DGI:Opportunistische Infektionen/VZV/Therapie

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Therapie

Kalkulierte Therapie

Bei einer unkomplizierten Windpocken-Erkrankungen kann die Behandlung rein symptomatisch erfolgen. Bei Immunkompetenten mit Herpes zoster ist neben der symptomatischen Behandlung eine orale antivirale Therapie indiziert, um die Krankheitsdauer zu verkürzen und Komplikationen vorzubeugen. Diese sollte möglichst frühzeitig innerhalb von 2 bis 3 Tage nach Symptombeginn eingeleitet werden. Bei immunsupprimierten Patient*innen und beim Auftreten von Komplikationen, wie z.B. der Varizellenpneumonie oder des Zoster ophthalmicus, wird in der Regel eine intravenöse antivirale Therapie eingeleitet. Die antivirale Behandlung ist hochwirksam bei der Verhinderung von Dissemination und viszeraler Beteiligung.



Erregerspezifische Therapie

Verschiedene Wirkstoffe wie Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir und Brivudin haben sich als wirksam in der Reduktion von Komplikationen erwiesen. Die schnelle Einleitung einer intravenösen Aciclovir-Therapie ist besonders kritisch bei stark immunsupprimierten Patient*innen beispielsweise mit akuter Leukämie oder nach Stammzelltransplantation. Das gilt auch für die Behandlung von Komplikationen in Immunkompetenten, wie z.B. der Varizellenpneumonie oder des Zoster ophthalmicus. Bei stabiler kutaner Erkrankung kann die Therapie per os erfolgen. Aciclovir, Valaciclovir, Brivudin, Famciclovir und Foscanet sind therapeutische Optionen für VZV-Infektionen. Foscarnet ist Mittel der Wahl bei Aciclovirresistenz. Zu beachten ist, dass Brivudin bei Patient*innen, die 5-Fluoropyrimidine erhalten, aufgrund potenziell tödlicher Wechselwirkungen kontraindiziert ist.