DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Vorzeitiger Blasensprung/Klinisches Bild

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Der vorzeitige Blasensprung kann bei aszendierender Infektion mit einer erhöhten Mortalität und Morbidität des Feten bzw. Neugeborenen assoziiert sein. Man unterscheidet den vorzeitigen Blasensprung vor Beginn der Eröffnungsperiode (Premature Rupture Of Membranes, PROM) von dem frühen vorzeitigen Blasensprung vor 37+0 SSW (Preterm Prelabor Rupture Of Mebrane, PPROM). Eine antimikrobielle Prophylaxe wird nach einem PROM bei reifem Kind erst nach 12 – 18 Stunden, oder bei erhöhten Infektparametern empfohlen, bei PPROM jedoch, sobald die Diagnose gesichert ist.Tröpfelndes oder schwallartiges Austreten von Fruchtwasser aus der Vagina Der vorzeitige Blasensprung kommt in ca. 8 bis 10%, der frühe vorzeitige Blasensprung in ca. 3% aller Schwangerschaften vor. Hiervon fallen 0,5% auf den Zeitraum vor der 27. SSW, 1% zwischen die 27. und 34. SSW und 1% zwischen die 34. und 37. SSW Der frühe vorzeitige Blasensprung ist ein Risikofaktor für eine Frühgeburt. So entbinden 50% der Schwangeren innerhalb von 7 Tagen nach PPROM. Je nach Gestationsalter muss ein die Möglichkeit der Prolongation der Schwangerschaft mit geringerer Frühgeburts-bedingter Morbidität gegen das Risiko eines Amnioninfektionssyndroms abgewogen werden. Nach Möglichkeit sollte vor 34 + 0 SSW die Schwangerschaft zumindest bis zum Abschluss der Lungenreifeinduktion prolongiert werden, sofern kein Verdacht auf Amnioninfektionssyndrom besteht. Eine Kohortenstudie erbrachte bei Schwangeren mit B-Streptokokken negativem Befund eine mediane Schwangerschaftsverlängerung von 6,1 Tagen. Hierbei betrug die kumulative Entbindungsrate nach:

  • 48 Stunden: 27%
  • 7 Tagen: 56%
  • 14 Tagen: 76%
  • 21 Tagen: 86%,

wobei ein inverses Verhältnis der Latenzzeit von Schwangerschaftsalter und Geburt vorliegt.

Weitere mögliche Komplikationen sind:

  • Triple I (Chorioamnionitis, Amnioninfektionssyndrom) im weiteren Schwangerschaftsverlauf bei 15 - 20%
  • Postpartale Infektion von Mutter (Uterus) und/oder Kind (Sepsis) nochmals 15 - 20%
  • Maternale Sepsis 1%
  • Vorzeitige Plazentalösung 4 - 12%
  • Nabelschnurkompression (Nabelschnurvorfall extrem selten)
  • Postpartale Blutung

Der vorzeitige Blasensprung mehr als 12 Stunden vor Eintreten Zervix-wirksamer Wehen stellt eine erhöhte Gefahr für aszendierende Infektionen dar. Hierzu zählen insbesondere:

  • Chorioamnionitis
  • Endometritis