DGI:Opportunistische Infektionen/VZV/Diagnostik
Diagnostik
Diagnosekriterien
wenn 2.2.1: Bei Hautmanifestation: PCR aus Abstrich/Bläscheninhalt, PCR aus Blut in der virämischen Phase
wenn 2.2.2: Bei V.a. Pneumonie: PCR aus bronchoalveolärer Lavage, PCR aus Blut in der virämischen Phase
wenn 2.2.3: Bei V.a. ZNS-Beteiligung wie Zoster-Enzephalitis: PCR aus Liquor, PCR aus Blut in der virämischen Phase, Nachweis spezifischer Antikörper mittels serologischer Verfahren
Diagnostische Schritte
Windpocken und Herpes zoster haben zumeist ein typisches klinisches Bild, so dass eine spezifische Diagnostik nur in ausgewählten Fällen erforderlich ist. Atypische Krankheitsbilder können bei Patient*innen mit Immundefizienz auftreten. Die PCR auf VZV-DNA ist sehr empfindlich (95%) und spezifisch (100%) und kann zum Nachweis viralen Genoms mittels Abstrich aus Vesikelflüssigkeit, aus Liquor, Gewebe, bronchoalveolärer Lavage oder Blut verwendet werden. Die PCR-Untersuchung ist im Vergleich zu konventionellen Kulturtechniken schneller und daher bevorzugt. Der Nachweis spezifischer Antikörper mittels serologischer Verfahren ist aus Blut und Liquor möglich. Kandidat*innen für eine hämatopoetische Stammzelltransplantation sollten auf VZV-IgG-Antikörper getestet werden, um ihr Risiko für eine Reaktivierung oder Primärinfektion zu bestimmen. Im Falle von Seronegativität sollte eine Impfung erwogen werden.
Differentialdiagnosen
Durch die typische Klinik sind Varizellen und Herpes zoster in der Regel sicher zu diagnostizieren. Atypische Krankheitsbilder bei Patient*innen mit Immundefizienz benötigen eine Diagnosesicherung, da die Bandbreite möglicher Differentialdiagnosen groß ist.