DGI:Opportunistische Infektionen/Zerebrale Toxoplasmose/Klinisches Bild

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Klinisches Bild

2.1 Leitsymptome

·        Immunkompetent: Erstinfektion in den meisten Fällen asymptomatisch; grippeähnliche Symptome mit Fieber und Lymphadenitis möglich; selbstlimitierend.

·        Immunsupprimiert: in der Regel Reaktivierung einer latenten Infektion; bei AIDS-Patienten am häufigsten Enzephalitis (Symptome u.a. Fieber, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, fokal neurologische Defizite, Vigilanzminderung), seltener okulär (Symptome Skotome, Sehstörungen, Erblindung); nach Transplantation disseminierte Verlaufsform möglich mit entsprechenden Symptomen

·        Konnatal: klassische Trias Hydrocephalus, Chorioretinitis, intrazerebrale Verkalkungen; nur eine Minderheit bereits bei Geburt auffällig (mögliche Anzeichen Trinkschwäche, Krampfanfälle, Zerebralparese); Entwicklung einer okulären Toxoplasmose (z.T. beidseitig) bei ca. 50% innerhalb der ersten zwei Lebensjahrzehnte (Symptome Skotome, Sehstörungen, Erblindung).

2.2 Klinische Situationen

Zerebrale Toxoplasmose[1]

2.2.1 HIV-Infektion (CD4 Zellzahl < 100/µl) ohne effektive Prophylaxe, allogene Stammzell- und Organtransplantation

2.2.2 konnatal erworben, symptomatisch

2.3 Epidemiologie

Seroprävalenz in Europa sehr unterschiedlich, in Deutschland bei Erwachsenen durchschnittlich ca. 50%. Anstieg der Durchseuchungsrate beim Erwachsenen ca. 1%/Jahr. Infektion postnatal durch Verzehr rohen oder unzureichend gegarten, zystenhaltigen Fleisches, durch Verzehr mit sporulierten Oozysten kontaminierter Lebensmittel oder durch Schmierinfektion mit kontaminierter Erde/Katzenkot.

Konnatale Infektion gemäß Meldung nach IfSG 6-23 Fälle/Jahr mit hoher Dunkelziffer (Modellrechnungen > 1200 infizierte Kinder/Jahr). Diaplazentare Übertragung bei Erstinfektion der Schwangeren, zunehmende Transmissionsrate bei abnehmender kindlicher Erkrankungsschwere mit Dauer der Schwangerschaft.

2.4 Prognose

Relevante Morbidität. Mortalität der disseminierten Toxoplasmose beim Immunsupprimierten bis zu 80%. Hohe Rezidivrate mit Indikation zur Sekundärprophylaxe.

  1. Sekundärprophylaxe ist notwendig (infektiologisches Konsil)