DGI:Nosokomiale Pneumonie/Klinisches Bild/Klinische Situationen: Difference between revisions

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<span style="color: black">Auch bei schwerer respiratorischer Insuffizienz einzuleiten.</span>
<span style="color: black">Auch bei schwerer respiratorischer Insuffizienz einzuleiten.</span>
'''<span style="color: black">Entitäten der HAP und klinische Implikationen</span>'''
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<span style="color: black">Zu erwartendes Erregerspektrum: v.a. Enterobakterien, Haemophilus, Pneumokokken und ''S. aureus''. Je nach zusätzlichen Risikofaktoren kommen auch MRE und Non-Fermenter hinzu.</span>
<span style="color: #333333"> </span><span style="color: black">Late-onset HAP:</span>
<span style="color: black">Besonderheiten: Erhöhtes Risiko für multiresistente, insb. gramnegative Erreger und für Non-Fermenter (''Pseudomonas aeruginosa'' (!); seltener, insb. bei ausgedehnter Vortherapie, Lungenkranken u./o. längerer Beatmung auch Acinetobacter und Stenotrophomonas).</span>
<span style="color: black">Das Risiko für multiresistente Erreger (MRE) siehe: Therapierelevante Risikofaktoren für MRE bei nosokomialer Pneumonie (</span><span style="color: black">⧴</span><span style="color: black">Kapitel: Empirische Therapie)</span>
<span style="color: #333333">Anmerkung: Die Unterscheidung zwischen der „Early-onset“-Pneumonie und der „Late-onset“-Pneumonie , wird durch folgende Publikation von Frau Prof. Gastmeier infrage gestellt (doi: 10.1128/AAC.01070-08) Bei den durch das Krankenhaus Infektions Surveillance System.( KISS) ermittelten beatmungsassoziierten Pneumonien war kein Unterschied im Erregerspektrum der „Early-onset“-Pneumonie und der „Late-onset“-Pneumonie zu verzeichnen. Die häufigsten Erreger waren in beiden Fällen S. aureus, P. aeruginosa, K. pneumoniae und E. coli. Potenzielle multiresistente Erreger traten in beiden Gruppen zu etwa einem Drittel der Fälle auf. Darüber hinaus gab es bei der „Late-onset“-Pneumonie Patienten, bei denen keine multiresistenten Erreger nachgewiesen wurden. </span>
<span style="color: #333333">Da in der Leitlinie von 2017 die Einteilung noch aufgegriffen wird, haben wir sie hier auch übernommen. Eine Aktualisierung der Leitlinie ist in Planung.</span>
<span style="color: #333333"> </span><span style="color: black">Definition Nonfermenter: Bakterien, die nicht in der Lage sind, Glukose zu fermentieren: Pseudomonas, Acinetobacter, Burkholderia, Legionella, Bordetella, Moraxella, Stenotrophomonas</span>
'''<span style="color: black">Einteilung nach Art der Beatmung:</span>'''
<span style="color: black">Bei VAP liegen gehäuft resistente Erreger vor. Insbesondere bei Patienten mit schweren strukturellen Lungenerkrankungen (z. B. schwere COPD, Bronchiektasen) spielen Non-Fermenter eine wichtige Rolle: Bei diesen Patienten ist ''Pseudomonas aeruginosa'' in der empirischen Therapie zu berücksichtigen.</span>
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Revision as of 16:14, 18 August 2021

Schweregradeinschätzung:

Immer fragen: Besteht eine Sepsis? Besteht eine schwere respiratorische Insuffizienz?                                            

Dazu mindestens ein Assessment mittel quick Sepsis-related organ failure assessment score, qSOFA (Normalstation) bzw. ein SOFA-Score (Intensivstation), (Kapitel Sepsis) und eine Blutgasanalyse

Merke: Bei Patienten, die zwei der folgenden drei qSOFA-Kriterien erfüllen, ist von einem schlechteren Outcome auszugehen:

·        Atemfrequenz ≥ 22/min

·        verändertes Bewusstsein (Glasgow Coma Score < 15)

·        systolischer Blutdruck ≤ 100 mmHg

Ein negativer qSOFA schließt eine Sepsis jedoch nicht aus.

Bei einem erfüllten Kriterium sollte der volle SOFA-Score bestimmt werden.

Bei jedem begründeten Sepsis-Verdacht (d. h. Infektionsverdacht mit Zeichen des Mehr-/Multi-Organversagens) besteht Lebensgefahr (!).

Dann nach sog. 1-Stunden-Sepsisbündel (Kapitel Sepsis) vorgehen:

·        Ohne Verzögerung Blutkulturen asservieren  

·        Adäquate empirische antimikrobielle Therapie einleiten

·        Verlegung auf eine Überwachungs- bzw. Intensivstation

Auch bei schwerer respiratorischer Insuffizienz einzuleiten.


Entitäten der HAP und klinische Implikationen

Einteilung nach Zeitpunkt des Erwerbs:

Pneumonie bis zu 48 h nach Krankenhausaufnahme: Ambulant erworbenen Pneumonie ( Kapitel CAP)

Early-onset HAP[KE1] :

Zu erwartendes Erregerspektrum: v.a. Enterobakterien, Haemophilus, Pneumokokken und S. aureus. Je nach zusätzlichen Risikofaktoren kommen auch MRE und Non-Fermenter hinzu.

Late-onset HAP:

Besonderheiten: Erhöhtes Risiko für multiresistente, insb. gramnegative Erreger und für Non-Fermenter (Pseudomonas aeruginosa (!); seltener, insb. bei ausgedehnter Vortherapie, Lungenkranken u./o. längerer Beatmung auch Acinetobacter und Stenotrophomonas).

Das Risiko für multiresistente Erreger (MRE) siehe: Therapierelevante Risikofaktoren für MRE bei nosokomialer Pneumonie (Kapitel: Empirische Therapie)

Anmerkung: Die Unterscheidung zwischen der „Early-onset“-Pneumonie und der „Late-onset“-Pneumonie , wird durch folgende Publikation von Frau Prof. Gastmeier infrage gestellt (doi: 10.1128/AAC.01070-08) Bei den durch das Krankenhaus Infektions Surveillance System.( KISS) ermittelten beatmungsassoziierten Pneumonien war kein Unterschied im Erregerspektrum der „Early-onset“-Pneumonie und der „Late-onset“-Pneumonie zu verzeichnen. Die häufigsten Erreger waren in beiden Fällen S. aureus, P. aeruginosa, K. pneumoniae und E. coli. Potenzielle multiresistente Erreger traten in beiden Gruppen zu etwa einem Drittel der Fälle auf. Darüber hinaus gab es bei der „Late-onset“-Pneumonie Patienten, bei denen keine multiresistenten Erreger nachgewiesen wurden.

Da in der Leitlinie von 2017 die Einteilung noch aufgegriffen wird, haben wir sie hier auch übernommen. Eine Aktualisierung der Leitlinie ist in Planung.

Definition Nonfermenter: Bakterien, die nicht in der Lage sind, Glukose zu fermentieren: Pseudomonas, Acinetobacter, Burkholderia, Legionella, Bordetella, Moraxella, Stenotrophomonas

Einteilung nach Art der Beatmung:

Bei VAP liegen gehäuft resistente Erreger vor. Insbesondere bei Patienten mit schweren strukturellen Lungenerkrankungen (z. B. schwere COPD, Bronchiektasen) spielen Non-Fermenter eine wichtige Rolle: Bei diesen Patienten ist Pseudomonas aeruginosa in der empirischen Therapie zu berücksichtigen.