DGI:Opportunistische Infektionen/Kryptokokkose/Klinisches Bild/Klinische Situationen: Difference between revisions

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Die pulmonale Form der Kryptokokkose kann sich klinisch in unterschiedlichen Schweregraden manifestieren - von der asymptomatischen Kolonisation, über eine moderate Pneumonie bis hin zum Acute Respiratory Distress Syndrom (ARDS). Auch radiologisch kann sich die pulmonale Kryptokokkose sehr unspezifisch präsentieren. Es zeigen sich solitäre oder multiple Noduli, segmentale oder lobuläre Konsolidierungen, Kavernen oder diffuse interstitielle Infiltrate. Das Auftreten von Pleuraergüssen ist eher untypisch für eine Kryptokokkose. Husten, Hämoptysen, Dyspnoe sowie ein pleuritischer Thoraxschmerz können als klinische Symptome auftreten. Die pulmonale Form der Kryptokokkose manifestiert sich klinisch signifikant häufiger bei Nicht-HIV-bedingter Immunsuppression.^1
Die pulmonale Form der Kryptokokkose kann sich klinisch in unterschiedlichen Schweregraden manifestieren - von der asymptomatischen Kolonisation, über eine moderate Pneumonie bis hin zum Acute Respiratory Distress Syndrom (ARDS). Auch radiologisch kann sich die pulmonale Kryptokokkose sehr unspezifisch präsentieren. Es zeigen sich solitäre oder multiple Noduli, segmentale oder lobuläre Konsolidierungen, Kavernen oder diffuse interstitielle Infiltrate. Das Auftreten von Pleuraergüssen ist eher untypisch für eine Kryptokokkose. Husten, Hämoptysen, Dyspnoe sowie ein pleuritischer Thoraxschmerz können als klinische Symptome auftreten. Die pulmonale Form der Kryptokokkose manifestiert sich klinisch signifikant häufiger bei Nicht-HIV-bedingter Immunsuppression.<ref>Pappas PG. Cryptococcal infections in non-HIV-infected patients. Trans Am Clin Climatol Assoc. 2013;124:61-79.</ref>


Die dermale Form der Kryptokokkose kann entweder im Rahmen einer disseminierten Kryptokokkose oder eines Inokulationstrauma entstehen. Die Inzidenz von kutanen Läsionen bei der AIDS-assozierten disseminierten Kryptokokkose liegt bei ca. 6%, wohingegen 10% bis 15% der Patient:innen mit einer disseminierten Kryptokokkose infolge einer Organtransplantation oder Hochdosis-Steroidtherapie eine dermale Beteiligung aufweisen. Insbesondere Patient:innen unter einer Therapie mit Tacrolimus haben ein erhöhtes Risiko, eine dermale Kryptokokkose zu entwickeln, da sich zwar eine temperaturabhängige Wirkung gegen Kryptokokken zeigt, diese jedoch in niedrig temperierten Körperarealen abnimmt^2. Die kutanen Läsionen präsentieren sich initial als schmerzlose Mollusken (mit zentraler Delle) bzw. akneähnlichen Papeln, die im Verlauf nekrotisieren.
Die dermale Form der Kryptokokkose kann entweder im Rahmen einer disseminierten Kryptokokkose oder eines Inokulationstrauma entstehen. Die Inzidenz von kutanen Läsionen bei der AIDS-assozierten disseminierten Kryptokokkose liegt bei ca. 6%, wohingegen 10% bis 15% der Patient:innen mit einer disseminierten Kryptokokkose infolge einer Organtransplantation oder Hochdosis-Steroidtherapie eine dermale Beteiligung aufweisen. Insbesondere Patient:innen unter einer Therapie mit Tacrolimus haben ein erhöhtes Risiko, eine dermale Kryptokokkose zu entwickeln, da sich zwar eine temperaturabhängige Wirkung gegen Kryptokokken zeigt, diese jedoch in niedrig temperierten Körperarealen abnimmt<ref name=":0">Negroni R. Cryptococcosis. Clin Dermatol. 2012;30(6):599-609.</ref>. Die kutanen Läsionen präsentieren sich initial als schmerzlose Mollusken (mit zentraler Delle) bzw. akneähnlichen Papeln, die im Verlauf nekrotisieren.


Andere klinische Manifestationen einer disseminierten Kryptokokkose: Die Beteiligung des Urogenitaltrakts ist häufig und verläuft meistens klinisch asymptomatisch2. Eine Knochenbeteiligung tritt in weniger als 10% der disseminierten Kryptokokkosen auf. Insbesondere die Wirbelkörper, der Schädel sowie die Epiphysen der langen Knochen sind betroffen^2.
Andere klinische Manifestationen einer disseminierten Kryptokokkose: Die Beteiligung des Urogenitaltrakts ist häufig und verläuft meistens klinisch asymptomatisch<ref name=":0" />. Eine Knochenbeteiligung tritt in weniger als 10% der disseminierten Kryptokokkosen auf. Insbesondere die Wirbelkörper, der Schädel sowie die Epiphysen der langen Knochen sind betroffen<ref name=":0" />.
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Revision as of 14:38, 24 November 2021

Die pulmonale Form der Kryptokokkose kann sich klinisch in unterschiedlichen Schweregraden manifestieren - von der asymptomatischen Kolonisation, über eine moderate Pneumonie bis hin zum Acute Respiratory Distress Syndrom (ARDS). Auch radiologisch kann sich die pulmonale Kryptokokkose sehr unspezifisch präsentieren. Es zeigen sich solitäre oder multiple Noduli, segmentale oder lobuläre Konsolidierungen, Kavernen oder diffuse interstitielle Infiltrate. Das Auftreten von Pleuraergüssen ist eher untypisch für eine Kryptokokkose. Husten, Hämoptysen, Dyspnoe sowie ein pleuritischer Thoraxschmerz können als klinische Symptome auftreten. Die pulmonale Form der Kryptokokkose manifestiert sich klinisch signifikant häufiger bei Nicht-HIV-bedingter Immunsuppression.[1]

Die dermale Form der Kryptokokkose kann entweder im Rahmen einer disseminierten Kryptokokkose oder eines Inokulationstrauma entstehen. Die Inzidenz von kutanen Läsionen bei der AIDS-assozierten disseminierten Kryptokokkose liegt bei ca. 6%, wohingegen 10% bis 15% der Patient:innen mit einer disseminierten Kryptokokkose infolge einer Organtransplantation oder Hochdosis-Steroidtherapie eine dermale Beteiligung aufweisen. Insbesondere Patient:innen unter einer Therapie mit Tacrolimus haben ein erhöhtes Risiko, eine dermale Kryptokokkose zu entwickeln, da sich zwar eine temperaturabhängige Wirkung gegen Kryptokokken zeigt, diese jedoch in niedrig temperierten Körperarealen abnimmt[2]. Die kutanen Läsionen präsentieren sich initial als schmerzlose Mollusken (mit zentraler Delle) bzw. akneähnlichen Papeln, die im Verlauf nekrotisieren.

Andere klinische Manifestationen einer disseminierten Kryptokokkose: Die Beteiligung des Urogenitaltrakts ist häufig und verläuft meistens klinisch asymptomatisch[2]. Eine Knochenbeteiligung tritt in weniger als 10% der disseminierten Kryptokokkosen auf. Insbesondere die Wirbelkörper, der Schädel sowie die Epiphysen der langen Knochen sind betroffen[2].

  1. Pappas PG. Cryptococcal infections in non-HIV-infected patients. Trans Am Clin Climatol Assoc. 2013;124:61-79.
  2. 2.0 2.1 2.2 Negroni R. Cryptococcosis. Clin Dermatol. 2012;30(6):599-609.