50%. Anstieg der Durchseuchungsrate beim Erwachsenen ca. 1%/Jahr. Infektion postnatal durch Verzehr rohen oder unzureichend gegarten, zystenhaltigen Fleisches, durch Verzehr mit sporulierten Oozysten kontaminierter Lebensmittel oder durch Schmierinfektion mit kontaminierter Erde/Katzenkot.
Konnatale Infektion gemäß Meldung nach IfSG 6-23 Fälle/Jahr mit hoher Dunkelziffer (Modellrechnungen > 1200 infizierte Kinder/Jahr). Diaplazentare Übertragung bei Erstinfektion der Schwangeren, zunehmende Transmissionsrate bei abnehmender kindlicher Erkrankungsschwere mit Dauer der Schwangerschaft.
2.4 Prognose
Relevante Morbidität. Mortalität der disseminierten Toxoplasmose beim Immunsupprimierten bis zu 80%. Hohe Rezidivrate mit Indikation zur Sekundärprophylaxe.
- ↑ Sekundärprophylaxe ist notwendig (infektiologisches Konsil)