DGI:Tuberkulose/Therapie

From Infektiopedia
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Die Standardtherapie beinhaltet eine Vierfachkombination bestehend aus Rifampicin, Isoniazid, Ethambutol und Pyrazinamid für 2 Monate um die Erregerlast und damit Infektiosität zu reduzieren. Dieser folgt eine Stabilisierungsphase bestehend aus einer Zweifachkombination mit Rifampicin und Isoniazid für 4 Monate. Die beste Wirksamkeit wird bei gleichzeitiger Einnahme aller Medikamente 30 Minuten vor dem Frühstück erwartet.

Die Standardtherapie kann empirisch vor Vorliegen von Kulturergebnissen begonnen werden. Jedoch sollte die Diagnostik (siehe oben) unbedingt vor Therapieeinleitung erfolgen. Etwa 10% der M. tuberculosis Stämme in Deutschland sind resistent gegen eine Substanz der Standardtherapie. Die Therapie sollte dann nach Rücksprache mit Infektiolog:innen entsprechend angepasst werden. Ebenso sollte bei Unverträglichkeiten, HIV-Koinfektion, Tuberkulose-Meningitis und anderen extrapulmonalen Manifestationen Rücksprache mit Infektiolog:innen gehalten werden. Einige extrapulmonale TB-Manifestationen werden mit unveränderter Standardtherapie behandelt.

Für die Behandlung von Knochen- und Gelenk-TB, der Miliar-TB und anderer disseminierter Tuberkuloseformen sowie bei ZNS-Tuberkulose ist eine Verlängerung der Therapie notwendig. Bei der TB-Meningitis oder ZNS-Beteiligung bei disseminierter TB sollte Dexamethason verabreicht werden.

Substanz Dosierung mg/kg Dosisbereich mg/kg Minimal- und Maximaldosis mg Dauer

Monate

Rifampicin (RMP) 10 p.o./i.v. 8 - 12 450 / 600 6
Isoniazid (INH), häufig als Kombinationspräparat mit Vitamin B6 (Pyridoxin) 5 p.o./i.v. plus 10 mg 4 - 6 200 / 300 6
Ethambutol (EMB) 15 p.o./i.v. 15 - 20 800 / 2000 2
Pyrazinamid (PZA) 25 20 - 30 1500 / 2500 2

Online Dosierungsrechner für Kinder und Erwachsene.


Kontrollen während der Therapie

Zu Beginn, nach 2, 4 und 8 Wochen: Blutbild, Serumtransaminasen, Kreatinin. Bei Gabe von EMB ebenfalls vierwöchentlich und wenn möglich vor Therapie eine ophthalmologische (Farbsehvermögen, Gesichtsfeld) Untersuchung. Bei Gabe von RMP ist eine Berücksichtigung der potentiellen Medikamteninteraktionen notwendig. Hormonelle Kontrazeptiva (z.B. „Antibabypille“) können in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt sein.

CAVE: Bei Einleitung einer antiretroviralen Therapie immer Rücksprache mit Infektiolog:innen!