DGI:Postexpositionsprophylaxe/Klinisches Bild

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Klinisches Bild

Klinische Situationen

Gefährdete Personengruppen für eine HBV und HCV Infektionen sind medizinisches Personal, Personen mit einem erhöhten nichtberuflichen Expositionsrisiko (Sexuelle Übertragung, i.v. Drogenabhängige) und Reise in Hochprävalenzländer. Das Risiko einer akuten Hepatitis B Infektion nach Verletzung mit einer Hohlnadel liegt bei 10-30 Prozent mit einer Serokonversionsrate bis 62 Prozent (bei unselektionierten Indexpersonen 1:250), das für HCV bei 1,5 bis 3 Prozent (bei unselektionierten Indexpersonen: 1:6.500). Ein Großteil der akuten HBV-Fälle wird bei jungen Erwachsenen beobachtet, so dass man von einem hohen Anteil sexueller Übertragungen ausgeht.

Epidemiologie

Vermutlich durch einen verbesserten Impfschutz geht die Hepatitis-B-Inzidenz seit 2001 in Deutschland kontinuierlich zurück. Deutschland zählt mit einer Prävalenz von ca. 0,3% bei den 18- bis 79-Jährigen zu den Niedrigprävalenzländern. In bestimmtenRisikogruppen und Personen mit Migrationshintergrund ist die HBsAG-Prävalenz mit bis zu 3,6% z.T. deutlich höher. Die Prävalenz von HCV liegt in der deutschen Allgemeinbevölkerung bei den 18- bis 79-Jährigen ebenfalls bei 0,3%. Wobei die Prävalenz bei Personen mit Migrationshintergrund bei 1,2-6,3%, bei Gefängnisinsassen zwischen 8,6-17,6% und bei i.v. Drogenabhängige zwischen 37-75% deutlich höher liegt.

Infektiosität

HBV erreicht besonders in der Frühphase der Infektion und bei HBeAg-positiven Trägern eine hohe Konzentration von infektiösen Viruspartikeln im Blut. Es ist stabil gegenüber Austrocknung, einfachen Detergenzien, Alkohol und Temperaturschwankungen und bleibt auch nach mehr als sieben Tagen auf Oberflächen infektiös. Bei hochreplikativen HBV Infektionen (HBV-DNA > 100.000 Kopien/ml) sind HB-Viren in Speichel, Samenflüssigkeit und Vaginalsekret nachweisbar (ca. 1.000-10.000-fach geringere Viruskonzentration). Im Stuhl und Urin sind HBV nur in geringen Konzentrationen vorhanden. In der Spätphase und HBeAg-negativen Trägern ist dagegen meist nur jedes 100ste bis 1.000ste Viruspartikel infektiös. HCV-RNA kommt ebenfalls in Blut und anderen serösen Flüssigkeiten vor. Die Virus-Konzentration im Speichel ist sehr viel niedriger. Ob in Urin, Stuhl oder Vaginalsekret infektiöse HC-Viruspartikel vorhanden sind wird kontrovers diskutiert. HCV-Übertragungen durch die Umwelt sind selten, da das Virus bei Raumtemperatur rasch an Aktivität verliert.