DGI:Opportunistische Infektionen/VZV/Therapie
Therapie
Kalkulierte Therapie
Bei einer unkomplizierten Windpocken-Erkrankungen kann die Behandlung rein symptomatisch erfolgen. Bei Immunkompetenten mit Herpes zoster ist neben der symptomatischen Behandlung eine orale antivirale Therapie indiziert, um die Krankheitsdauer zu verkürzen und Komplikationen vorzubeugen. Diese sollte möglichst frühzeitig innerhalb von 2 bis 3 Tage nach Symptombeginn eingeleitet werden. Bei immunsupprimierten Patient*innen und beim Auftreten von Komplikationen, wie z.B. der Varizellenpneumonie oder des Zoster ophthalmicus, wird in der Regel eine intravenöse antivirale Therapie eingeleitet. Die antivirale Behandlung ist hochwirksam bei der Verhinderung von Dissemination und viszeraler Beteiligung.
| Klinische Situation | Präferenz | Substanz | Dosierung | Dauer | Anpassungen | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Immunkompetente Patient*innen mit Herpes zoster | Therapie der 1. Wahl wenn 2.2.1 (Gürtelrose) | Valaciclovir | 3 x 1 g p.o. | Aciclovir und Valaciclovir: Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz | ||
| Aciclovir | 3 x 10 mg/kg i.v. | |||||
| Immunsupprimierte Patient*innen oder komplikativer Verlauf (z. B. Pneumonie, Zoster ophthalmicus) bei Immunkompetenten | Therapie der 1. Wahl
wenn 2.2.2 (Lunge) oder 2.2.3 (ZNS) oder 2.2.4 (generalisierter Zoster) |
Aciclovir | 3 x 10 mg/kg i.v. | 2 - 3 Wochen | Aciclovir: Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz | |
| Allergie/
Unverträglichkeit |
Foscarnet | 2 x 90 mg/kg i.v. | 10 Tage | Foscarnet: Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz | Bei Aciclovir-Resistenz |