DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Periprothetische Infektionen/Therapie/Kalkulierte Therapie

From Infektiopedia

Kalkulierte Therapie

Es gilt: Erst die Diagnostik, dann die Therapie!

Wenn empirische Therapie erfolgt, dann dringliche Indikation zur Reevaluation und Anpassung dieser Therapie nach 72 h.

Eine Indikation zur sofortigen Therapie ist eine Sepsis, dann kalkulierte Therapie mit Piperacillin/Tazobaktam 4 x 4,5 g/d i.v. in Kombination mit Vancomycin i.v. (LinK Vancomycin-Dosierungsblatt). Cave: Diese Kombinationstherapie birgt ein erhöhtes Risiko für ein akutes Nierenversagen.

Grundsätzlich ist eine Oralisierung der gezielten antiinfektiven Therapie nach 1 – 2 Wochen möglich. Wichtig hierfür ist, dass es eine wirksame Substanz mit guter Bioverfügbarkeit nach oraler Einnahme gibt und dass die orale Aufnahme und die Compliance gewährleistet sind.

Eine verlängerte i.v. Therapie ist bei bestimmten Erregern (u.a. Staphylococcus-aureus-Bakteriämie, Enterokokken, MRE, Candidämie) indiziert.

Bei Prothesenerhalt oder frühen Prothesenwechsel mit Staphylokokkennachweis erfolgt wenn möglich eine Kombinationstherapie mit einem biofilmwirksamen Antibiotikum, z.B. Rifampicin 2 x 300-450 mg/d p.o. oder Fosfomycin 3 x 5g/d i.v.