DGI:Nosokomiale Pneumonie/Prophylaxe und Prävention

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Bedingt durch die nicht eindeutigen Diagnosekriterien ist ein Endpunkt für Interventionsstudien zur Prävention der VAP oftmals schwierig zu definieren. Zudem ist das Patient:innenkollektiv sehr heterogen, so dass auch die Studienergebnisse häufig heterogen sind. Insbesondere einzelne Maßnahmen sollten nicht überbewertet, sondern ein Maßnahmen-Bündel zur Prävention der VAP etabliert werden. Gemäß der KRINKO Empfehlungen sollten die folgenden Komponenten darin eine Rolle spielen:

  • Händehygiene = wichtigste Maßnahme
  • Mitarbeiter:innen-Schulung, ausreichend Personal, Surveillance
  •  Beatmungssystem-Wechsel alle 7d (außer bei Verschmutzung, Defekt)
  • Befeuchtung: hygienisch einwandfreies Handling, keine Überlegenheit aktiver oder passiver Systeme
  • Endotrachealtuben mit subglottischer Sekretdrainage, orotracheal, geblockt; keine Empfehlung für Beschichtungen, besondere Geometrie oder Materialien
  • Absaugen unter aseptischen Kautelen mit sterilen Materialien, keine Überlegenheit offener oder geschlossener Systeme
  • Medikamentenvernebelung unter aseptischen Kautelen
  • Keine OK-Hochlage, Wahl der Lagerung unter klinischen Aspekten, es scheint einen Vorteil einer seitlichen OK-Tieflage zu geben.
  • Regelmäßige (1x pro Schicht) antiseptische Mundpflege
  • Bevorzugung enteraler Ernährung, keine Empfehlung für Probiotika
  • Selektive Darmdekontamination: Evidenz für präventiven Nutzen aus einem Niedriginzidenzland, jedoch Gefahr der Resistenzentwicklung
  • Möglichst Verzicht auf Stressulkusprophylaxe, insbesondere bei enteraler Ernährung
  • Kurze Beatmungsdauer und möglichst Bevorzugen nichtinvasiver Beatmung, Sedierungsdauer und –tiefe so wählen, dass Extubation möglichst frühzeitig erfolgen kann.
  • Bei Patient:innen mit hohem Risiko: Impfung gegen Pneumokokken