DGI:Gynäkologische Infektionen
Gynäkologische Infektionen
Autor. Masen Sueifan Das Feld der gynäkologischen Infektionen erstreckt sich von den Mykosen und den sexuell übertragbaren Krankheiten bis hin zu den bakteriellen Erregern. Grundlage für das Verständnis der verschiedenen Erkrankungen ist die Kenntnis über das physiologische Scheidenmilieu. Der saure pH-Wert des vaginalen Mikrobioms, welches als Schutz vor pathogenen Erregern dient, wird maßgeblich durch Laktobazillen gebildet. Dabei herrscht, ein sich zum Teil täglich wechselndes Gleichgewicht zwischen den Laktobazillen und physiologisch vorkommenden fakultativ pathogenen Erregern.
Das klinische Bild von gynäkologischen Infektionen wird geprägt durch Veränderungen des Scheidenausflusses, dem Fluor, durch knötchenförmige und flächige Rötungen sowie brennenden Schmerzen und Juckreiz.
Je nach Infektion benötigt der Erreger zudem eine Eintrittspforte und verursacht oftmals ein typisches klinisches Bild.
Leitsymptome
Grundlagen:
Gynäkologische Infektionen führen häufig zu einer Veränderung des physiologischen Fluors. Wichtige Unterscheidungskriterien sind:
- Konsistenz: Wässrig, klebrig, dünn, fest
- Geruch: Fischartig, säuerlich, stinkend
- Ursache der Infektion: Bakterien, Pilze, Viren
- Deutlich erhöhte Leukozytenzahl im Fluor
Der Verlauf einer Infektion der weiblichen Geschlechtsorgane kann asymptomatisch oder nur von geringer Ausprägung sein. Typische Beschwerden einer Infektion können sein:
- Pruritus
- Brennen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr
- Schmerzen
- Rubor
- Schwellung
Das klinische Bild einer Infektion lässt sich oft durch folgende Erscheinungen einordnen:
- Veränderter Fluor
- Ulkus
- Pusteln/Bläschen
| Erkrankung/Infektion | Pathogenese | Leitsymptome |
|---|---|---|
| Bakterielle Vaginose |
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| Bartholinitis |
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| Vulvitis pustulosa |
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Vulvitis
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Vulvitis
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| Erythrasma |
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Kolpitis
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Kolpitis
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Kolpitis
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Kolpitis
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| Zervizitis |
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Klinische Situationen
Infektionen können in jedem Alter auftreten und hängen maßgeblich von dem Grad der sexuellen Aktivität, Hygiene, Hormonstatus, Antibiotikatherapien, Stress, Schlafmangel und chronischen Krankheiten/Immunsupression ab.
Frauen mit einer Frühgeburt in der Anamnese zählen bei einer bakteriellen Vaginose zu den Hochrisikopatientinnen. Ebenfalls stellen rezidivierende Harnwegsinfektionen und Blutungsanomalien einen Hinweis auf eine BV dar und sollten großzügig untersucht werden.
Epidemiologie
| Bartholinitis | Am häufigsten sind Frauen im Alter von 19 bis 35 Jahren betroffen[1] |
| Bakterielle Vaginose | Ca. 5% der Frauen die zu einer Vorsorgenuntersuchung kommen haben eine BV[2] |
Prognose
Akute Infektionen lassen sich meist effektiv therapieren, wobei chronische Verläufe oftmals nur symptomatisch behandelt werden können, oder bei der Bartholinitis eine chirurgische Intervention mit Marsupialisation erforderlich machen können.
Generell ist zu sagen, dass es sich bei gynäkologischen Infektionen meist um eine Mischinfektion handelt. Häufig spielen Bakterien der Darm- und Hautflora eine wichtige Rolle. Es kommen allerdings auch häufig Viren, Pilze und Protozoen vor.
| Erkrankung/Infektion | Erreger |
|---|---|
| Vulvitis pustulosa / Furunkel / Karbunkel | Meist Staph. aureus |
| Bakterielle Vaginose | Dysbiose zu Ungunsten H2O2 bildender Laktobazillen zu Gunsten von
ß-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A
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| Bartholinitis | Darmbakterien |
| Erythrasma | Corynebacterium minutissimum |
| Kolpitis | Mögliche Erreger:
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Anmerkung der Redaktion
- ↑ Neumann, Gerd. Gynäkologische Infektionen, 2010. https://doi.org/10.1007/978-3-642-05268-2.
- ↑ Nugent, R. P., M. A. Krohn, und S. L. Hillier. „Reliability of Diagnosing Bacterial Vaginosis Is Improved by a Standardized Method of Gram Stain Interpretation“. Journal of Clinical Microbiology 29, Nr. 2 (Februar 1991): 297–301. https://doi.org/10.1128/JCM.29.2.297-301.1991.