DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Prophylaxe der Neugeborenen Sepsis durch Gruppe-B-Streptokokken/Klinisches Bild: Difference between revisions

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Revision as of 05:43, 16 May 2022

Die Mutter ist bei einer Besiedelung mit B-Streptokokken meist asymptomatisch. Auch Neugeborene können zunächst asymptomatisch sein oder nur unspezifische Symptome zeigen. Deshalb ist die konsequente postnatale Überwachung zur möglichst raschen Feststellung einer Infektion entscheidend.


Unspezifische Symptome:

  • Trinkschwäche
  • Apathie/Lethargie
  • Arterielle Hypertonie/Tachykardie
  • Dyspnoe
  • Fieber oder Hypothermie
  • Veränderungen des Hautkolorits (fahl bis grau)


Spezifische Symptome

  • Neubegorenenmeningitis:
    • Kein Meningismus!
    • Early-onset: Erbrechen
    • Late-onset: Vorwölbung der Fontanelle, Krampfanafalle, schrilles Schreien
  • Neugeborenen Pneumonie
    • Tachypnoe mit interkostalen und sternalen Einziehungen
    • Dyspnoe


  • In Deutschland haben ca. 16% der Schwangeren eine Gruppe-B-Streptokokken Besiedelung
  • Geschätzt gibt es 2 bis 5 GBS Infektionen je 1000 Geburten in Deutschland
  • In den USA lag die Inzidenz der early-onset-Infektionen vor Einführung der GBS-Prophylaxe bei 1,8 Fällen je 1000 Geburten. Im Jahr 2010 lag diese nach Einführung der GBS-Prophylaxe bei 0,26 Fällen je 1000 Geburten.
  • Die Letalität liegt bei ca. 4%
  • Bei der Mehrheit der betroffenen Kinder handelt es sich um reife Neugeborene

Die Einführung eines Screenings auf vaginale Gruppe-B-Streptokokken Besiedelung, sowie der prophylaktischen Antibiotikagabe bei positiv getesteten und Schwangeren mit unbekannter Besiedelung, führte zu einer Reduzierung der early-onset-Neugeborenensepsis um 85%. Und obwohl die Letalität der reifen Neugeborenen in den vergangenen Jahren gefallen ist, liegt sie noch bei 4%. Eine durchgemachte GBS-Meningitis zeigt in 19% der Fälle schwere und in 25% leichte- bis mittelschwere neurologische Langzeitfolgen.