DGI:Nosokomiale Pneumonie/Klinisches Bild/Prognose

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Die der HAP und VAP zuschreibbare Sterblichkeit („attributable mortality“) liegt geschätzt bei ca. 10 %, ist aber wegen der i. d. R. ausgeprägten Komorbiditäten und Zeitabhängigkeit des Risikos kaum valide bestimmbar.

Negative Prognosefaktoren

  • Initiale Bakteriämie
  • Schwere des Lungenschadens
  • Hoher Laktatwert
  • Hoher SOFA-Score
  • VAP durch Aspergillus (Letalität > 50 %)


Günstige Prognosefaktoren

  • Besserung von SOFA, Laktat, CRP/PCT und Oxygenierung


Einflussfaktoren

Leitliniengerechte Initialtherapie und Fokussierung der Antibiotikatherapie im Verlauf scheinen positiven Einfluss auf die Prognose zu haben.

Bei septischem Schock im Rahmen einer HAP/VAP sollten aus prognostischen Gründen serielle Laktatmessungen zur Steuerung des Managements vorgenommen werden. Auch andere Maßnahmen des Sepsis-Managements erscheinen prognostisch wichtig.  (Siehe Sepsis Kapitel)

Es liegt Evidenz vor, dass die Prognose durch eine konsequente Deeskalation der antibiotischen Therapie nicht verschlechtert wird.

Eine antimikrobielle Kombinationstherapie der VAP oder der HAP bringt im Vergleich zu einer Monotherapie mit geeigneten und empfohlenen Präparaten keinen zusätzlichen prognostischen Nutzen.

Als Ausnahme ist hier der Einsatz einer empirischen Kombinationstherapie als Initialtherapie bei Patient:in:innen mit septischem Schock plus MRE-Risiko zu nennen.

Risikofaktoren für nosokomiale Pneumonien (HAP und VAP)
  • Höheres Lebensalter (Alter > 65 Jahre)
  • Vorbehandlung mit Antibiotika
  • Immunsuppression
  • Vigilanzstörungen
  • Intubation und maschineller Beatmung
  • Organversagen und septischer Schock
  • Vorerkrankung des Respirationstraktes, inkl des Larynx/ Hypopharynx
  • Thorakale oder abdominelle operative Eingriffe
  • Schweres Trauma
  • Nikotin-, Alkohol- und Drogenabusus
  • Erkrankungen des oberen GI-Traktes
  • Neurologische Erkrankungen, die mit Dysphagie u./o. Verlust der Schutzreflexe einhergehen