DGI:Lymphadenitis colli/Diagnostik

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Diagnostik

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Zervikal ist eine Lymphknotengröße bis 1 cm physiologisch. Die wichtigste differentialdiagnostische Überlegung ist zwischen infektiöser und maligner Ätiologie.  Wenn die Lymphknoten gegen das umliegende Gewebe gut verschieblich sind sowie weich und/oder schmerzhaft ist eher von einer infektiösen Genese auszugehen. Bei derben, nicht verschieblichen Lymphknoten eher von einer maligen Genese.

Lymphadenopathien können in lokal und generalisiert unterteilt werden. Eine generalisierte Lymphadenopathie ist definiert als ³ 2 Lymphknotenstationen aus unterschiedlichen Drainagegebieten. Dabei muss vor allem an systemische Erkrankungen gedacht werden. Bei lokalisierten Lymphadenopathien geben die Anatomie der Lymphnotenstation die wegweisende Information auf vorkommende Pathologien.

Lymphknotenstation Drainagegebiet Häufigkeit
präauriculär Augenlider, Konjunktiven, Temporalregion, Ohrmuschel ca 73%
postauriculär Äusserer Gehörgang, Ohrmuschel, Hinterkopfhaut ca 73%
submandibulär Zunge, Glandula submandibularis, Lippen, Mund, Konjunktiven ca 73%
submental Unterlippe, Mundboden, Zungenspitze, Wangenhaut Ca. 73%
okkzipital Hinterkopfhaut ca 73%
jugulär Zunge, Tonsillen, Ohrmuschel, Glandula parotis ca 73%
Hinterer Zervikalbereich Hinterkopfhaut, Nacken sowie pektorale und thorakale Haut ca 73%
Supraclavikulär rechts Mediastinum, Lungen, Ösophagus ca. 1%
Supraclavikulär links horax, Abdomen über den Ductus thoracicus (sog. «Virchow Knoten») ca. 1%

Tabelle 1: cervikale Lymphknotenstationen und deren anatomische Assoziation zum Drainagegebiet, prozentuale Häufigkeit bei lokalisierter Lymphadenopathie

Diagnostische Schritte

Anamnese

  • Bestehen lokale Symptome?
  • Besteht eine B-Symptomatik?
    • Fieber?
    • Nachtschweiß?
    • Gewichtsverlust?
  • Wie lange bestehen diese Symptome? (akut oder chronisch?)
  • Medikamentenanamnese
  • Sexualanamnese?
  • Tierkontakte?
  • Reiseanamnese?
  • Lebensmittelanamnese?
  • Drogenanamnese?
  • Immunsuppression?
  • Aquarium?


Klinische Untersuchung

  • Anzahl Lymphknoten?
  • Größe Lymphknoten?
  • Konsistenz Lymphknoten?
  • Lokalisation Lymphknoten?
    • Supraclavikuläre Lymphadenopathie stark Malignom verdächtig
  • Lokale Pathologien im Bereich der Lymphadenopathie?
  • Hepato- und/oder Splenomegalie?

Ggf Biopsie (Feinnadelpunktion/Lymphknotenexzision) für Mikrobiologie und Histologie


CAVE Malignomverdacht bei

  • > 50 Jahre
  • Lymphknotengröße > 2.25 cm2
  • derbe Konsistenz und/oder nicht verschieblich
  • supraklavikuläre Lokalisation
  • B-Symptomatik
  • Schnelle Größenprogredienz (innert 2 Wochen)


mini Diagramm 1: Leitfaden Diagnostik bei lokalisierter Lymphadenopathie

  1. Haubitz, S., et al., [Lymphadenopathy]. Praxis (Bern 1994), 2009. 98(11): p. 565-764; quiz 575-6.
  2. S, R., Peripheral lymphadenopathy in immuno- competent adults. SWISS Medical Weekly, 2010.
  3. Richner, S. and G. Laifer, Peripheral lymphadenopathy in immunocompetent adults. Swiss Med Wkly, 2010. 140(7-8): p. 98-104.