DGI:Multiresistente Erreger/Klinisches Bild: Difference between revisions

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===<span class="mw-headline" id="Klinische_Situationen" style="box-sizing: inherit;">Klinische Situationen</span>===
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Grundsätzlich besteht das Risiko für eine Kolonisierung mit multiresistenten Bakterien insbesondere bei Patienten, die regelmäßigen Kontakt mit dem Gesundheitssystem haben bzw. im Kontext eines stationären Aufenthaltes. Multiresistente Erreger können allerdings auch über die Umwelt oder Nahrungskette erworben werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Kolonisierung steigt mit einer vorhergehenden Antibiotikaexposition. Ebenso wird durch eine Antibiotikaexposition nach erfolgter Kolonisierung der Selektionsdruck erhöht, sodass es zu einer Dominanz der multiresistenten Bakterien innerhalb der Darmmikrobiota kommen kann, die dann wiederum ein Risiko für eine nachfolgende Translokation und Infektion darstellt. Risikofaktoren für eine solche Progression von Kolonisation zu Infektion sind jegliche Störungen der Barrierefunktion, z.B. Chemotherapien und Immunsuppressiva, Traumata, chirurgische Eingriffe und Fremdkörper.
Grundsätzlich besteht das Risiko für eine Kolonisierung mit multiresistenten Bakterien insbesondere bei Patienten, die regelmäßigen Kontakt mit dem Gesundheitssystem haben bzw. im Kontext eines stationären Aufenthaltes. Multiresistente Erreger können allerdings auch über die Umwelt oder Nahrungskette erworben werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Kolonisierung steigt mit einer vorhergehenden Antibiotikaexposition. Ebenso wird durch eine Antibiotikaexposition nach erfolgter Kolonisierung der Selektionsdruck erhöht, sodass es zu einer Dominanz der multiresistenten Bakterien innerhalb der Darmmikrobiota kommen kann, die dann wiederum ein Risiko für eine nachfolgende Translokation und Infektion darstellt. Risikofaktoren für eine solche Progression von Kolonisation zu Infektion sind jegliche Störungen der Barrierefunktion, z.B. Chemotherapien und Immunsuppressiva, Traumata, chirurgische Eingriffe und Fremdkörper.<br />
 
===<span class="mw-headline" id="Epidemiologie" style="box-sizing: inherit;">Epidemiologie</span>===
===<span class="mw-headline" id="Epidemiologie" style="box-sizing: inherit;">Epidemiologie</span>===
Basierend auf den EARS Net 2018 Angaben ergeben sich für Deutschland für die häufigsten resistenten Erreger folgende Inzidenzen:
Basierend auf den EARS Net 2018 Angaben ergeben sich für Deutschland für die häufigsten resistenten Erreger folgende Inzidenzen:

Revision as of 19:54, 14 June 2021

Klinisches Bild

Leitsymptome

Eine Kolonisierung mit multiresistenten Bakterien verläuft asymptomatisch.

Klinische Situationen

Grundsätzlich besteht das Risiko für eine Kolonisierung mit multiresistenten Bakterien insbesondere bei Patienten, die regelmäßigen Kontakt mit dem Gesundheitssystem haben bzw. im Kontext eines stationären Aufenthaltes. Multiresistente Erreger können allerdings auch über die Umwelt oder Nahrungskette erworben werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Kolonisierung steigt mit einer vorhergehenden Antibiotikaexposition. Ebenso wird durch eine Antibiotikaexposition nach erfolgter Kolonisierung der Selektionsdruck erhöht, sodass es zu einer Dominanz der multiresistenten Bakterien innerhalb der Darmmikrobiota kommen kann, die dann wiederum ein Risiko für eine nachfolgende Translokation und Infektion darstellt. Risikofaktoren für eine solche Progression von Kolonisation zu Infektion sind jegliche Störungen der Barrierefunktion, z.B. Chemotherapien und Immunsuppressiva, Traumata, chirurgische Eingriffe und Fremdkörper.

Epidemiologie

Basierend auf den EARS Net 2018 Angaben ergeben sich für Deutschland für die häufigsten resistenten Erreger folgende Inzidenzen:

Speziesname Resistenzmuster Prozentualer Anteil an analysierten Isolaten
S. aureus Methicillin-resistent (MRSA) 7,6%
E. faecium Vancomycin resistent (VRE) 23,8%
E. coli Extended Spectrum ß-Laktamase (ESBL) 12,2%
K. pneumoniae ESBL 12,2%
P. aeruginosa Piperacillin/Tazobactam Resistenz 13,5%
K. pneumoniae Carbapenemresistenz 0,4%

Tab. 1: Häufigste resistente Erreger und Inzidenzen