DGI:Geschlechtskrankheiten/Klinisches Bild
Klinisches Bild
Klinisches Bild
Die Symptome von sexuell übertragbaren Infektion (STI) können je nach Erreger und Lokalisation vielfältig sein. Nichtsdestotrotz gibt es Leitsymptome, die auf eine STI hindeuten. Diese sind initial zumeist lokal und abhängig von der Lokalisation der Infektion. Je nach Erreger können bis 90% der Fälle asymptomatisch bleiben. So verlaufen beispielsweise bei Männern die Sex mit Männern (MSM) haben bis 85% der diagnostizierten rektalen Chlamydia trachomatis- und Gonokokkeninfektionen asymptomatisch[1].
Je nach Eintrittspforte können unterschieden werden:
- Lokale Hauteffloreszenzen (Rötungen, Ulzera, Bullae, Verrucae)
- Urethritis (Ausfluss, Schmerzen, Brennen, Juckreiz)
- Proktitis (Blutung, Schleimabgang, Schmerzen, Tenesmen)
- Vaginitis und Zervizitis (vermehrter Fluor, Schmerzen)
- Entzündliche Beckenerkrankung incl. Prostatitis und Adnexitis
- Pharyngitis
- Konjunktivitis
Die erregerspezifischen klinischen Leitsymptome sind Tabelle Inkubationszeit, Leitsymptome und Komplikationen häufiger sexuell übertragbarer Infektionen (STI) zu entnehmen.
Nebst den genannten lokalen Leitsymptomen können insbesondere bei Organbeteiligung im Akutstadium systemische Infektionszeichen wie Fieber, Lymphadenopathie und Fatigue vorkommen. Bei einigen Erregern können im Verlauf Spätstadien mit neurologischen, chronisch-entzündlichen oder immunologischen Folgeerkrankungen und Infertilität auftreten.
Aufgrund des zum Teil hohen asymptomatischen Trägertums wird diskutiert und teilweise in Leitlinien empfohlen Menschen mit einem relevant erhöhten Risiko für Geschlechtskrankheiten regelmäßig zu screenen. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem[2]:
- Menschen mit > 5 wechselnden Sexualpartner*innen
- MSM (Männer, die Sex mit Männern haben)
- Sexarbeiter*innen
- Nutzer*innen einer HIV PrEP (Prä-Expositionsprophylaxe für HIV)
- Kondomloser Sex
- Substanzgebrauch beim Geschlechtsverkehr („Chemsex“)
Inkubationszeit, Leitsymptome und Komplikationen häufiger sexuell übertragbarer Infektionen (STI)
| Erreger | Inkubationszeit | Leitsymptome | Komplikationen |
|---|---|---|---|
| Chlamydia trachomatis (CT) | 7 - 21 Tage |
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| Haemophilus ducreyi (HD) | 3 - 5 Tage | Schmerzloses Ulcus molle (evtl. multilokal) | Abszedierung, Fistelbildung |
| Herpes simplex virus (HSV) | 2 - 12 Tage | Schmerzhafte gruppierte Vesiculae |
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| Humanes Papilloma-Virus (HPV) | 2-3 Monate bis zum Auftreten von Feigwarzen
3-6 Jahre bis zum Auftreten von (Prä-) Kanzerosen |
Condylomata acuminata (Feigwarzen) |
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| Neisseria gonorrhoeae (NG) | 1 - 14 Tage |
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| Mycoplasma genitalium (MG) | 7 - 14 Tage |
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| Treponema pallidum (TP, Syphilis) | 14-24 Tage*
*CAVE: grosse Varianz: 10–90 Tage |
Schmerzloses Ulcus durum, lokale Lymphadenopathie
Stammbetontes nichtjuckendes Exanthem, Lymphadenopathie, Fieber, Müdigkeit, Haarausfall, Syphilide palmoplantare Exantheme |
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| Trichomonas vaginalis (TV) | 5 - 30 Tage | Vaginitis, Zervizitis (Fluor) |
- ↑ Kent CK, Chaw JK, Wong W, et al.: Prevalence of rectal, urethral, and pharyngeal chlamydia and gonorrhea detected in 2 clinical settings among men who have sex with men: San Francisco, California, 2003. Clin Infect Dis 2005; 41: 6
- ↑ WHO. Global health sector strategy on sexual transmitted infections 2016–2021. Towards Ending STIs – WHO. 2016. http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/246296/1/WHO-RHR-16.09-eng.pdf.
- ↑ Huang C, Zhu HL, Xu KR, Wang SY, Fan LQ, Zhu WB. Mycoplasma and ureaplasma infection and male infertility: a systematic review and meta-analysis. Andrology. 2015 Sep;3(5):809-16. doi: 10.1111/andr.12078. PMID: 26311339.