DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Osteomyelitis bei Kindern/Klinisches Bild
Klinisches Bild
Die Symptome sind unspezifischer, je jünger das Kind ist. Der Beginn ist eher schleichend / subklinisch, im Gegensatz z.B. zur septischen Arthritis. Symptome über alle Altersgruppen: Schmerzen 81%, lokalisierte Symptome 70%, Fieber 62%, Pseudoparalyse 50%, Belastungsvermeidung 50%.
Systemische Symptome
solid black .5pt;mso-yfti-tbllook:1184;mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt"| Neugeborene und Säuglinge: | · Fieber (fehlt häufig)
· Generelle Infektionszeichen wie Tachycardie, Tachypnoe, gräuliches Kolorit · Schreckhaftigkeit · Trinkschwäche, Schläfrigkeit · Bei Neugeborenen Präsentation als Late-Onset-Sepsis möglich · Übellaunigkeit |
| Kleinkinder und Schulkinder | · Fieber (kann fehlen, kann auch das einzige Symptom sein)
· Manchmal Übelkeit / Erbrechen, bei KK Trinkschwäche |
Lokale Symptome
mso-yfti-tbllook:1184;mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt"| Neugeborene und Säuglinge | · Lokale Symptome können fehlen
· Schmerzen, auch über die ganze Extremität ziehend, teils schwer zu lokalisieren · Schwellung · Rötung · Pseudoparalyse |
| Kleinkinder | · Lokale Symptome können fehlen
· Hinken · Vermeidungshaltung (z.B. setzt sich nicht mehr hin bei WS-OM, läuft nicht mehr bei Femur-OM) · Schwellung · Rötung |
| Ältere Kinder | · Lokalisierter Schmerz
· Schwellung · Rötung |
Lokalisationen
Femur 20-30%, Tibia 19-26%, Humerus 5-13%, Becken 3-14%, Calcaneus 4-11%, Fibula 4-10%, Radius 1-4%, Clavicula 1-3%. Übrige Lokalisationen 1-2%.
Klinische Situationen
Die OM im Kindesalter wird initial immer stationär behandelt.
Bei Kindern ist die Ursache der Osteomyelitis meist die hämatogene Streuung ohne bekannten Primärfokus (häufiger als bei den Erwachsenen), nur selten per continuitatem nach Trauma. Bei Neugeborenen findet sich die Osteomyelitis meist in der Epiphyse meist in Kombination mit einer Arthritis. Bei 5-10% der Fälle findet sich bei Kindern eine multifokale Osteomyelitis mit mehreren Herden.
Epidemiologie
5-10 pro 100000 Kinder jährlich.
Prognose
Die Prognose der Osteomyelitis bei Kindern ist generell gut.
· Restitutio ad integrum in >90% der Fälle.
· Defektheilung (z.B. Wachstumsstörung bei Beteiligung der Epiphysenfuge) in bis zu 10%.
· Für schwerere Verläufe prädisponieren: Einbezug der Wirbelsäule, Multifokalität, Risikokonstellation (Immunsuppression o.ä.).
· Risiken für Defektheilung sind: Erkrankung im Neugeboren- oder frühen Säuglingsalter, Beteiligung der Epiphysenfugen, Ansprechen der Therapie erst nach >5d.
· Rezidive und Chronifizierungen treten bei verzögertem Therapiebeginn oder zu kurzer Therapiedauer auf.