DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Septische Arthritis/Diagnostik: Difference between revisions
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(2) Suerbaum S, Burchard GD, Kaufmann SHE, Schulz TF. Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2020, 9. Auflage, <nowiki>ISBN 978-3-662-61384-9</nowiki>]] | (2) Suerbaum S, Burchard GD, Kaufmann SHE, Schulz TF. Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2020, 9. Auflage, <nowiki>ISBN 978-3-662-61384-9</nowiki>]] | ||
''Merke: Ein negatives Kultur-/PCR-Ergebnis schließt eine Gelenkinfektion nicht aus!'' | ''Merke: Ein negatives Kultur-/PCR-Ergebnis schließt eine Gelenkinfektion nicht aus!'' | ||
Revision as of 11:06, 11 May 2021
Diagnostik
Bei klinischem V.a. eine bakterielle Arthritis sollten sofort Blutkulturen (2 Paare), Blutbild, CRP abgenommen und eine Gelenkspunktion unter sterilen Kautelen durchgeführt werden. Bei klarer OP-Indikation muss diese sofort durchgeführt werden und die Punktion entfällt. Bei fieberhaften Temperaturen und/oder Zeichen einer septischen Arthritis muss unmittelbar danach mit einer empirischen antibiotischen Therapie begonnen werden, eine aus organisatorischen Gründen nur verzögert durchführbare Gelenkpunktion darf den zeitnahen Beginn (<2h nach klinischer Vorstellung) einer antiinfektiven Therapie nicht verzögern.
invasive Diagnostik (Gelenkpunktion, diagnostisch operativenVerfahren)
Die Gelenkpunktion und Aspiration von Synovialflüssigkeit unter streng sterilen Bedingungen liefert wesentliche Befunde zum weiteren Therapiemanagement: Synovialflüssigkeit sollte schnellstmöglich zur mikrobiologischen Untersuchung und möglichst - je nach Verfügbarkeit - auch zur Anfertigung eines Gram-Präparates in ein Labor transportiert werden und als native Flüssigkeit nicht gelagert werden. Falls ein rascher Transport nicht möglich ist, können Blutkulturflaschen (möglichst Peds-Flaschen) mit der gewonnenen Gelenksflüssigkeit beimpft werden.
Darüber hinaus sind Leukozytenzahl im Punktat inklusive einer Leukozytendifferrenzierung und möglichst eine phasenkontrastmikroskopische Untersuchung auf das Vorliegen von Kristallen notwendig.
Merke: Leukozytenwerte zwischen 1.000 und 10.000/µl3 und der Nachweis von Kristallen schließen eine bakterielle Infektion nicht aus (z.B. infizierte Gichtarthropathie)!
Die mikrobiologisceh Untersuchung umfasst obligat die aerobe und anaerobe Kultivierung des Gelenkpunktates für 10-14 Tage. Spezifische klinische Fragestellungen (z.B. STD, Tuberkulose) sind dem Labor mitzuteilen, damit spezifische Kultivierungsmethoden oder Direktnachweisverfahren (PCR) abgeleitete werden können.
Hinweise zur Diagnostik siehe Dokument (Anlage sept. Arthritis -spezifische mikrobiologische Diagnostik (nach MiQ) (Verweis) (1) Podbielski A, Abele-Horn M, BückerA, et al: Mikrobiologische Diagnostik der Arthritis und Osteomyelitis (MIQ 18/2014) IN: Podbielski A, Abele-Horn M, Herrmann M, Kniehl E, Mauch H, Rüssmann H (eds.). Mikrobiologisch-infektologische Qualitätsstandards.Urban & Fischer 2014 (2) Suerbaum S, Burchard GD, Kaufmann SHE, Schulz TF. Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2020, 9. Auflage, ISBN 978-3-662-61384-9
Merke: Ein negatives Kultur-/PCR-Ergebnis schließt eine Gelenkinfektion nicht aus!
3 Differentialdiagnosen
Rheumatoide Arthritis, Kristall-induzierte Arthritis, reaktive Arthritis, Trauma, Hämarthros, extraartikuläre Infektion (Bursitis, Phlegmone). Nicht selten liegen einer bakteriellen Gelenkinfektion prädisponierende Faktoren oder gelenkspezifische Vorerkrankungen zugrunde und es ergeben sich simultane Mehrfach-Diagnosen.