DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Periprothetische Infektionen/Diagnostik/Diagnosekriterien
Eine standardisierte Definition gibt es nicht, sondern es existieren verschiedene Definitionskriterien zur periprothetischen Infektion unterschiedlicher Fachgesellschaften oder Konsensfestlegungen, welche sich nur minimal unterscheiden.
Nach Definition der Infectious Diseases Society of America (IDSA) von 2012 liegt eine periprothetische Infektion vor, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
- Fistel zur Prothese
- Eitrige Entzündung
- Histologische Zeichen der akuten Inflammation
- Erregernachweis in mindestens 2 positiven intraoperativ oder präoperativ entnommenen Proben oder
- Bei hochpathogenen Erreger (u.a. bei S. aureus) auch 1 positive Probe ausreichend
Mindestens 4-6 Gewebeproben aus verschiedenen Lokalisationen sollten zur mikrobiologischen Kultur (aerobe und anaerobe Kultur) entnommen werden, idealerweise vor Beginn einer antiinfektiven Therapie, sowie mindestens eine histologische Probe.
Falsch-positive Ergebnisse sind durch Kontamination möglich, daher ist die Entnahme mehrerer Proben sinnvoll.
Ebenso kann es zu falsch-negativen Ergebnissen durch eine antiinfektive Vortherapie kommen.