DGI:Blutstrominfektion/Hefepilze/Candida/Klinisches Bild/Klinische Situationen: Difference between revisions

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=====Candida albicans=====
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''C. albicans'' ist mit 50-70 % der Fälle die häufigste Ursache einer Candidämie in Deutschland, die Anzahl ist zeigt eine geographische Abhängigkeit (Basetti M et al 2019). Horizontale Transmissionen sind in Vergleich zu anderen ''Candida'' spp., mit Ausnahme von ''C. parapsilosis'' gehäuft beschrieben. Kausal relevant sind bei ''C. albicans'' auch Katheter-assoziierte Infektionen sowie ein intraabdomineller Fokus.
''C. albicans'' ist mit 50-70 % der Fälle die häufigste Ursache einer Candidämie in Deutschland, die Anzahl ist zeigt eine geographische Abhängigkeit<ref>Basetti M et al 2019</ref>. Horizontale Transmissionen sind in Vergleich zu anderen ''Candida'' spp., mit Ausnahme von ''C. parapsilosis'' gehäuft beschrieben. Kausal relevant sind bei ''C. albicans'' auch Katheter-assoziierte Infektionen sowie ein intraabdomineller Fokus.




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=====Candida glabrata und andere Non-albicans Spezies=====
=====Candida glabrata und andere Non-albicans Spezies=====
Die Nachweishäufigkeit anderer ''Candida'' spp. als ''C. albicans'' als Erreger von Candidämien wird beeinflusst von geographischen Gegebenheiten und Patienten-bezogenen Risikofaktoren, insgesamt nimmt der Anteil zu (Zhang W. et al 2019). Außerhalb von Nord-/Westeuropa und den USA sind Non-albicans-Spezies (NAC) inzwischen häufiger als eine ''C. albicans'' Infektion. Global gesehen ist die Häufigkeitsverteilung etwa: ''C. glabrata'' ''> C. parapsilosis > C. tropicalis > C. krusei''. Deutlich seltener kommen ''C. guilliermondii, C. lusitaniae, C. kefyr, C. famata, C. inconspicua, C. rugosa, C. dubliniensis'' und ''C. norvegensis'' vor (Guineal J. 2014).
Die Nachweishäufigkeit anderer ''Candida'' spp. als ''C. albicans'' als Erreger von Candidämien wird beeinflusst von geographischen Gegebenheiten und Patienten-bezogenen Risikofaktoren, insgesamt nimmt der Anteil zu<ref>Zhang W. et al 2019</ref>. Außerhalb von Nord-/Westeuropa und den USA sind Non-albicans-Spezies (NAC) inzwischen häufiger als eine ''C. albicans'' Infektion. Global gesehen ist die Häufigkeitsverteilung etwa: ''C. glabrata'' ''> C. parapsilosis > C. tropicalis > C. krusei''. Deutlich seltener kommen ''C. guilliermondii, C. lusitaniae, C. kefyr, C. famata, C. inconspicua, C. rugosa, C. dubliniensis'' und ''C. norvegensis'' vor<ref name=":0">Guineal J. 2014</ref>.


Bei Neonaten kommt ''C. parapsilosis'' zum Teil häufiger vor als ''C. albicans'' (Guinea J. 2014). Bei beiden Spezies sind horizontale Transmissionen beschrieben.
Bei Neonaten kommt ''C. parapsilosis'' zum Teil häufiger vor als ''C. albicans''<ref name=":0" />. Bei beiden Spezies sind horizontale Transmissionen beschrieben.




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Revision as of 12:45, 22 August 2022

Candida albicans

C. albicans ist mit 50-70 % der Fälle die häufigste Ursache einer Candidämie in Deutschland, die Anzahl ist zeigt eine geographische Abhängigkeit[1]. Horizontale Transmissionen sind in Vergleich zu anderen Candida spp., mit Ausnahme von C. parapsilosis gehäuft beschrieben. Kausal relevant sind bei C. albicans auch Katheter-assoziierte Infektionen sowie ein intraabdomineller Fokus.


C. albicans
Diagnostik Blutkulturen
Anamnese Intensivpatienten, Katheter assoziierte Infektionen, Urinkatheter
Sonstiges, Fokussuche C. albicans ist assoziiert mit einer okulären Beteiligung. Eine okkuläre Beteiligung wird insgesamt bis zu 13% der Fälle nachgewiesen.
Therapie Echinocandin (Caspofungin: d1 70 mg 1x täglich i.v., ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: 70mg/d)
Oralisierung Wenn sensibel und Patient stabil: Wechsel auf Fluconazol nach 5-7 Tagen auf Fluconazol (d1 800mg/d, ab d2 400mg/d)

Tabelle[2]

Candida glabrata und andere Non-albicans Spezies

Die Nachweishäufigkeit anderer Candida spp. als C. albicans als Erreger von Candidämien wird beeinflusst von geographischen Gegebenheiten und Patienten-bezogenen Risikofaktoren, insgesamt nimmt der Anteil zu[3]. Außerhalb von Nord-/Westeuropa und den USA sind Non-albicans-Spezies (NAC) inzwischen häufiger als eine C. albicans Infektion. Global gesehen ist die Häufigkeitsverteilung etwa: C. glabrata > C. parapsilosis > C. tropicalis > C. krusei. Deutlich seltener kommen C. guilliermondii, C. lusitaniae, C. kefyr, C. famata, C. inconspicua, C. rugosa, C. dubliniensis und C. norvegensis vor[4].

Bei Neonaten kommt C. parapsilosis zum Teil häufiger vor als C. albicans[4]. Bei beiden Spezies sind horizontale Transmissionen beschrieben.


C. glabrata C. parapsilosis C. tropicalis C. krusei
Diagnostik Positive Kultur häufig erst nach 3-5 Tagen s.o. s.o. s.o.
Allgemeine Anamnese parenterale Infektion, Malignome, Intensivaufenthalte, Liegedauer zentraler Katheter, Abdominalchirurgie, höheres Alter, Corticoisteroidtherapie, Diabetes mellitus und vorhergehender Nachweis einer Candidurie.
Spezifische Anamnese Ältere Patienten, Pat. mit Azolprophylaxe Neonatologie/Pädiatrie, Fremdkörperin-fektionen Malignome / Stammzelltransplantation in Vorgeschichte Schwere Immunsuppression, Pat. mit Azolprophylaxe
Intrinsische Resistenz - - - Fluconazol
Erhöhte MHKs erwartbar Fluconazol (ggf. Kreuzresistenz zur Azolgruppe)

Echinocandine

Echinocandine - Amphotericin B
Therapie Echinocandin (Caspofungin: d1 70mg, ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: 70mg/d) Echinocandin (Caspofungin: d1 70mg, ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: ab d1 70mg/d)

Plus

Fluconazol (d1 800mg/d, ab d2 400mg/d)

Echinocandin (Caspofungin: d1 70mg, ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: 70mg/d) Echinocandin (Caspofungin: d1 70mg, ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: 70mg/d)
Oralisierung Wenn Voriconazol sensibel: Voriconazol 2x/d 6mg/kg KG d1 > ab d2 2x 4mg/kg KG Wenn sensibel auf Fluconazol und stabiler Patient, Wechsel nach 5-7 Tagen auf Fluconazol (d1 800mg/d, ab d2 400mg/d) Wenn Voriconazol sensibel: Voriconazol 2x/d 6mg/kg KG d1 > ab d2 2x 4mg/kg KG
Sonstiges Risikofaktoren für eine Echinocandinresistenz: vorherige Echinocandin-Therapie, rezidivierende Candidämien, Organtransplantationen

Tabelle[5]

  1. Basetti M et al 2019
  2. Pappas, Peter G. et al 2016, Ruhnke M. 2014
  3. Zhang W. et al 2019
  4. 4.0 4.1 Guineal J. 2014
  5. Antinori, S. et al 2016, Sanguinetti M. et al 2015, Ruhnke M. 2014, Guinea J. 2014