DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Osteomyelitis bei Kindern/Diagnostik/Diagnostische Schritte
- Klinische Untersuchung:
- Da multilokuläre Manifestation häufig, sorgfältige Untersuchung des gesamten Skelettsystems
- HNO- und zahnärztliche Untersuchung
- Labor:
- BSG meist stark erhöht (sehr selten <20mm/hg)
- CRP mäßig erhöht (außer bei Kingella kingae, dabei oft sehr niedrig). Sehr gut für die Verlaufsbeurteilung
- Leukozytose unzuverlässig
- Blutkulturen (mindestens aus 2 Entnahmeorten) sind obligat bei jedem Verdacht auf Osteomyelitis
- Bildgebung:
- Sonographie: V.a. für septische Arthritis, ansonsten orientierend
- Röntgen: Ausschluss anderer Ursachen (v.a. Tumor oder Fraktur). Osteomyelitis erst spät 10-21d nach Symptombeginn erkennbar
- MRT: Diagnostik der Wahl. Gute Darstellung, v. a. Differenzierung von anderen Läsionen. Veränderungen früh sichtbar bereits 3d nach Symptombeginn
- Die Skelettszintigrafie ist bei Kindern obsolet
- Fokussuche bei Blutstrominfektion (Echokardiographie, Sono-Abdomen, Sono-Schädel (bei Säuglingen), MRT des Kopfes bei persistierenden Kopfschmerzen (bei Kindern))
- Intraoperative Materialgewinnung:
- Histologie
- Mikrobiologie: Keine Abstriche, immer Gewebeproben ggf. plus Punktate! Ein kultureller Erregernachweis gelingt in ca. 70% der Fälle. Eine universelle bakterielle PCR (16S-rDNA-PCR) empfiehlt sich bei jeder Probe ohne kulturellen Erregernachweis (Rückstellproben vereinbaren!).