DGI:Helicobacter Pylori/Diagnostik/Diagnosekriterien
Zur klinischen Diagnostik einer Infektion mit H. pylori sind Tests geeignet, die das Bakterium
- als Ganzes (Histologie, Erregeranzucht),
- als repräsentaives Antigen (Stuhl-Antigentest)
- oder aufgrund spezifischer Stoffwechselprodukte (Ammoniak beim Urease.-Schnelltest, Kohlendioxid beim Harnstoffatemtest)
nachweisen.
Dagegen kann ein positiver Serumantikörper auch auf eine frühere, inzwischen aber eliminierte Infektion zurückzuführen sein. Serumantikörper können noch nach Monaten, mitunter sogar Jahren nachweisbar sein. ⓘ
Der Antikörpernachweis in Serum, Speichel oder Urin ist für die klinische Diagnostik ungeeignet.
Mögliche Störfaktoren bei der Diagnostik sind zu berücksichtigen:
- Falsch positive Urease-Tests
- Können aus einer bakteriellen (nicht H. pylori) Überwucherung des Magens resultieren.
- Falsch negatives Urease-Tests
- Säurehemmung
- Eine obere gastrointestinale Blutung
- Magenteilresektion
- Mukosa-atrophie.
Die Diagnose einer aktuellen H. pylori-Infektion kann mit vergleichbarer Sensitivität und Spezifität durch nicht-invasive Tests (Harnstoff-Atemtest; Stuhl-Antigentest) oder invasive Methoden (Urease-Schnelltest; Histologie) gestellt werden. In der Praxis gilt es jedoch, einige Besonderheiten zu berücksichtigen. So sind Atem- und Stuhltest bei Erwachsenen nicht für die Diagnostik, sondern nur zur Erfolgskontrolle der Eradikationsbehandlung zugelassen.