DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Diabetischer Fuß/Diagnostik: Difference between revisions
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Die Weichgewebsinfektion ohne Anhalt für Osteomyelitis ist eine klinische Diagnose. Weder Messen der Fußtemperatur noch quantitative Wundkulturen sollten für die Diagnose angewendet werden. | Die Weichgewebsinfektion ohne Anhalt für Osteomyelitis ist eine klinische Diagnose. Weder Messen der Fußtemperatur noch quantitative Wundkulturen sollten für die Diagnose angewendet werden. | ||
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Revision as of 12:43, 8 January 2022
Diagnostik
Mit Hilfe der PEDIS-Klassifikation werden die Läsionen des Diabetische Fußsyndroms beschrieben (P=Perfusion, E=Extent, D=Depth, I=Infection, S=Sensation). Die IWGDF/IDSA Klassifikation beschreibt nur den Schweregrad der DFI.
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Die DFI ist eine klinische Diagnose und beruht auf dem Vorhandensein von lokalen und/oder systemischen Entzündungszeichen. Da die meisten diabetischen Fußinfektionen von offenen Wunden ausgehen und diese regelmäßig mit Mikroorganismen besiedelt sind, kann ein diabetischer Fußinfekt nicht allein durch das Ergebnis einer mikrobiologischen Untersuchung diagnostiziert werden.
Die Weichgewebsinfektion ohne Anhalt für Osteomyelitis ist eine klinische Diagnose. Weder Messen der Fußtemperatur noch quantitative Wundkulturen sollten für die Diagnose angewendet werden.
Bei Vorliegen einer DFI sollte Material für die Erregerdiagnostik gewonnen werden. Dabei sind Sensitivität und Spezifität der mikrobiologischen Untersuchung einer Gewebeprobe (nach Säubern und Debridement) höher als ein Wundabstrich. Wiederholte Kulturen bei Nichtansprechen auf Therapie können sinnvoll sein, allerdings können auch resistente Mikroorganismen nachgewiesen werden, die möglicherweise eher Kontamination als Pathogen sind.
Molekularbiologische Methoden sollten nicht zur primären Erregerdiagnostik angewendet werden.
Bei Verdacht auf Osteomyelitis sollte eine Kombination von Probe-to-Bone Test (Einführen einer sterilen Sonde in die Wunde: erfolgt Knochenkontakt, ist dies ein Hinweis auf Osteomyelitis; PPV 0,57; NPV 0,98), Entzündungsmarkern (CRP, Leukozyten) und Röntgenbild angewendet werden. Wenn die Diagnose der Osteomyelitis fraglich bleibt, ist eine weitere Bildgebung angezeigt, z.B. MRT. Bei Kontraindikationen für ein MRT kommen andere nuklearmedizinische Verfahren infrage, z.B. PET-CT oder Leukozyten-Szintigraphie. Sollte die Diagnose der Osteomyelitis weiterhin nicht sicher gestellt werden können oder eine Erregerdiagnostik zur Wahl des Antibiotikums notwendig sein, müssen Knochenbiopsien perkutan oder chirurgisch (nicht durch die Wunde) für Mikrobiologie und Pathologie gewonnen werden.
Folgende Befunde erhöhten die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine diabetische Fußosteomyelitis handelt:
- positiver “probe to bone” Test
- chronische Ulzera trotz adäquater Wundbehandlung länger als 4 Wochen
- große (>2cm) und tiefe (>3mm) Ulzera
- stark geschwollene, gerötete Zehen
Insbesondere die diabetische neuropathische Osteoarthropathie (Charcot Fuß) lässt sich als nichtinfektiöse Zerstörung von Knochen und Gewebe oft nur schwierig von der diabetischen Fußosteomyelitis abgrenzen.
Sensitivität und Spezifität verschiedener bildgebender Verfahren zum Nachweis einer diabetischen Fußosteomyelitis:
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