DGI:Opportunistische Infektionen/VZV/Klinisches Bild: Difference between revisions

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== Klinisches Bild ==
==Klinisches Bild==
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=== Leitsymptome ===
<span class="toctext">Windpocken sind gekennzeichnet durch Prodromalsymptome wie Fieber, Müdigkeit und Appetitlosigkeit, gefolgt von einem charakteristischen generalisierten vesikulären Ausschlag. Die Primärinfektion hat bei Kindern in der Regel einen milden Krankheitsverlauf, verursacht aber gelegentlich Komplikationen wie bakterielle Superinfektionen. Auch schwere neurologische Komplikationen können auftreten. Bei Erwachsenen und insbesondere bei immungeschwächten Personen kann die Primärinfektion sehr schwer mit hohem Fieber und viszeraler Beteiligung verlaufen.</span>
<span class="toctext">Windpocken sind gekennzeichnet durch Prodromalsymptome wie Fieber, Müdigkeit und Appetitlosigkeit, gefolgt von einem charakteristischen generalisierten vesikulären Ausschlag. Die Primärinfektion hat bei Kindern in der Regel einen milden Krankheitsverlauf, verursacht aber gelegentlich Komplikationen wie bakterielle Superinfektionen. Auch schwere neurologische Komplikationen können auftreten. Bei Erwachsenen und insbesondere bei immungeschwächten Personen kann die Primärinfektion sehr schwer mit hohem Fieber und viszeraler Beteiligung verlaufen.</span>


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<span class="toctext">Die postherpetische Neuralgie ist eine schmerzhafte Langzeitkomplikation.</span>
<span class="toctext">Die postherpetische Neuralgie ist eine schmerzhafte Langzeitkomplikation.</span>


<span class="toctext">2.2 [[Handbuch:Erkrankungskapitel Vorlage#Klinische%20Situationen|<span style="color: #0060DF">Klinische Situationen</span>]]</span>
=== Klinische Situtionen ===
 
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<span class="toctext">2.3 [[Handbuch:Erkrankungskapitel Vorlage#Epidemiologie|<span style="color: #0060DF">Epidemiologie</span>]]</span>
=== Epidemiologie ===
 
<span class="toctext">Varizellen resultieren aus einer exogenen Primärinfektion mit VZV und sind mit einer Manifestationsrate von >85% hochgradig ansteckend. Die Übertragung erfolgt über Tröpfchen aus nasopharyngealen Sekreten oder durch direkten Kontakt mit Bläschenflüssigkeit aus Hautläsionen.</span>
<span class="toctext">Varizellen resultieren aus einer exogenen Primärinfektion mit VZV und sind mit einer Manifestationsrate von >85% hochgradig ansteckend. Die Übertragung erfolgt über Tröpfchen aus nasopharyngealen Sekreten oder durch direkten Kontakt mit Bläschenflüssigkeit aus Hautläsionen.</span>


<span class="toctext">Während der primären VZV-Infektion etabliert das Virus eine Latenz in den Spinal- und Hirnnervenganglien. Es wird geschätzt, dass 30-50 Prozent der ungeimpften Menschen im Laufe ihres Lebens eine endogene Reaktivierung mit Ausbildung eines Herpes zoster erleben. Bei der Mehrzahl der VZV-Infektionen bei erwachsenen Patient*innen mit hämatologischen Erkrankungen handelt es sich um Reaktivierungen, 80 % zeigen eine lokalisierte Erkrankung.</span>
<span class="toctext">Während der primären VZV-Infektion etabliert das Virus eine Latenz in den Spinal- und Hirnnervenganglien. Es wird geschätzt, dass 30-50 Prozent der ungeimpften Menschen im Laufe ihres Lebens eine endogene Reaktivierung mit Ausbildung eines Herpes zoster erleben. Bei der Mehrzahl der VZV-Infektionen bei erwachsenen Patient*innen mit hämatologischen Erkrankungen handelt es sich um Reaktivierungen, 80 % zeigen eine lokalisierte Erkrankung.</span>


[[Handbuch:Erkrankungskapitel Vorlage#Prognose|<span class="toctext"><span style="color: #0060DF">2.4 Prognose</span></span>]]
=== Prognose ===
<span class="toctext">Die viszerale Dissemination in immungeschwächten Wirten ist mit einer hohen Mortalität verbunden</span>
<span class="toctext">Die viszerale Dissemination in immungeschwächten Wirten ist mit einer hohen Mortalität verbunden.</span>
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Revision as of 08:58, 12 May 2021

Klinisches Bild

Leitsymptome

Windpocken sind gekennzeichnet durch Prodromalsymptome wie Fieber, Müdigkeit und Appetitlosigkeit, gefolgt von einem charakteristischen generalisierten vesikulären Ausschlag. Die Primärinfektion hat bei Kindern in der Regel einen milden Krankheitsverlauf, verursacht aber gelegentlich Komplikationen wie bakterielle Superinfektionen. Auch schwere neurologische Komplikationen können auftreten. Bei Erwachsenen und insbesondere bei immungeschwächten Personen kann die Primärinfektion sehr schwer mit hohem Fieber und viszeraler Beteiligung verlaufen.

Das Auftreten einer viralen Reaktivierung wird durch altersassoziierte Immunseneszenz, krankheitsbedingte Immunsuppression oder iatrogene Immunsuppression beeinflusst. Der Ausschlag bei Herpes zoster beginnt als erythematöse Papeln, später entwickeln sich vesikuläre Läsionen. Diese treten typischerweise unilateral in einem einzelnen thorakalen oder lumbalen Dermatom oder in mehreren zusammenhängenden Dermatomen auf, und werden oft von starken Schmerzen begleitet, die durch eine akute Neuritis verursacht werden. Die Dermatome von T3 bis L3 sind am häufigsten betroffen. Bei Befall von Hirnnerven kann es zum Zoster ophthalmicus oder Zoster oticus (Ramsey-Hunt-Syndrom) kommen.

Bei immungeschwächten Wirt*innen besteht ein erhöhtes Risiko für wiederholte Episoden von Herpes zoster und schwere VZV-bedingte Komplikationen. Herpes zoster kann kutan generalisieren oder sich mit atypischen, zum Teil hämorrhagischen Läsionen präsentieren. Eine viszerale Beteiligung kann auch ohne Hautmanifestationen auftreten. Infektionen in anderen Organen lösen unspezifischere Symptome aus, sodass weitere Diagnostik erfolgen muss.

Die postherpetische Neuralgie ist eine schmerzhafte Langzeitkomplikation.

Klinische Situtionen

Varizella Zoster Virus-Erkrankung (VZV)

s.o. zzgl. fehlende Impfung, Steroide, hohes Alter

Lokalisation:

           2.2.1: Gürtelrose, atypische, bisweilen generalisierte Verteilung der Läsionen

           2.2.2: Lunge

           2.2.3: ZNS

Epidemiologie

Varizellen resultieren aus einer exogenen Primärinfektion mit VZV und sind mit einer Manifestationsrate von >85% hochgradig ansteckend. Die Übertragung erfolgt über Tröpfchen aus nasopharyngealen Sekreten oder durch direkten Kontakt mit Bläschenflüssigkeit aus Hautläsionen.

Während der primären VZV-Infektion etabliert das Virus eine Latenz in den Spinal- und Hirnnervenganglien. Es wird geschätzt, dass 30-50 Prozent der ungeimpften Menschen im Laufe ihres Lebens eine endogene Reaktivierung mit Ausbildung eines Herpes zoster erleben. Bei der Mehrzahl der VZV-Infektionen bei erwachsenen Patient*innen mit hämatologischen Erkrankungen handelt es sich um Reaktivierungen, 80 % zeigen eine lokalisierte Erkrankung.

Prognose

Die viszerale Dissemination in immungeschwächten Wirten ist mit einer hohen Mortalität verbunden.