DGI:Perioperative Prophylaxe/Klinisches Bild

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Revision as of 12:02, 21 April 2022 by imported>Fuhrmanns

Die Indikation für alle Operationen, die in dieser Handlungsempfehlung aufgelistet sind, sollten mit den chirurgischen Abteilungen konsentiert sein und keiner weiteren Rücksprache bedürfen. Müssen Abweichungen vorgenommen werden, sind diese mit den jeweiligen Operateur:innen im Vorfeld abzusprechen.

Die Hauptindikation der PAP sind sauber-kontaminierte bzw. kontaminierte Eingriffe. Bei den meisten aseptischen Eingriffen, ausgenommen Implantationen von größerem Fremdmaterial und herzchirurgische Eingriffe, ist keine PAP nötig. Bei stark kontaminierten (septischen) Eingriffen ist eine Therapie sinnvoll.


Risikofaktoren für postoperative Wundinfektionen
Patient:inneneigene
  • Alter (Zunahme/Dezenium)
  • Diabetes
  • Immuninkompetenz (z.B. Karzinompatient:innen)
  • Reduzierter Allgemeinzustanz
  • Übergewicht
  • Mangelernährung
  • ASA-Score > 2
  • MSSA/MRSA-Träger
  • Fieber 1 Woche prä-OP
  • Weibliches Geschlecht bei Eingriffen am Kolon und in der Kardiochirurgie
  • Männliches Geschlecht nach Trauma
  • Gefäßchirurgie und Kniegelenkersatz
  • Dialysepatient:innen
  • Hepatitis
  • Stoma
  • Drogenabusus
  • Infektionen anderer Lokalisationen
  • AVK
  • Periphere Ödeme
  • Lymphangitis
  • Neuropathie
  • Rauchen
  • Linksherzversagen nach koronarem Bypass
  • bakterielle Translokation bei Laparotomie
  • Rheumatoide Arthritis bei Kniegelenksersatz
  • Zirrhose
  • Risikofaktoren in der Dermatochirurgie nach Lokalisation: Bein unterhalb Knie
    • Leiste
    • Keilexzision Lippe oder Ohr
    • Verletzung der Schleimhautbarriere
    • Lappenplastik der Nase
    • Wundverschlüsse bei 2-zeitigem Vorgehen
    • Entzündliche Hauterkrankungen
Chirurgische Faktoren präoperative
  • Notfalloperation
  • Längerer präoperativer Krankenhausaufenthalt
  • Falsche Wahl des Antibiotikums und falscher Zeitpunkt der Gabe
  • Vorbestrahlung
  • Hochrisikooperation
  • Rezidiveingriffe
  • Steine im Gallengang oder Gallengangsverschluß
  • Erhöhtes CRP
  • Fremdkörperimplantationen
  • Rasur nicht unmittelbar vor OP
  • Präoperativer Urinkatheter
  • Vorausgegangene (neurochirurgische) Eingriffe
intraoperativ


  • Intraoperativ Erfahrung der Chirurg:innen
  • OP-Dauer >2h
  • Infizierter OP-Bereich
  • Kontaminierter OP-Bereich
  • Bluttransfusion
  • Albuminzufuhr
  • Lange Anästhesiedauer
  • Hypothermie
  • Sauerstoffabfall
  • Unterkühlung
  • Wundstapler
  • Unvorhersehbare Komplikationen
  • OP-Technik
  • Verfahrenswechsel Laparoskopie/Laparotomie
  • Enterokokken
  • Enterobakterien
  • Bacteroides fragilis in der Wunde
postoperativ


  • Drainagedauer länger als 3 Tage
  • Respiratorische Sepsis
  • Invasive Techniken (Urinkatheter, Thoraxdrainage, Nasensonde, ZVK)
  • Dialyse
  • Frühe Re-Operation wegen Blutung
  • Liquorleck der Zerebrospinalflüssigkeit
  • Externer Shunt