DGI:ZNS-Infektionen/Nosokomiale Ventrikulitis und Meningitis/Diagnostik

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Diagnostik

Diagnosekriterien

Die Diagnose einer nosokomialen Ventrikulitis bzw. Meningitis ist schwierig [28]. Es gibt verschiedene Definitionen, die eine moderate Übereinstimmung aufweisen [29]. Nachstehend ist die Definition des amerikanischen CDC (Center for Disease Control and Prevention) aufgeführt, die auch in der Leitlinie der IDSA (Infectious Diseases Society of America) verwendet wird [28].

eines der folgenden Kriterien

  • kultureller Nachweis von Erregern aus dem Liquor

ODER

  •    Zwei der folgenden Kriterien:
    • Fieber > 38,0°C oder Kopfschmerzen
    • Meningismus
    • Hirnnervensymptome
  • und eins der folgenden Kriterien:
    • erhöhte Leukozytenzahl, erhöhter Proteingehalt und/oder erniedrigter Glucosegehalt im Liquor
    • mikroskopischer Nachweis von Erregern im Liquor
    • Nachweis von Erregern im Blut
    • positiver IgM-Antikörpertiter oder vierfacher IgG-Titeranstieg für Erreger in wiederholt entnommenen Serumproben


Diagnostische Schritte

Basisdiagnostik:

  • Liquorkultur + Grampräparat
  • Liquorstatus (Glucose, Laktat, Zellzahl, Granulozyten, Eiweiß)
  • Katheterspitze zur mikrobiologischen Diagnostik (nur wenn ein V.a. einen Infekt besteht, nicht routinemäßig)
  • Blutkulturen (insb. bei VA-Shunts)
  • bei ventrikuloperitonealen Shunts: Abdomen-Sonographie oder CT
Zusatzdiagnostik:
  • MRT mit Gadolinium, FLAIR, T1- und DWI-Sequenzen
  • Procalcitonin im Liquor
  • Liquor PCR
  • beta-D-Glucan und Galaktomannan im Liquor bei V.a. eine Pilzinfektion
  • Bebrütung der Liquorkulturen für mindestens 10d, um langsamwachsende Erreger, wie z.B. Cutibacterium acnes, nachweisen zu können


Differentialdiagnosen

  • Hirnabszess
  • sub-/epidurale Empyeme