DGI:Opportunistische Infektionen/Invasive Aspergillose/Therapie

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Therapie

Die Wahl des Antimykotikums wird davon bestimmt, ob der Patient bereits eine antimykotische Prophylaxe zum Zeitpunkt des Symptombeginns erhalten hat. Sollte dies der Fall sein, besteht der Verdacht auf eine Durchbruchmykose ausgehen und einen Wechsel der Substanzklasse vornehmen.30-32

Tabelle 1. Therapie der invasiven Aspergillose.30-32
Präferenz Substanz Dosierung
Voriconazol oder 2 x 6 mg/kg i.v., pro Tag (d1), dann

2 x 4 mg/kg i.v. pro Tag

Therapie der 1. Wahl Isavuconazol 3 x 200 mg i.v. für 6 Infusionen über 2 Tage, dann

1 x 200 mg i.v. pro Tag

Therapie der 2. Wahl oder bei Azol-Resistenz / bei Druchbruchinfektion unter Azolprophylaxe liposomales Amphotericin B oder 1 x 3 mg/kg i.v. pro Tag
Caspofungin 1 x 70 mg i.v., pro Tag (d1), dann

1 x 50 mg i.v.pro Tag falls KG <80kg

falls KG 80kg 1 x 70mg i.v. pro Tag weiter


Die Standardtherapie ist in Tabelle 1 und im EQUAL Aspergillosis Score 2018 (Abbildung 1B) dargestellt.14,29,33-37 Im Therapieverlauf sollten für Voriconazol Spiegelkontrollen durchgeführt werden, um die Dosierung individuell anzupassen.38

Einige Aspergillus Spezies zeigen eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Antimykotika. Aspergillus terreus weist eine schlechtere Empfindlichkeit gegenüber Amphotericin B auf, so dass Azolantimykotika eingesetzt werden sollten.39 Seltene Spezies, wie z.B. Aspergillus calidoustus oder Aspergillus lentulus sind intrinsisch resistent gegenüber Amphotericin B und Voriconazol.40,41 In den letzten Jahren nehmen Fallberichte zu, die Infektionen mit azol-resistenten Aspergillus fumigatus-Isolaten melden.42-47 Meistens ist eine TR34/L98H-Mutation ursächlich. In einer großen, deutschlandweiten Studie wurden niedrige Resistenzraten erhoben, so dass die Standardtherapie in Deutschland zurzeit weiterhin mit einem Azol erfolgen sollte, sofern die lokale Resistenzrate 10% nicht überschritten wird.13 Nichtsdestotrotz gehört eine Resistenztestung zur Standarddiagnostik. Bei mangelndem Therapieansprechen sollte das Möglichkeit einer Azol-resistenz bedacht werden und eine erneute Probeentnahme erfolgen.