DGI:Perioperative Prophylaxe/Klinisches Bild

From Infektiopedia
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Eingriffe nach Infektionsrisiko Operationskategorie Risiko in %
Sauber (aseptisch), Klasse  I saubere Operationen mit Eröffnung des Gastro-, Intestinal-, Urogenital- oder Respirationstraktes ohne Austritt von Inhalt, Operationen an

Mucosa und/ oder intertriginösen Arealen

1-2%
Sauber-kontaminiert (bedingt aseptisch), Klasse II

saubere Operationen mit Eröffnung des Gastro-, Intestinal-, Urogenital- oder Respirationstraktes ohne Austritt von Inhalt, Operationen an Mucosa und/ oder intertriginösen Arealen

2-10 %
Kontaminiert Klasse III Operationen bei akuter Entzündung und/ oder Entleerung von Hohlorganinhalt – Durchbrechung der Asepsis bei der Versorgung frischer traumatischer Wunden 3-15 %
Stark kontaminiert (septisch), Klasse IV Operationen bei Eiteransammlung, nach Perforation von Hohlorganen und allen Verletzungen, Wunden, die länger als 4h bestehen Bis 40%
Risikofaktoren für postoperative Wundinfektionen
Patienteneigene
Alter (Zunahme/Dezenium); Diabetes, Immuninkompetenz (z.B. Karzinompatienten), reduzierter Allgemeinzustanz, Übergewicht, Mangelernährung, ASA-Score > 2, MSSA/MRSA-Träger, Fieber 1 Woche prä-OP, weibliches Geschlecht bei Eingriffen am Kolon und in der Kardiochirurgie, männliches Geschlecht nach Trauma, Gefäßchirurgie und Kniegelenkersatz, Dialysepatienten, Hepatitis, Stoma, Drogenabusus, Infektionen anderer Lokalisationen, AVK, periphere Ödeme, Lymphangitis, Neuropathie, Rauchen, Linksherzversagen nach koronarem Bypass, bakterielle Translokation bei Laparotomie, Rheumatoide Arthritis bei Kniegelenksersatz, Zirrhose; Risikofaktoren in der Dermatochirurgie nach Lokalisation: Bein unterhalb Knie, Leiste, Keilexzision Lippe oder Ohr, Verletzung der Schleimhautbarriere, Lappenplastik der Nase, Wundverschlüsse bei 2-zeitigem Vorgehen, entzündliche Hauterkrankungen
Chirurgische Faktoren


präoperative


Notfalloperation, längerer präoperativer Krankenhausaufenthalt, falsche Wahl des Antibiotikums und falscher Zeitpunkt der Gabe, Vorbestrahlung, Hochrisikooperation, Rezidiveingriffe, Steine im Gallengang oder Gallengangsverschluß, Erhöhtes CRP, Fremdkörperimplantationen, Rasur nicht unmittelbar vor OP, präoperativer Urinkatheter, vorausgegangene (neurochirurgische) Eingriffe
intraoperativ


intraoperativ Erfahrung des Chirurgen, OP-Dauer >2h, infizierter OP-Bereich, kontaminierter OP-Bereich, Bluttransfusion, Albuminzufuhr, lange Anästhesiedauer, Hypothermie, Sauerstoffabfall, Unterkühlung, Wundstapler, unvorhersehbare Komplikationen, OP-Technik, Verfahrenswechsel Laparoskopie/Laparotomie, Enterokokken, Enterobakterien, Bacteroides fragilis in der Wunde
postoperativ


Drainagedauer länger als 3 Tage, respiratorische Sepsis, invasive Techniken (Urinkatheter, Thoraxdrainage, Nasensonde, ZVK), Dialyse, frühe Re-Operation wegen Blutung, Liquorleck der Zerebrospinalflüssigkeit, externer Shunt