DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Infektionen nach offenen Frakturen/Klinisches Bild/Leitsymptome
Eine offene Fraktur stellt jede Fraktur dar, bei welcher eine direkte Verbindung der Fraktur zur Umgebung besteht. Graduell entstehender dumpfer Schmerz, eine Rötung und Überwärmung oder eine persistierende Wundsekretion bzw. Wundheilungsstörung nach offener Fraktur sollten an eine akute Osteomyelitis denken lassen. Schüttelfrost und Fieber sind seltener. Schwellung, Bewegungseinschränkung und Gelenkergüsse können sowohl direkte Folge des Traumas, aber auch einer Infektion sein und sind deshalb als klinische Zeichen häufig wenig hilfreich.
Eine chronische Osteomyelitis nach offener Fraktur kann mit Schmerz, Schwellung und Rötung einhergehen. Die Entstehung einer Fistel nach primärer Wundheilung ist als pathognomisch für eine Osteomyelitis anzusehen. Eine Pseudarthrose ist eine häufige Folge einer offenen Fraktur und typische Manifestation einer bestehenden Osteomyelitis.