DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Diabetischer Fuß/Klinisches Bild

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Klinisches Bild

Leitsymptome:

Mindestens 2: Schwellung, Erythem, lokale Schmerzen, lokale Überwärmung, purulente Sekretion - und Fehlen von anderen Ursachen entzündlicher Veränderungen (u.a. Trauma, Gicht, Charcot-Fuß, Thrombose)

Die diabetische Fußosteomyelitis kann auch ohne lokale oder systemische Entzündungszeichen auftreten.

Klinische Situation:

Eine diabetische Fußinfektion entsteht im Rahmen eines diabetischen Fußsyndroms. Das diabetische Fußsyndrom umfasst alle krankhaften Veränderungen am Fuß eines Menschen mit Diabetes, die zu Wunden und Gewebsschäden führen.

Unter der diabetischen Fußinfektion werden verschiedene Krankheitsbilder subsummiert, unter anderem Paronychie, Zellulitis, Myositis, Abszess, nekrotisierende Fasziitis, Tendinitis und Osteomyelitis.

Pathogenese:

Eine DFI ist immer ein multifaktorielles Geschehen und beginnt immer mit einer Kontinuitätsunterbrechung der Epidermis, z.B. mit Erosionen oder Ulzerationen.

Voraussetzungen für eine DFI:

-diabetische Neuropathie mit sensorischen, motorischen und autonomen Störungen

und/oder

-diabetische Makroangiopathie mit verminderter Durchblutung

-Immunopathie mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen

Risikofaktoren für Infektionen:

Fußdeformitäten, Druckeinwirkung (z.B. durch ungeeignete Schuhe), Arthrose, Bewegungseinschränkung des Fußgelenks, trockene rissige Haut u.a.

Epidemiologie:

Weltweit lebten 2017 ca. 451 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 99 Jahren mit Diabetes mellitus, wobei die Prävalenz weiter zunimmt und für 2045 eine Zahl von 693 Millionen projiziert wird. Die Prävalenz des diabetischen Fußsyndroms weltweit liegt bei ca. 6%, in Nordamerika werden 13% erreicht.

Fußulzera treten mit einer Inzidenz von 2% pro Jahr auf und bei ca. 1% aller Diabetiker kommt es im Laufe des Lebens zu einer Amputation an den unteren Gliedmaßen.

Die diabetische Fußinfektion ist die Diabeteskomplikation, die am häufigsten zur Hospitalisierung führt. Ca. 10-15% der moderaten und ca. 50% der schweren Weichteilinfektionen gehen mit einer Osteomyelitis einher. Hierbei ist in 90% der Vorfuß betroffen. 

Prognose:

Die Prognose für Patienten mit diabetischen Fußulzera ist schlecht. Laut einer großen prospektiven Studie war das Fußulkus nach einem Jahr nur in 46% verheilt, während 17% der Patient:innen eine Amputation benötigten und 15% in dem Zeitraum verstarben.